Montag, 28. Mai 2007

Wechselbäder der Gefühle

Nachdem ich Samstag ja nun eigentlich sicher war, dass ich eine Unterkunftsmöglichkeit gefunden hatte, kam am Sonntag die Ernüchterung. Mein ägyptischer Vormieter und ich trafen uns gut gelaunt zum vereinbarten Termin, bei dem der Untermiet-Vertrag bei der Apartment-Anlagen-Verwaltung unterzeichnet werden sollte. Wir waren beide pünktlich um 15:00 Uhr da und warteten auf meinen zukünftigen Mitbewohner, doch der kam und kam und kam nicht. Es verging eine dreiviertel Stunde, doch der Kerl tauchte auch trotz mehrmaliger Anrufe (bei denen nur seine Mailbox dranging) nicht auf. Was also tun? Ich hatte das Gefühl, der Inder hatte es sich vielleicht anders überlegt und meldete sich einfach nicht, was ziemlich unfair wäre. Nach kurzer Rücksprache mit der Verwaltung, was denn nun zu tun sei, wurde uns eröffnet, dass es vielleicht garnicht möglich sein könnte, den Untermiet-Vertag bis Dezember zu unterzeichnen. Das könne nur die Bezirksmanagerin entscheiden, die aber natürlich Sonntags frei hat :(

Mit einiger Wut im Bauch (denn jetzt musste ich ja wieder diverse Notfallpläne schmieden) trabte ich zu meinem Apartment, wo ich erst mal mein Kopfkissen zur Verantwortung zog. Dann wurde der Laptop eingeschaltet um den Inder nochmals über mein Internet-Telefon anzurufen. Beim zweiten oder dritten Mal erreichte ich ihn dann auch.

Da wurde mir eröffnet, dass er verschlafen hatte weil er die Nacht zuvor kaum ein Auge zugemacht hatte und sich mittags total erschöpft noch kurz aufs Ohr legen wollte. Tja, und dabei hat er wohl verpennt und sein derzeitiger Mitbewohner hat vergessen ihn zu wecken. Klang im ersten Moment nach ner blöden Ausrede, aber zumindest beteuerte er dass er starkes Interesse hat (immerhin hatten wir ja einen recht guten Deal ausgehandelt), und so machten wir einen weiteren Termin für heute.

Kurze Zeit später kam der Ägypter vorbei und ich ahnte schon schlimmeres, weil er zuvor gesagt hätte, dass eine weitere Frau an dem Apartment Interesse hätte. Aber er kam nur vorbei um mir mitzuteilen, dass sich die Bezirksmanagerin bei ihm gemeldet hatte, wir können die Wohnung bis Dezember übernehmen! Das Blatt schien sich also zum besseren zu wenden.

Heute morgen stand ich dann zunächst alleine an der Wohnraumverwaltung. Ich hatte schon ein übles Gefühl im Magen, als doch noch der Ägypter um die Ecke bog und sich für die Unpünklichkeit mehrmals entschuldigte, der Inder habe ihn gerade angerufen...

... und um 5 Minuten Wartezeit gebeten, er sei gerade auf dem Weg.

:)

Kurze Zeit später hockten wir dann alle im Büro und konnten endlich den langersehnten Vertrag unterzeichnen. Am Freitag wird dann die Übergabe der Wohnung sein und ich darf mich endlich in Sicherheit wähnen, aber solange ich die Schlüssel noch nicht in der Hand habe werde ich erst mal keine Purzelbäume mehr schlagen.

Meinen allerersten Check meines Lebens durfte ich dann heute auch noch unterschreiben, um die Anmeldegeühr für die Wohnung zu entrichten. Tja, wenn der Check platzen sollte... ;) Ich geh hier jetzt in nächster Zeit immer erst mal vom schlimmsten Fall aus, dann kann einem nicht mehr viel passieren. Obwohl das natürlich traurig ist, denn es hebt die Stimmung nicht unbedingt. Aber was soll´s, solche Startschwierigkeiten gehören wohl dazu. Eigentlich kann´s ja jetzt nur noch bergauf gehen, aber ich bin jetzt lieber still, sonst passiert doch wieder was Unvorhergesehenes...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sowas... die Amis arbeiten noch mit Schecks... Ich sag nur: Plastikgeld... Ich zahle mit meinem guten Namen... :)

Hoffentlich brennt die Hütte jetzt nicht noch kurz vorher ab... oder ein Twister...

I will push the thumb ;o) - oder so...