Heute habe ich mal ein wenig die nähere Umgebung meiner temporären Heimat inspiziert. Zunächst war ich im Supermarkt um die Ecke, der 7 Tage die Woche geöffnet hat - genau das richtige für nen armen Austausch-Student, der Samstag abends ankommt und nichts zu beißen dabei hat. Also habe ich mich erst mal mit dem Allernötigsten eingedeckt (Rogenbrot!!!) und ein spätes Frühstück zu mir genommen. Danach bin ich in Richtung der Uni gelaufen, dorthin braucht man zu Fuß etwa 30 Minuten - wenn man sich nicht verläuft! Aber das macht man ja meist auch nur einmal, gelle!?! ;)
Verlässt man die Appartment-Siedlung fällt einem sofort auf, dass man hier mitten auf dem Land ist. Gut, dass direkt nebenan eine Schafsherde graßt, ein Pferdehof steht und landwirtschafliche Nutzflächen sich meilenweit ausbreiten liegt natürlich auch daran, dass man an der Virginia Tech auch Land- und Forstwirtschaft studieren kann, aber auch so ist alles sehr grün. Die 2 Meilen bis zum Campus gehen also in Form eines Trimm-dich-Pfades an Rinderherden und Ententeichen vorbei, und immer wieder sind lustige graue Eichhörnchen zu sehen. Und wenn man dann auf dem Campus ankommt...
... ist man zunächst einmal von der Architektur beeindruckt. Sieht alles irgendwie gothisch aus, und doch passt das ganze in die ländliche Atmosphäre. Immerhin besser als die elenden Betonklötze auf der Lichtwiese in Darmstadt! Und weitläufig ist der Campus. Bei den vielen Gebäuden ist das auch nötig, dennoch hat man den Eindruck, dass hier alles nicht so "gequetscht" ist wie an deutschen Unis. Naja, hier in den Appalachen hat man natürlich auch ne Menge Platz.Unvermeidbar wie unübersehbar war natürlich die vor dem Hauptgebäude aufgebahrte Kondolenz für die Verstorbenen des Attentats vor 4 Wochen, und an fast allen Bäumen hängen schwarze oder orangene Tücher. Die Amis haben schon eine eigenartige Art und Weise, um ihre Leute zu trauern. Das Meer von Flaggen darf da natürlich nicht fehlen.
Jetzt sitze ich wieder im Appartment und erwarte bzw. hoffe auf die baldige Ankunft von meinem Freund Felix, der wohl braun gebrannt aus Florida zurückkehren wird. Er soll mir mal ein paar Tipps zur Wohnungssuche geben, denn ich hab schon unzählige Mails auf Pinnwandeinträge verschickt und selber Posts im Internet veröffentlicht und langsam gehen mir die Ideen aus, was ich an so einem Sonntag in Blacksburg noch machen könnte.
Ich denke ich werde nun mal ein Buch lesen und mich auf den Balkon setzen....

3 Kommentare:
Schafsherden....
AHHHHHH... du bekommst wohl nicht genug, oder? schön zu hören, dass du gut gelandet bist. Scheint ja alles nach Plan zu laufen, geht doch nix über gute Organisation.
Viel Glück weiterhin!
Tomas
Gute Organisation? Na frag den Alex mal nach nem Triband Handy :)
Der Andi S.
Hm... wenn man das so hört wird man echt neidisch...
Aber jeden Morgen ne halbe Stunde zu Fuß... da müsste man sich ein Fahrrad organisieren :o)
Also ich wünsche dir dann mal einen guten Start und hoffentlich klappt es, dass ich dich mal besuchen komme!
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