Samstag, 29. September 2007

...und noch einer

Nachdem es letzte Woche wegen geschlossener Sporthalle ja nicht geklappt hatte, hab ich diese Woche Dienstag mit meinen Kollegen Ryan und Chris eine weitere Sportart für mich entdecken können. Rackettball ist eine Art Squash und wird in einem ähnlichen Raum gespielt, jedoch ist der Raum ein wenig größer, der Ball springt mehr und die Regeln sind dementsprechend ebenfalls ein bisschen abgeändert. Aber genauso wie beim Squash kommt man hier schon nach kurzer Zeit dermaßen ins Schwitzen dass es nicht mehr feierlich ist. Macht aber auf jeden Fall Spaß, und nachher kann man in der Sportanlage der Uni ja noch ein bisschen Gewichte stemmen, Schwimmen gehen oder sonst jede Art von Indoor-Sport betreiben. Es ist unglaublich, wie groß die "War Memorial Gym" ist - und das ist nur einer von mehreren Sportkomplexen auf dem Campus der Virginia Tech.

Obwohl ich an dem Abend ob der sportlichen Anstrengung relativ kaputt war war ich dann noch mit Kanishk eine paar Runden Billard im Hokie House spielen, weil hier Dienstags das Spiel nur 25ct. kostet. Kanishk hat sich ja mittlerweile in unserer WG mehr oder weniger häuslich eingerichtet, obwohl er eigentlich nur ein paar Tage übergangsweise bei uns pennen wollte bleibt er nun wohl bis nächste Woche und macht es sich allabendlich in unserem Wohnzimmer auf der Isomatte "gemütlich".


Mittwoch habe ich dann endlich mal wieder ein paar Dinge auf der Arbeit auf die Reihe bekommen, hier stockte es vor allem in der letzten Woche ja gewaltig. Nun bin ich aber wieder recht guter Dinge, dass ich ab Montag wieder ordentlich Messreihen fahren kann um möglichst bald mit der Erfassung der Daten für meine Diplomarbeit fertig zu werden. Sind ja nun nur noch 9 Wochen hier in Blacksburg...

Am Donnerstag wollte ich dann eigentlich mit Anke, Aziza und ein paar derer Freunde (Joe, Agnes, Ali) im Lyric den Film "Talk to me" anschauen. Vorher hatten wir uns dei Dairy Queen noch jeweils ein real american Eis genehmigt, was aber nicht wirklich ein Geschmackserlebnis und kein Vergleich zu einem guten deutschen (bzw. italienischen) Eisbecher ist. Jedenfalls saßen wir dann im Kino und warteten und warteten auf den Film als man uns dann irgendwann mitteilte, dass der Film verheddert sei und heute nicht gezeigt werden könne. Kann man leider nichts machen, und da man aber schon mal Downtown ist und der Abend noch jung bin ich dann mal wieder in die Rivermill getigert. Dort habe ich Kellyn in Begleitung ihrer Freundin Cathrin getroffen. Bei diversen Shots und Shooters mit unaussprechlichen Namen und noch undefinierbareren Mischungen aus Alkohol und Fruchtsäften verging dann ein netter Abend, an dessen Ende ich die vollkommen angeheiterte Kellyn aber noch nach Hause bringen musste - soviel Pflichtgefühl bringt man ja noch mit, und es war wohl auch gut so denn nach ihrer Aussage konnte sie sich am nächsten Tag absolut an nichts mehr erinnern.

Also war ich Donnerstag erst so gegen 2 Uhr zuhause (zweimal quer durch Blacksburg latschen dauert halt doch geraume Zeit), und so ging es gestern abend dann weiter. Nach dem frühen Feierabend und einem kurzen Nachmittagsschlaf hab ich nen Kuchen gebacken und mich aufs Rad geschwungen, um rechtzeitig zu Daniels Überraschungs-(abschieds)-party da zu sein. Seine Freundin Melissa und sein Kumpel Kamal hatten dies organisiert und alle Freunde eingeladen, sich in Daniels Apartment zu versammeln und auf ihn zu warten, um beim nach Hause kommen seinen verdutzten Gesichtsausdruck zu sehen. Leider reist er ja schon nächste Woche wieder nach Deutschland zurück um dort sein Studium zu beenden. Die Überraschung ist auch gut gelungen, und die Party ging so bis ca. halb 3 sodass ich per Fahrrad gegen 3 zuhause eintrudelte.

Umso schwerer war es dann heute morgen, rechtzeitig aus den Federn zu kommen und sich aufs Rad Richtung Stadion zu schwingen. Denn das heutige Football-Spiel ging ja schon um 12 Uhr mittags los, und glücklicherweise hatte ich ja diesmal endlich ne Karte dafür bekommen!!! Daher bin ich mit meinem Kollegen Toni aus Stuttgart dahin, und obwohl ich mir in der glühenden Mittagssonne einen deftigen Sonnenbrand am Nacken geholt habe (ich hatte ne Karte in der Südkurve :) ), war es einfach...





Phantastisch!!! Wir hatten ein tolles Spiel, ein mit 65000 Plätzen ausverkauftes Stadion, eine umwerfende Athmosphäre und das passende Endergebniss: die Hokies haben mit 17:10 gegen das Team der University of North Carolina gewonnen. Die Halbzeit-Show bestand zwar aus der Krönung von "King and Queen Homecoming 2007" und war eine Farce bzw total langweilig, aber dafür war das Spiel sehr unterhaltsam und auf erstaunlich hohem Niveau! Abgesehen von insgesamt 3 Interceptions und ein paar diletantisch verspielten 4th Downs war das Spiel sehr ansehnlich und actionreich.


Endlich wurde mir auch mal klar wofür die militärische Big Band ständig auf dem Drillfield übt und uns Studenten mit Blasmusik beläst... äh, beglückt. Die Jungs und Mädels sorgen nämlich vor, während und nach dem Spiel sowie während der zahlreichen (TV-)Pausen [das Spiel heute wurde US-weit übertragen] für Stimmung. Oder das was allgemein dafür gehalten wird. Komisch ist schon, dass die Amis hier total ausflippen, wenn ein Touchdown erzielt wird oder das Schiedsrichtergespann eine Fehlentscheidung zu Ungunsten der Hokies fällt, aber im Gegenzug bereits vor Ende des Spiels das Stadion verlassen, wenn eben jenes bereits entschieden ist oder erscheint. Obwohl hier ja sonst alles geehrt wird und das Aufstehen bei der Nationalhymne ja Pflicht ist, wird am Ende den Helden auf dem Platz, die uns 3 Stunden gut unterhalten haben, nur ein müdes Klatschen auf dem Weg zum Ausgang entgegengebracht.


Ach ja, apropos Nationalhymne. Die war natürlich mein absolutes Highlight heute. Nicht weil ich die Melodie so toll fände oder sonst irgend etwas damit assoziieren würde. Aber während die Band die Hymne aufspielte konnte man diesen dünnen Streifen am Horizont erkennen, der langsam größer wurde und ein sich näherndes Flugzeug ankündigte.


Letzte Woche hatte ja eine Galaxy-Transportmaschine den obligatorischen Fly-Over über das Stadion in Blacksburg durchgeführt, und diesmal...


... war es eine Northrop B-2 Spirit!!! Genau, dieser unheimliche, dreieckige Nurflügel-Tarnkappenbomber, von dem es weltweit nur 21 Stück gibt und von denen einige auf der Whitworth Air Force Base in Missouri stationiert sind! Die sind dann eben mal schnell nach Blacksburg rübergeflogen, und man fragt sich: Haben die sonst nichts zu tun? Wer zahlt die Kerosin-Kosten? Und fliegt da gerade ein Nuklearsprengkopf im Bauch des Ungetüms über einen?

Naja, für nen Luftfahrt-Studenten gibts wohl nichts cooleres, wie so ein Spiel losgehen könnte...

:)

Freitag, 21. September 2007

Noch ein neuer Sport

Heute nachmittag war ich mit meinen Kollegen Ryan und Chris irgendwo im Wald. Wo genau kann ich nicht rekonstruieren, es war irgendwo an der Interstate und der naechstgelegenen Bahnlinie. Und was machen drei Aerospace-Studenten mitten in der Wildnis Virginias? Klar doch: Sport! Nein, nicht Wandern, Klettern oder Mountainbike-Fahren; das wäre ja viel zu gewöhnlich und europäisch. Nein, stattdessen waren wir DiscGolf spielen. Das ist eine Mischung aus Frisbee und Golf, und ähnlich dem "richtigen" Golf wird es auf einem Parcours mit 18 "Loch" gespielt. Statt einen Ball mit Hilfe eines Schlägers in eben jene zu befördern wirft man bei diesem Spiel eine Art Frisbee. Und es gibt wesentlich mehr Hindernisse, wie gesagt erstreckt sich der Kurs durch einen Wald. Am Ende ist dann die Scheibe in einen Korb yu befördern. Nun hat man beim Golf für unterschiedliche Distanzen ja unterschiedliche Schläger, und beim DiscGolf verwendet man eben verschiedene Discs - für weite Würfe, für Kurven um Bäume, fürs Putten...

Das Ganze macht ziemlich Spass und ist nicht ganz so elitär wie das echte Golfen, obwohl es natürlich auch eine Profi-Organisation gibt: Die PDGA!!! :D Vielleicht wäre das ja ne Alternative zum Golfen in Deutschland??? Zuma ich beim ersten Anlauf schon 2 mal Par und einen Birdy gespielt habe!!!

Morgen werde ich mich nochmals auf unbekanntes Terrain begeben und mit Ryan und Chris "Rackettball" spielen, das ist wohl so ne Art Squash. Dann werde ich auch zum ersten Mal die Sportanlagen der Uni betreten, angeblich sollen die ja ziemlich gut sein und für jeden Geschmack etwas bieten. Vielleicht sollte ich mich mal ein wenig an den Bodybuiling-Geräten austurnen, denn...

... gestern sind auf der Arbeit insgesamt 60 neue Druckluftflaschen angeliefert worden, so dass ich nun für meine Versuche einen kleinen Vorrat habe und nicht immer auf Nachschub warten muss. Ist auch bitter nötig, da der bestellte Kompressor nun ja doch nicht im September, sondern frühestens Ende November geliefert wird - und bis dahin sollte ich mit meinen Experimenten ja hoffentlich fertig sein!

Und kurz nach meiner Rückkehr gehts dann am 7.12. nach Wiesbaden aufs "Orishas"-Konzert, worauf ich mich auch schon ganz doll freue. Wer die kubanische Band noch nicht kennt sollte sich mal ein paar Lieder anhören (z.B. auf Youtube), und vielleicht findet sich ja auch der eine oder andere der noch mitkommen will??? Ich kann diese Mischung aus spanischsprachigem HipHop und kubanischen Son- und Bolero-Rhythmen nur wärmstens empfehlen, habe die Jungs ja schon mal in Valencia live erlebt und denke mal, die werden auch den Schlachthof in WI ordentlich rocken.



Orishas - Hay un son Lyrics



[Estribillo]
Hay un son, hay un flow…
Hay un son que se oye en la Habana… (x2)

Ey yo! Vengo de La Habana chambiando bajito paliando en el tiempo sin clave ni na’
Vengo con mis negros boleros, rumberos, santeros, panderos, congueros ¡ala cua!
Dime qué pasará…No me llores cuando yo me muera yo no quiero flores…
Epitafio viejo: “Aquí yace el negro que fue mucho entre los muchos y primero entre los pioneros”… Caballero…
[Estribillo]
Tengo un son repleto de ritmos y sentimientos…
Se te mete dentro como lo hace mi guitarra…
Como primavera lanza flores en tus alas…
Sal para la buena… ¡y te llenará de ganas!
[Estribillo]
Mi música es una negro de la duna, Orishas cultura esencia Yoruba ¡Carabalí!
Mi son “from the street” te llama Habana…Mi rumba no para aquí…
Si quieres de esto…no pares el cuerpo…
Y si sigues lento, fúmate esto…
No quiero cuentos ni líos llama rumbero la rumba compartía…

Hay un son, hay un flow…
Hay un son que se oye en la Habana…

Ven “tra’pla” echa un vistazo “men” y bajo directo al cazo…
Estoy de ley, hoy cogí un break… Break mamei…
Si la Cuba no es como ayer…
Viste como camina, te domina, se enrolina, “men” no pierda la medicina…
Tus pupilas se encasquillan…es hora de cambiar las pilas…
[Estribillo](x2)



Das nächste Event ist aber erst mal das Hokie-Football-Spiel am nächsten Samstag! Endlich habe ich eine Karte für ein College-Football-Spiel ergattert! Mein indischer Freund Sayak hat das Ticket für mich in der Studenten-Lotterie gewonnen, und ich freue mich schon das Team im Lane Stadion spielen zu sehen! Könnte ja für längere Zeit das letzte Mal sein, ein professionelles Footballspiel live zu sehen, nun da die NFL Europa aufgelöst wurde... :(

Dienstag, 18. September 2007

Doch eher Spätsommer

Nachdem es letzte Woche ja nochmal richtig schön sommerlich warm war ist am Wochenende die Kälte in Blacksburg eingekehrt. Es ist zwar immer noch ganz passables Wetter (außer Freitags, wo das beim Kollegen geplante Barbeque wegen Dauerregens leider abgesagt werden musst und es stattdessen leckere Lasagne gab), aber besonders nachts wird es doch ziemlich frisch. Am Samstag habe ich mir bei meiner ersten kompletten Golfrunde über 18 Loch innerhalb der 4 1/2 Stunden auf dem Uni-eigenen Golfplatz auch schön einen kleinen Sonnenbrand geholt, ohne aber etwas davon zu merken - die ganze Zeit wehte nämlich ein überaus kühles Lüftchen. Wenigstens war ich halbwegs erfolgreich, denn auf dem Par 36 - Platz habe ich für die ersten 9 Löcher 65 und für den zweiten Durchgang 60 Schläge gebraucht. Klingt schon mal ganz passabel. Nachmittags war ich dann noch kurz schwimmen und am abend dann total erschlagen von der ganzen Sportelei.

Am Sonntag stand daher Entspannung auf dem Programm, schließlich hatte ich auch die letzten Tage der Woche intensiv zu arbeiten gehabt. Am Donnerstag hatte mir mein Professor nämlich mitgeteilt, dass er gerne bis morgen (also Freitag) ein paar Daten hätte, damit er ein Abstract für eine Konferenz-Veröffentlichung einreichen kann. Also habe ich den Windkanal ordentlich rennen lassen, was das Zeug hielt (bzw. solange die Druckluftflaschen reichten). Aber es hat sich wohl gelohnt, mein Prof hat sogar 2 Paper daraus gemacht und mich auf beiden als Co-Autor eingetragen. Und mir in Aussicht gestellt, für eines der beiden sogar als "First Author" zu agieren - damit käme ich dann bereits im Rahmen meiner Diplomarbeit zu meiner ersten wissenschaftlichen Veröffentlichung. Und das im Rahmen einer internationalen Konferenz, die im April in Dayton, Ohio, stattfinden wird. Warten wir also mal ab, ob das klappt, mit dem Namen meines Profs auf der ersten Seite ist die Chance jedoch sehr groß, dass beide Vorschläge für die Konferenz zugelassen werden. Zumindest hinsichtlich Scramjet-Forschung in den USA geht an Dr. Schetz nämlich fast kein Weg vorbei.

Weniger erfreulich war dann die gestrige Mitteilung, dass der bestellte Kompressor für den Windkanal (welcher eigentlich diese Woche geliefert werden sollte) wohl nicht vor Ende November eintreffen wird. Das heißt für mich, dass ich bis zum Ende meiner Zeit hier Druckluft-Flaschen durch die Gegend schleppen werden muss. Vielleicht meld ich mich also doch noch für die Gewichtheber-WM an, genug Trainingsmöglichkeiten werde ich noch haben.

Zur Ablenkung war ich gestern abend im Kino, lustigerweise gibt es hier in diesem Kaff ja eine Art Programm-Kino in welchem Filme gezeigt werden, die das "normale" amerikanische Publikum eher verschmäht, und welches zusätzlich als Theater fungiert. Netter Laden, leider hätte ich mir trotz des Wissens um den künstlerischen Anspruch des Etablisments nicht träumen lassen, dass "La vie en Rose", der biografische Film über das Leben und Schaffen Edith Piafs, tatsächlich im französischen Original gezeigt wird! Glücklicherweise gabs aber wenigstens englische Untertitel, so dass ich dem Treiben auf der Leinwand halbwegs folgen konnte.

Und heute war ich dann mal kurz auf der "Career Fair", der Karrieremesse an der Uni, und habe mir angeschaut, welche Firmen da so um die Gunst der Studenten werben und nach zukünftigen Mitarbeitern fischen. Für meinen Mitbewohner Neeraj sowie Kanishk, welcher in den letzten Tagen übergangsweise bei uns im Wohnzimmer genächtigt hat, ging es dabei ja um die Wurst, weil die beiden tatsächlich nach Jobs suchen. Ich habe mir das Ganze eher aus Interesse angeschaut, um mal zu gucken, welche Werbegeschenke denn so verteilt werden. Im Austausch für nen Lebenslauf bekommt man z.B. nen Memory-Stick, eine verschließbare Trinktasse, Knautsch-Footballs sowie die obligatorischen Kugelschreiber. Dafür muss man sich an gefragten Ständen wie denen von Microsoft, GE oder Boeing aber auch ne gute dreiviertel Stunde anstellen, um ein persönliches Gespräch mit einem der Personalverantwortlichen zu erhaschen. Das war mir dann doch zu blöd, und so hab ich mich lieber darüber amüsiert, dass die sonst so überaus leger gekleideten Studenten mal ihre Schlabber-T-Shirt und Trikots sowie Hotpants und Flipflops gegen Anzüge und Kleidchen eingetauscht haben. Und darüber, dass neben den üblichen Verdächtigen wie Army, Air Force und Navy sogar CIA und FBI sowie das Auswärtige Amt auf dieser Messe nach zukünftigen Staatsdienern suchen. Vielleicht sollte ich da morgen mal nachfragen, ob ich einen Einblick in meine Akte bekommen könnte, die wegen der ganzen Einreiseformalia als ausländischer Student bestimmt schon mal vorsorglich bei den Staatsschutz-Behören angelegt wurde...

Mittwoch, 12. September 2007

Sommer

Weil hier heute noch mal so ein richtig schöner Sommertag war, habe ich überpünktlich Schluss gemacht und bin nach Hause geradelt. Dort habe ich mir dann meine Kamera geschnappt und die Nachbarschaft abgelichtet. Zwar sind mir keine besonders schönen Motive vor die Linse gekommen, ein paar Eindrücke will ich aber doch nicht vorenthalten. Gestern war außerdem so eine Art Empfang für die Graduate Students des Aerospace Department, bei dem ich mich bei (amerikanischem, faden) Käse und (australischem, recht guten) Wein mit meinem neuen Kollegen sowie einem weiteren chinesischen Studenten unterhalten hab. Aber alles nichts aufregendes. Hier also ein paar Bilder.

Home Sweet Home

Wofür Trucks alles gut sind - wenn man mal kein Weitwinkel-Objektiv zur Hand hat.

Der Duck Pond in Foxridge - ganz schön, nur gibts hier keine Ducks :)

Dafür gibts ein paar Meter weiter Schafe und Kühe...

... sowie ein kleines Rinnsal welches am Rande der Siedlung entlangfließt.

Für die Kleinen ist auch bestens gesorgt...

... und auf dem großen Bolzplatz betätigt man sich sportlich.

Und die Eichhörnchen huschen mitsamt ihrer Beute fix auf nen Baum sobald man sich mit dem Teleobjektiv anschleicht.

Montag, 10. September 2007

Lustisch...

Das Wochenende war mal wieder ziemlich ereignisarm. Außer einem Shopping-Trip nach Christiansburg inkl. Kauf einiger neuer Kleidungsstücke, nem kurzen Tennis-Match mit Mihai (das ich 6:4 und 7:5 verlor) und einer Pizza im Cellar mit Sayak und nem anderen Inder gibts nichts Nennenswertes zu berichten.

Und auch wenn der heutige Arbeitstag lang und unergiebig war, so gehts mir irgendwie gut. Ich bin zwar müde und erschlagen und habe den ganzen Tag Sodbrennen, aber beschweren hilft ja nichts. Stattdessen habe ich mich heute im Bus wieder über diverse Kuriositäten amüsieren dürfen. Zunächst mal stand da auf dem Drillfield, dem zentralen Platz der Uni, eine Horde mehrerer hunderter junger Damen, und es stand da ein Wagen von nem Radiosender wo laute Musik herauskam. Angesichts der Tatsache, dass hier in Blacksburg wohl doch überwiegend testosterongeladene männliche Heranwachsende studieren war es irgendwie grotesk, dass ich in der Menschentraube nicht eine männliche Person ausmachen konnte. Natürlich standen ein paar verpickelte, Hornbrillen-tragende Studenten (offensichtlich Informatiker) hinter ein paar Bäumen und haben verstohlen rübergeguckt. Interessiert hätte mich auch mal, was da los war, rein aus Neugier natürlich ;)

Im Bus setzte sich dann ne junge Dame neben mich, die so ein kläffendes Etwas im Arm hatte. Und diese Handvoll Hund hatte dann - es wird ja langsam Herbst und das arme Tier friert bestimmt schon fürchterlich - ein Polohemd an! Stilecht mit hochgeklapptem Kragen :)

Mir gegenüber saß jemand, den ich kaum anschauen konnte ohne laut loslachen zu müssen. Wenn es etwas gibt, was noch lächerlicher aussieht als Eichhörnchenfrisuren, dann sind es Kerle mit Haarreifen. Das schnöde Plastikding hatte simplerweise die Aufgabe, das viel zu lange Pony vorm Herunterfallen vor die Augen zu bewahren. Am liebsten hätte ich den Fuzzi mal zum Militärfriseur geschickt, der in den letzten Wochen die neuen Kadetten auf dem Campus geschoren und zurechtgestutzt hat. Sachen gibts...

... zum Beispiel auch betrunkene Eichhörnchen auf dem Campus. Da wollte doch heute morgen so ein dummes Vieh vor mir fliehen und hat sich dafür einen Laternenpfahl ausgesucht. Vom Gehweg ist es also an den Pfahl gesprungen, hat dort natürlich keinen Halt gefunden, und ist heruntergepurzelt. Wäre ja auch alles nicht so schlimm gewesen, wäre da nicht noch ein Geländer im Weg gewesen. An diesem ist es mit seinem Allerwertesten hängengeblieben und hat einen wunderschönen Purzelbaum hingelegt - leider mit Landung auf der Nase. Das süße Hasscherl war dann erst mal recht benommen und ist weitergetorkelt.

Manchmal hätte man einfach gerne seine Digitalkamera immer dabei und parat...

Donnerstag, 6. September 2007

Music was my first love...

Ich bin gerade vom "Concert for Virginia Tech" zurückgekehrt, und ich muss sagen: das war mal ne feine Sache! Die ganze Show fand im Lane Stadium unter Teilnahme von wohl etwa 50.000 Studenten und Universitätsangehörigen statt und dauerte sage und schreibe 5 (in Worten: Fünf!) Stunden - plus Zugabe!!!!


Ich hatte vorab ja keine besonderen Erwartungen an dieses Konzert zur Erinnerung an die tragischen Vorkommnisse im April, dennoch habe ich mich gefreut das man als Student kostenlose Tickets bekommt. Die Künstler haben sich bereit erklärt, ein kostenloses Konzert für die Hokies der Virginia Tech zu geben. Los ging es mit Phil Vassar, von dem ich zwar vorher noch nie etwas gehört hatte, dessen Mix aus Pop, Rock und Country aber sehr hörbar war und Vorfreude auf mehr machte. Danach trat dann NAS auf. Ich weigere mich weiter auszuführen, wie sehr mir diese Art von Musik missfällt, aber dass ein Gangster-Rapper bei einem Konzert zum Gedenken an die Opfer eines Gewaltverbrechens auftritt und Songs über Gewalt, Bandenkriege etc pp singt fand nicht nur ich verwunderlich.

Die beiden ersten Gigs dauerten je nur knapp eine halbe Stunde, daher dachte ich schon bald wieder zuhause zu sein. Als nächstes legte sich jedoch John Mayer ins Zeug und spielte eine gute Stunde lang eine Mischung aus Rock und Baladen. Bekannt wurde der Kerl vor ein paar Jahren mit illustren Titeln wie "Your body is a wonderland", "Waiting on the world to change" und vielen weiteren, die man auch in Europa öfter hört. Insgesamt hat mir der Junge aber zu theatralisch in die Seiten gehauen, das passte irgendwie nicht zum bubenhaften Aussehen.


Nach kurzem Bühnenumbau ging dann plötzlich das Licht im Stadion aus und der Hauptact startete. Die Dave Matthews Band hatte sich angekündigt und spielte über 2 1/2 Stunden alles was man so kennt (oder kennen könnte, ich hatte das wenigste von den Liedern jemals gehört) und auch viele neue Stücke. Das hat mir alles durchaus gut gefallen, und ich glaube ich höre mir in den nächsten Tagen mal ein paar CDs von den Jungs an. Insgesamt war die Stimmung bestens, und als dann gegen Ende John Mayer noch für eine Jam-Session dazustieß und kurz darauf die 50.000 im Stadion "Dont worry about a thing, cause every little thing is gonna be all right" (ursprünglich von Bob Marley) sangen kam schon so etwas wie Gänsehaut-Atmosphäre auf.


Klasse! Schade nur, dass es für ein so tolles Event erst eines überaus tragischen Massakers bedurfte.


Ein paar Beobachtungen am Rande hätte ich noch anzufügen. Zunächst mal finde ich es erstaunlich und überaus positiv, dass im Stadion kein einziger geraucht hat. Und dass ganze 5 Stunden lang! Des weiteren gibt es keinen Alkohol im Stadion zu kaufen, was zwar dazu führt, dass sich die Leute vorher schon einen antrinken (Stichwort: Tailgating) oder kleine Schnapsfläschchen reinschmuggeln. Dafür bekommt man dann wenigstens auf der Tribüne kein Bier über den Kopf ge/verschüttet. Und trotz all dieser Einschränkung war die Stimmung toll, und es hat Spaß gemacht dabei und Teil der Hokie-Gemeinde zu sein. Und die Welle ging auch diverse Male durchs ganze Stadion.


Ach, und zu guter Letzt ist mir noch aufgefallen, dass im Umkreis von ca. 20 Metern (also ca. 150 Leute) nur 5 eine Brille trugen (Diverse "coole" Sonnenbrillen nicht mitgezählt). Und von den 5 war einer ich, 2 Männer über 50 und dann noch 2 Kerle, denen man schon aus der Distanz ihre Nerdigkeit ansah (nichts gegen Informatiker, aber... :) ) Also entweder haben amerikanische Jugendliche überdurchschnittlich gute Augen, oder die Kontaktlinsen-Industrie verdient sich hier in den Staaten dumm und dusselig.


Dont worry about a thing, cause every little thing is gonna be all right!

Golf gegen den Kater

Also wenn ich eins empfehlen kann, dann mittags eine Runde Golf um den Kater vom Vorabend auszukurieren. Aber fangen wir vorne an...


Dienstag abend hatte ich meine letzte Golfstunde unter Anleitung, und da ging es dann auf den Platz - denn da liegt ja bekanntlich die Wahrheit. Hier gab es dann auch noch ein paar abschließende, nützliche Praxistipps vom Golflehrer: wie spielt man nen Ball aus dem Bunker, was macht man bei abschüssiger Lage am Hang, etc. pp. Zusätzlich wurden mir nochmals meine Schwächen aufgezählt ( zu starke Beschleunigung beim Zurückschwingen, aufrichtende Bewegung während des Schwungs, und das Chippen sollte ich auch besser noch ein bisschen üben) und die Runde war sehr durchwachsen, mit ein paar guten Löchern und ein paar schlechten. Danach ging es dann für ein Bierchen in die Rivermill, wo wir noch andere Deutsche trafen und woraus dann doch ein längeres Gelage wurde. Leider hatte ich an dem Tag vor dem Golf kaum etwas gegessen, und so schlugen sich diverse Pitcher Bier dann auch schnell in gesteigerter Heiterkeit nieder. Irgendwann gegen 1 habe ich mich dann abgesetzt und bin nach Hause geradelt (dazu fühlte ich mich noch in der Lage, die Polizei hätte das sicherlich anders gesehen) und fiel wie ein Stein in mein Bett. Genauso fühlte ich mich dann auch beim Aufwachen (pünktlich gegen 8, meine innere Uhr lässt mich wohl auch nicht volltrunken im Stich), mit bleiernen Gliedern und einem Kopf, der kaum in die Vertikale zu stemmen war. Also hab ich den Tag erst mal gaaanz langsam beginnen lassen und nach nem Plausch mit meinem Schatz erst noch mal ein Nickerchen gemacht. Bis mich Sven anrief um zu fragen, ob wir so gegen 12 nochmal ne Runde über den Platz drehen wollen. Klar, was gibt es besseres gegen einen Kater als Bewegung und frische Luft?!? Gesagt getan, und so stand ich dann gestern schon wieder auf dem Golfplatz. Und abgesehen vom ersten und letzten Loch war das sogar ne ganz passable Leistung in meinen Augen (63 auf Par 35 für die 9 Löcher - mein bisher bestes Resultat). Obwohl dies wohl das letzte Mal Golf mit Sven war (der heute für 6 Wochen nach Paris zur Summer School fährt - und im Oktober ist die Golfsaison vermutlich vorbei) haben wir dann keinen "Absacker" genommen, denn es war ja erst 15 Uhr ;)

Nachdem ich meinen Kopf durch so viel Bewegung kuriert hatte (man sieht auf dem Bild das 8. Loch, welches mal bergab geht - die anderen Löcher gehen abwechselnd berauf und bergab, da kommt man ganz schön ins Schwitzen wenn man keinen dieser elektrischen Golfwagen nutzt) konnte ich dann auch wieder bis halb 10 arbeiten und ein paar Versuche machen, die allerdings etwas komische Ergbnisse zeigen... da werd ich mir heute wohl mal Gedanken drüber machen müssen, woran das liegt.

Und heute abend ist dann das "Concert for Virginia Tech", bei dem die Dave Matthews Band, John Mayer, Phil Vassar und NAS auftreten werden. Die Künstler haben sich bereit erklärt, ein kostenloses Konzert zur Motivation der Hokies nach dem Attentat im April zu geben. So komme ich wenigstens mal in das Stadion, wenn es mit den Football-Tickets bisher schon nicht geklappt hat...

Montag, 3. September 2007

Einfach mal raus

Dieses Wochenende habe ich es endlich mal geschafft, meinem nervigen Alltag hier in Blacksburg zu entfliehen und für wenigstens 2 Tage in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten zu fahren. Und wenn man schon mal mit dem Mietwagen unterwegs ist kann man sich ja auch gleich ein paar andere Sachen mitangucken!


Meine erste Anlaufstelle war daher Charlottesville, welches die University of Virginia beherbergt. Die meisten Gebäude hier wurden von Thomas Jefferson, dem späteren Präsidenten der USA, geplant und gebaut, und heute zählt das Areal zum UNESCO Weltkulturerbe. Und ich muss sagen, so schön gelegene Studentenwohnungen wie hier hab ich bisher noch nirgends gesehen. Weil ich Samstag morgen relativ früh in der Stadt angekommen war waren allerdings noch nicht allzu viele Studenten aus ihren Federn gekrochen, was mir ein ruhiges Frühstück im Grünen bescherte.


Mit meinem Mietwagen (diesmal ein Dodge) ging es dann weiter ostwärts bis nach Richmond, der Haupstadt Virginias und der ehemaligen Kapitale der Konförderierten Staaten. Das hiesige "White House" ist zwar etwas enttäuschend und generell ist die Stadt nicht so die allerschönste, der Regierungsbezirk um die Capitol Square mit der Old City Hall und den vielen Statuen entschädigt aber für die Anreise und die Parkplatzsuche (Tipp: am Wochenende im Parkhaus des Krankenhauses für umme!). Ansonsten kommt an der ein oder anderen Ecke ein wenig Südstaaten-Flair auf, wenn man zwischen modernen Funktionalbauten eine reich verzierte Veranda entdeckt.












In Richtung Norden ging es nach einem schnellen Imbiss weiter Richtung Washington DC, mittlerweile war ja auch schon Mittag und der Verkehr verdichtete sich. Vermutlich wegen des langen "Labour Day Weekend" hatten sich viele Leute auf den Weg gemacht, und so stand ich ein paar Minuten im Stau bevor ich den Potomac überquerte und direkt an der Mall in die Stadt hineinkam. Dort parkte ich dann auch gleich direkt am Washington Memorial, zwar voll in der Sonne, dafür geht es wohl kaum zentraler. Zu Fuß erkundete ich dann zunächst die westliche Seite des großen Grünstreifens mit dem Washington Memorial, dem World War II Memorial, dem Vietnam War Memorial und dem Lincoln Memorial (wenn es von einem mehr als genung gibt in DC so sind das wohl "Memorials"... kann das Wort nicht mehr hören! ;) ). Alles sehr schön anzuschauen und vor allem touristengerecht angelegt, bei so viel Gedenken an den unzähligen Gedenkstätten und den Besucherströmen geht die Pietät jedoch recht leicht verloren.


Der weitere Weg führte mich am Weißen Haus vorbei, dort wo der angeblich mächtigste Mann der Welt seinen vermeintlichen Amtsgeschäften nachgeht. Hochsicherheit überall, und Autos wird mit Panzersperren die Weiterfahrt verweigert. Aber was soll man erwarten bei nem Kerl, der sich durch nur durch eine richterliche Entscheidung in das Präsidentenamt hochgeputscht hat, da muss man sich ja einbunkern... Trotzdem will das Haus natürlich jeder fotografieren, und deshalb drängelt man sich vor der Vorderseite und versucht das Teleobjektiv halbwegs geradezuhalten während man von rechts und links angerempelt wird. Die Rückseite des Hauses ist das viel entspannender und näher dran, und hier trifft man dann auch ein paar Demonstranten gegen Irak, schlechtes Gesundheitssystem und all die Macken, welche die US-Gesellschaft so hat und die gerne verschwiegen werden.


Obwohl es in Washington eine Menge interessanter Geschäfte gibt hatte ich keine Möglichkeit, einzukaufen. Denn dummerweise waren wegen des "Labour Day Weekend" fast alle Shops und sogar Restaurants (!) geschlossen, so dass ich weder Postkarten noch etwas gescheites zum Essen erwerben konnte. Außerdem war aus gleichem Grund das Capitol sowie die Library of Congress für Besucher geschlossen, diese sehenswerten Punkte werde ich wohl dann bei meinem nächsten Besuch abhaken müssen ;) Aber das Capitol ist ja auch von außen schön anzugucken, daher schlenderte ich noch ein wenig über die Mall und ruhte mich in einem der vielen (Skulpturen-) Gärten aus.


Nach einer Fahrt durch die Stadt kam ich dann ziemlich erschöpft nach einem langen Tag im Hostel an und musste mal wieder mit erstaunen feststellen, wie klein die Welt ist. Ich wartete gerade auf den Verwalter zum Einchecken als ich mit Erstaunen ein bekanntes Gesicht erblickte (das mich ebenso erstaunt zurück anguckte). Ein Kommilitone aus meinem Semester hatte sich ins gleiche Hostel in Washington verirrt wie ich. Er hat gerade ein Praktikum bei Siemens in den Staaten hinter sich und reist jetzt noch ein bisschen rum. Per Greyhound, was wohl nicht so ganz angenehm ist. Deshalb gabs nur nen kurzen Plausch und dann ging es ab in die Heia, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

Meine erste Anlaufstelle war dann am nächsten Morgen die Union Station, der alte Bahnhof den ich mir aber irgendwie noch "größer" vorgestellt hatte. Danach setzte ich mich abermals ins Auto um mal raus nach Arlington zu fahren, denn die Museen machen erst um 10 auf und da hatte ich noch ein wenig Zeit um mir den Ehrenfriedhof mit all den kleinen weißen Marmor-Gedenksteinen und dem Grabmal John F Kennedys anzugucken. Zufälligerweiße stolperte ich dann noch in die Wachwechsel-Zeremonie am Grab des unbekannten Soldaten, und irgendwie läuft dieser militärische Protz-Akt doch überall gleich ab - konnte dem gleichen ja neulich in Stockholm schon beiwohnen.

Zurück in der Innenstadt begab ich mich dann in das langersehnte "National Air and Space Museum" der Smithsonian Institution (die in ihrerm Gesamtheit den größten Museumskomplx der Welt bildet). Eigentlich hatte ich nicht vor, länger als 3-4 Stunden hier zu verbringen, denn es warteten ja noch viele weitere interessante Museen und der Zoo auf meinen Besuch. Wiedermal durch einen glücklichen Zufall kam ich in eine kostenlose Führung rein, während derer uns ein ehemaliger USAF-Pilot in 2 1/2 Stunden durch die Geschichte der Fliegerei führte. Eine wirklich seeeehr informative und unterhaltsame Führung, die ich nur empfehlen kann und während derer es viele Informationen gab, an die man sonst nicht herankommt. (OK, insbesondere beim Thema WW II wurde es dann auch recht pathetisch, aber das erwartet man ja schon fast hier in den USA ;) ) Von den Flugversuchen der Gebrüder Wright Anfang des 20. Jahrhunderts über Charles Lindberghs Flug über den Atlantik 1927 bis zum "Space Race" zwischen den USA und der UdSSR war für jeden was dabei, und es ist wirklich toll mal diese ganzen berühmten Original-Modelle live zu sehen. Fasziniert war ich z.B. von dem Comand Modul Columbia, mit welcher die Apollo 11-Crew von der (angeblich) ersten Mondlandung zurückkehrte. Das Teil sieht schon wirklich echt aus, und da habe ich mal ganz kurz daran gezweifelt ob die Mondlandung tatsächlich in einem Hollywood-Studio inszeniert wurde... ;)

Nach der Tour war für mich aber noch lange nicht Schluss, dafür gibt es in dem Museum einfach zu viele Exponate die das Herz eines Aerodynamik-Studenten höher schlagen lassen. Außerdem sind mir auch hier im Museum wieder 2 alte Bekannte über den Weg gelaufen... Letztlich habe ich also den gesamten Tag (7 1/2 Stunden) in dem Museum verbracht, und es hätte locker noch ein weiterer Tag sein dürfen. Hoffentlich ist beim nächsten Mal dann auch die DM1 ausgestellt, ein Gleiter zur Erprobung des Überschallfluges und ein Kooperationsprojekt der Akafliegs Darmstadt und München. Der Flieger wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Alliierten in die USA verschifft, dort aerodyamisch vermessen und dann in irgendeinem Hangar eingemottet wurde. Seither vergammelt das gute Stück wohl unter Aufsicht der Smithsonian Institution, hat aber wenigstens für diverse Überschall-Entwicklungen Pate gestanden!

(Hier ein Link zu einem aufschlussreichen Überblick über das DM-Projekt - Danke an die Münchner Kollegen! ;)

Wegen des Zeitmangels hab ich es dann auch nicht mehr in den Zoo geschafft weil der ebenfalls so früh zumacht und bin dann gen Heimat aufgebrochen. Über die Interstate 66 und einen Abstecher ins abendliche Shenandoah Valley fuhr ich dann innerhalb von 5 Stunden wieder nach Blacksburg, und ließ diesen schönen Ausflug nochmal Revue passieren. Nach insgesamt 632 Meilen bzw 1017 Kilometern kam ich dann spätabends wieder in Blacksburg an, und hatte nur 52 Dollar für Benzin ausgegeben... America Bless God, oder so... ;)