Samstag, 30. Juni 2007

Wine Social

Nachdem diese Woche in akademischer Hinsicht wirklich nicht berauschend war und ich kaum ein Stück vorangekommen bin habe ich mir dieses Wochenende ja redlich verdient! Um standesgemäß ins Wochenende zu starten und vielleicht endlich mal ein paar Leute kennenzulernen habe ich gestern abend am sogenannten "Wine Social" der Graduate Students Association teilgenommen.

Ein "Social" ist ein gesellschaftlicher Event, der dem Zwecke dient, Studenten und Doktoranden anderer Fachbereiche kennenzulernen. Von dieser Studentenorganisation werden dazu immer wieder mal Gelegenheiten angeboten, vom Bootsausflug über Radtouren bis zu der Wein-Verköstigung, die gestern auf dem Programm stand. Traurigerweise gab es nur spanische und australische Wein sowie einen deutschen Riesling (der eher nach Limo schmeckte, so "lieblich" war der) zur allgemeinen alkoholischen Erheiterung. Obwohl auch hier im New River Valley angeblich ganz gute Weine angebaut werden, war von den lokalen Spezialitäten weit und breit nichts zu sehen.

Wenigstens habe ich dann aus der Ferne an der Weinbar Daniel erspäht, den Stuttgarter Luft- und Raumfahrttechniker mit dem ich schon mal mittags essen war. Als ich mich näherte stellte ich erstaunt fest, dass er auf Deutsch mit der ihn umgebenden Runde kommunizierte. So lernte ich dann noch diverse weitere Germans kennen, scheinbar gibt es doch eine erkleckliche Anzahl deutscher Studenten in Blacksburg. Neben den Deutschen bestand die Mehrheit der anderen Teilnehmer aus Gaststudenten aus aller Herren Länder, Amerikaner waren offenbar in der Minderheit. Nach dem Ende des Socials - Weinausschank gab es nur zwischen 17:30 und 21 Uhr - brachen wir in einer illustren Runde aus Deutschen, Indern, Italienern, Franzosen, Marokkanern und ein paar Amerikanern in Richtung "Cellar" auf, denn nach dem ausgiebigen Genuss diverser Perkelsäfte benötigten wir etwas Nahrhaftes in fester Form. Im Cellar war gut was los, ließen sich doch recht viele Stundenten nach dem gestrigen Ende der Sommer-(Nachhol-)Klassen ein Bierchen in den Kneipen der Blacksburger Downtown schmecken.

Nach diversen Pitcher unterschiedlicher Ales und Biere begaben wir uns dann noch ins "Rivermill" und später sogar noch ins "Hokie House". "Bier auf Wein, lass das sein", und weil ich ja bereits gegen diesen Grundsatz verstoßen hatte und keine Gerstensäfte mehr sehen konnte genehmigte ich mir zum Abschluss dort noch ein Vodka Lemon... Man gönnt sich ja sonst nicht, und schlimmer kann der Kater ja eh nicht werden ;)

So sitze ich heute also hier in meinem Zimmer, draußen regnet es und ich kuriere meinen dicken Kopf aus - aber dafür hab ich wenigstens mal ein paar Leute in meinem Alter kennengelernt und fühl mich nicht mehr ganz so alleine hier in dieser Stadt.

Mittwoch, 27. Juni 2007

What a (wonderful) world

Müdigkeit. Kopfschmerzen. Nichts klappt auf der Arbeit, es geht keinen Meter voran. Und ständig kommen neue Aufgaben hinzu, die bewältigt werden wollen. Und das an einem Tag, wo man nachts zuvor kein Auge zubekommen hat.

Was gibt es da besseres als Musik zum Entspannen?



Unglaublich dass diese wunderbare Interpretation von "Somewhere over the rainbow" sowie "What a wonderful world" von einem 800 Pfund schweren Hawaiianer stammt. Was lernt man daraus?

Nichts ist unmöglich.

Morgen ist ein neuer, schöner Tag.

Und irgendwo am Horizont gehts auch wieder weiter.

Premieren

Eine Woche voller Premieren. Am Sonntag abend zunächst mal das erste richtige gemeinsame Essen mit meinem Mitbewohner Neeraj (im Bild ganz links) in unserem Apartment.


Er hat für mich und seinen Freund Ganesh gekocht, das heißt es gab leckere indische Hühnchen-Gerichte (Butter Chicken und Tandoori Chicken), dazu Parrata (eine Art Fladenbrot) und noch ein Linsen-Dal. Abschließend dann noch einen leckeren Tee - mit Milch, natürlich!


Nachmittags durften wir sogar eine Art Monsun erleben, der ebenfalls an indische Verhältnisse erinnerte und mich davon abhielt, ein paar Bahnen im Pool zu schwimmen.

Auf dem Bild kann man es nicht wirklich erkennen, aber es fielen walnussgroße Hagelkörner vom Himmel. Zum Glück war ich nicht draußen als es innerhalb weniger Minuten losging mit dem Unwetter!

Gestern war es dann (als Kontrastprogramm) zum ersten Mal seit ich hier bin über 96° Fahrenheit heiß - d.h. knapp 36 Grad Celsius! Zusätzlich hatte ich nachmittags meine allererste Zahnbehandlung unter örtlicher Narkose. Zum Glück hatte ich gleich von Anfang an die Augen zu, hätte ich gesehen dass mir der Doc so eine riesige Spritze in den Mund rammt wäre ich vermutlich schreiend weggerannt. Bin ja nicht so der Spritzen-Fan... Naja, nach dieser Betäubung war das schlimmste ja dann schon überstanden und ich habe ne fesche neue Füllung für den Backenzahn bekommen, hoffen wir mal dass sie diesmal hält. Da ich der letzte Kunde des Tages war habe ich mich noch kurz mit dem Zahnarzt unterhalten können, und er meinte das fast alle Zahnfüllungen und Gerätschaften für Zahnärzte aus Deutschland kommen. Wusste ich nicht, wenn´s mit der Aerodynamik also nichts wird kann ich immer noch in die Medizingeräte-Industrie gehen ;)

Ist vielleicht auch besser so, denn seit gestern habe ich das erste mal eine Massenstrommessstrecke (häßliches Wort, erst recht nach der neuen Rechtschreibung ;) ) auszulegen. Das heißt wieder in ein neues Thema einlesen, sich hoffentlich kluge Gedanken machen und dann ne Menge Material für einen Haufen Geld bestellen. Und dann natürlich auch hoffen dass es funktioniert! Das Problem dabei ist, dass der Prof ab nächster Woche im Urlaub ist und der Kram eigentlich vorher abgesegnet und bestellt sein sollte. Also wieder mal Stress, deswegen fasse ich mich kurz und eile an die Uni, damit´s noch rechtzeitig fertig wird.

Ich muss weg...

Sonntag, 24. Juni 2007

Klima

Im Land der weltweit mit Abstand größten Umweltverschmutzer fragt man sich als klar denkender Europäer ja oft, was in den Leuten vorgeht wenn sie ihre Klimaanlagen bei offenen Fenstern betreiben oder mit dem Auto an den Pool fahren, obwohl nur 200m bis dorthin zu laufen wären. Was dabei rauskommt kann man ja jeden Tag erfahren, die globale Erderwärmung hinterlässt ihre fatalen Folgen. Schockiert habe ich feststellen müssen, dass sogar Frankfurt nun schon zum Teil der Tornado-Alley geworden ist (Link). Ein paar Kilometer weiter in Offenbach hätt's ja keinen gestört, aber dass nun neben diversen Holzhäusern im mittleren Westen der USA auch Dachziegel in Oberrad von schweren Verwüstungen bedroht sind stimmt mich nachdenklich.

Zum Glück gibt es noch wahre Helden des dreckigen Alltags die sich der fortschreitenden Kanibalisierung unserer Umwelt widersetzen: so wie die Yes Men, die sich vor kurzem auf einer Konferenz führender nordamerikanischer Ölfirmen mit einem atemberaubenden Vortrag hervorgetan haben (näheres hier oder auf englisch hier). Vor versammelter Prominenz hatten sie sich als Vertreter von Exxon, einer der größten Öl-Verpester der Welt, ausgegeben und eine revolutionäre alternative Ölgewinnungsstrategie vorgestellt. Die Opfer, die es aufgrund des Klimawandels unweigerlich geben werde, können doch dazu verwendet werden, aus den Leichen Öl zu gewinnen. Interessanterweise haben die Vertreter der Firmen sich den Vortrag seelenruhig angehört und erst ganz gegen Ende die Charade aufgedeckt. Das zeugt von einer unglaublichen Kaltschnäuzigkeit der Lobbyisten. Aber wir wissen ja, wo´s um großes Geld geht, ist keinerlei Platz für Moral. respekt auf jeden Fall für die Yes Men als Robin Hoods der Öl-Wirtschaft, so viel Courage muss man erst mal haben.

Zum Glück gibt es auf der Welt noch lustige Dinge, an denen man sich erfreuen kann - so zum Beispiel die Zwiebelfisch-Kolumne . Wenn man ja sonst nichts mehr zu lachen hat...

;)

Samstag, 23. Juni 2007

Eating Out

12 Uhr. Mittagspause. Aber meistens hat man ja nicht unbedingt von zuhause was zum Essen mitgebracht. Die Art Mensa die es hier gibt hat im Sommer nicht auf, was also tun wenn der Hunger unerträglich wird???

Zum Glück gibt es in unmittelbarer Nähe des Campus diverse Stätten, wo man seine Gelüste nach Nahrung stillen kann. Zur Auswahl stehen viele kleinere Restaurants, wo es Mittags zu halbwegs erschwinglichen Preisen gute Burger etc. gibt. Leider sind die um die Mittagszeit auch meist recht voll, und dabei ist ja momentan sogar Sommerpause an der Uni. Ich schätze mal während des Herbstsemesters wird es fast unmöglich, im Cellar, bei Mike´s Grill oder dem leckeren und preisgünstigen Mexikaner sowie den anderen netten Lokalitäten einen Platz zu ergattern.

Restaurants gibt es in allen Preisklassen, vorgestern waren wir zu Feier des Tages (eine Kollegin hatte ihre Dissertations-Präsentation gehalten und damit ihren Doktortitel erhalten) mal bei Boston Beanery, einem Restaurant das zwar wohl auch irgendwie Bohnen anbietet, auf der Karte habe ich aber vornehmlich Steaks und Burger ausmachen können. Der gegrillte Hamburger den ich hatte war auch wirklich gut, und die frischen Pommes dazu ebenfalls sehr lecker. Allerdings ist das nicht unbedingt etwas für die Portokasse, die man jeden Tag mit sich rumschleppt.

Über Buffalo Wild Wings habe ich ja bereits zu Beginn meines Blogs geschrieben, ist ebenfalls ein angenehmer Laden mit erhöhtem Preisniveau, dafür kann man den ganzen Tag auf etlichen Bildschirmen diverse Sportereignisse verfolgen: Vom Golf in England über US-College-Football bis zu Cricket oder Dart-Turnieren wird hier alles gezeigt, was irgendwie mit Sport zu tun haben könnte. Spezialität des Hauses sind die Hänchenflügel mit Soßen, die jeden (aber auch wirklich jeden) Geschmack abdecken, von luftig-mild bis unmenschlich-scharf (ich berichtete).

Als Alternativen buhlen diverse Fast-Food-Ketten um die Gunst des hungrigen Kunden. Hier gibts die aus Deutschland gewohnte Auswahl an Fleisch, Fisch(püree) und Hünchen(Imitat)-Gerichten. Zu der reichhaltigen Auswahl an diversen Geschmacksverstärkern gibts dann auch standardmäßig Refill sooft man will für die zuckerhaltigen Softgetränke. Dass der Hunger nach circa 2 Stunden zurückkehrt ist im Preis ebenso inbegriffen.

Meistens verschlägt es mich sowie die Kollegen aus der Scramjet-Gruppe dann also zu "Subby", einem Sandwich-Laden namens "Substation II". Es ranken sich diverse Gerüchte darum was die 2 im Namen soll zumal es keinen Laden namens Substation I oder ähnliches gibt. Angeblich ist der Schuppen mal niedergebrannt und anschließend als Version II wiedereröffnet worden. Jeder der Subway (auch in Germany zu finden) kennt kann sich grob vorstellen, was das Sortiment ausmacht.

Hauptsächlich gibt es "Subs", d.h. Sandwiches in allen Belegungskombinationen. Die Stullen werden frisch vor den Augen des Kunden mit den gewünschten Zutaten belegt. Jeden Tag gibts ein "Today´s special", ein bestimmtes Sandwich mit einer Packung Chips und einem Kaltgetränk dazu, kostet so um die 5 Dollar. Damit ist es erschwinglich, frisch, schnell zur Hand und dazu noch erstaunlich gut - alles was ein armer Student so braucht!


Und so sieht ein Mittagsmenü dann aus. Leider bin ich schon fast süchtig nach Chips oder Tortillas mit Käse-Geschmack, das macht den Effekt der gesunden Beilagen auf dem Sandwich wieder zunichte. Aber irgendein Laster muss man ja haben, und solange ich nicht zu sehr zunehme und nicht als Fleischklopps zurückkehre kann ichs mit meinem Gewissen gut vereinbaren.

Ach ja, wo wir gerade bei Fleischkolossen sind: Die Galaxy hat´s dieses Jahr leider nicht geschafft den "Yello Strom World Bowl" am Main zu behalten, in einem wirklich guten und packenden Spiel bezwangen die offensiv und fast fehlerfrei spielenden Hamburg Sea Devils die Galaktischen mit 37 zu 28. Freu mich schon auf die (College-)Football-Saison hier in den Staaten!

Go Hokies go!

Update

Halbzeit beim Worldbowl, und ich hab sogar ne Möglichkeit gefunden das Spiel von zuhause aus über Internet zu schauen. Leider liegt die Galaxy 23:14 hinten, aber noch ist ja nichts verloren!
Kein einziger Punt im Spiel bis jetzt, super Offensive-Play - ein tolles Spiel! Und ich hab noch die "tolle" US-Werbung während die Leute im Stadion in den Pausen warten dass es weitergeht. Fast hätte ich mir schon das Auto-Polier-Set bestellt und nen Kredit aufgenommen: nur 2 der tollen Sachen, die hier angeboten werden!

Eben war Meat Loaf in der Halbzeitshow zu sehen, unglaublich das der Kerl immer noch Musik macht (wie alt ist der eigentlich???). Der Fleischklopps erinnert mich immer an Baron Vladimir Harkonnen. Bin total im "Dune"-Universum gefangen und habe hier schon 2 Bücher aus der Serie gelesen (zusätzlich zu den 4 die ich in Deutschland schon gelesen hatte)...
So, das Spiel geht weiter! Viel Spaß!

VT vs VT

Heute findet ja im WALDSTADION in Frankfurt das Endspiel der NFL Europa statt - und dieses American Football-Spiel wird auch in die USA übertragen. Selbstverständlich wird dies hier nicht ganz so sehnsüchtig erwartet wie der Superbowl, ehrlich gesagt ist das für die Amis viel unwichtiger als das unwichtigste Saisonspiel der hiesigen NFL. Aber hey, ist ja auch nur so etwas wie ein Trainings-Camp für die Ersatzspieler aus den Kadern der US-Teams.


Dafür heißt es dann heute aber eben auch: Virginia Tech spiel gegen Virginia Tech! Auf Seiten der Hamburg Sea Devils spielt Nathaniel Adibi, Defensive End und ehemaliger "Student" der Virginia Tech. Für die Galaktischen spielt Jason Murphy. Beide haben hier in Blacksburg "Apparel, housing and resource management" studiert... Ich schätze mal das ist der Abschluss den man hier bekommt, wenn man 5 Tage die Woche auf dem Trainingsgelände steht, Spielpläne auswendig lernt und sich mit vollem Karacho anderen 140 Kilo-Brocken entgegenstürmt - und dadurch das Uni-eigene Football-Team tatkräftig unterstützt. Denn College-Football ist hier in den Staaten ja eine sehr angesehene Sache, und ich freu mich auch schon ein bisschen auf die Saison die im September losgeht. Man kann dafür als VT-Student Freikarten bekommen, muss dazu aber an einer Art Lotterie teilnehmen. Ich hoffe ich werde wenigstens für ein Spiel mal gezogen und kann mir das Spektakel anschauen - das Lane-Stadium zählt zu den besten Uni-Anlagen der Staaten und hat Platz für 65.115 Menschen. Da ist sicher gut was los!

Freitag, 22. Juni 2007

Indian Connection

Dienstag abend war ich mit meinem Mitbewohner Neeraj und nem Kumpel seinerseits namens Ganesh (hoffe ich schreibe das richtig...) auf ein paar Runden Billard und ein bis zwei Bierchen in ner Kneipe in Downtown Blacksburg. Neeraj hatte an diesem Tag endlich sien Projekt beendet und wollte dies mal ausgelassen feiern und Frust abbauen, und da hab ich nicht Nein gesagt. Aus den paar Runden wurden dann circa 5 Stunden und ein bis 2 Pitcher: ein netter Abend! Im Billard bin ich zwar nicht so geübt wie die beiden und hab dementsprechend eine schlechte Figur abgegeben, aber ich werd trainieren und dann gewinn ich vielleicht auch mal öfter ;)

Interessanterweise hat Neeraj, als es dann an die Planungen für die Heimkehr ging, einen seiner indischen Freunde angerufen, der uns dann auch prompt abgeholt und in unser Apartment kutschiert hat. Praktisch, wenn man so eine eingeschworene Gemeinschaft hat die einen in angetrunkenem Zustand auch Nachts um 2 noch heim bringt. Offenbar ist es hier eben auch so wie fast überall: die Leute gleicher Nationalität halten und rotten sich zusammen und man verbringt die meiste Zeit unter Gleich"Gesinnten". War in Barcelona so, wo die Erasmus-Studenten sich auch meist unter ihresgleichen getummelt haben, und offenbar ist das auch so wenn man mehrere Jahre an einer ausländischen Uni studiert. Ich wundere mich ob ich da ein Exot bin, der (wenn man schon mal im Ausland ist) ja doch lieber mit "Einheimischen" zu tun haben will - oder zumindest nicht die ganze Zeit deutsch reden!

Dabei ist die Mehrheit der US-amerikanischen Bevölkerung ja ursprünglich sogar deutschstämmig, wie ich mit Erstaunen festgestellt habe:

wohlgemerkt: hellblau = deutsch!

An dem Abend habe ich dann in der Kneipe auch noch nen Kerl getroffen dessen Eltern aus Deutschland und Panama kommen. Neben Deutsch und Englisch konnte ich also auch noch ein wenig auf Spanisch parlieren und hab mal wieder Komplimente für mein gutes Spanisch bekommen - wer weiß ob das auch noch so gut ist wenn ich wieder zurückkomme ;)
Ach ja, und nicht zu vergessen meine dritte "Fremdsprache": Latein! Habe da zufälligerweise im Internet etwas gefunden und mich gleich mal testen lassen...

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,396070,00.html

Und das Ergebnis...


Und ich dachte ich hätte wirklich ALLES davon verlernt, seit ich keine Grabsteine mehr für den Unterricht übersetzen muss ;)

Neben der "Indian" gibt es hier auch eine ausgeprägte "China Connection" sowie diverse andere Nationalitäten an der Uni, vielleicht lern ich ja hier noch ne weitere Fremdsprache?!?!

Heute gibt es dann hoffentlich endlich noch ne andere "Connection": angeblich soll heute bei uns die Internetverbindung installiert werden, so dass ich mich hoffentlich ab diesem Wochenende auch mal öfter von zuhause aus zu Wort melden kann...

Dienstag, 19. Juni 2007

(Social) Security

Heute musste ich mich mal wieder um etliche organisatorische Sachen kümmern. Mein Mitbewohner und ich haben am Wochenende einen Blauen Brief erhalten, weil wir angeblich unsere Miete nicht bezahlt hätten. Diese Mahnung geht mit einer Mahngebühr von 75 Dollar einher, und wenn die Miete bis zum 20. des Monats nicht beglichen ist drohen rechtliche Schritte. Also bin ich heute morgen zur Verwaltung getigert und hab nachgefragt was da los sei, weil wir unsere Checks ja fristgerecht eingereicht hatten. Es stellte sich heraus dass es einen Verbuchungsfehler gegeben hatte und die Mahnung hinfällig sei, unser Geld ist also regelkonform eingegangen. Noch mal Glück gehabt...

Danach bin ich dann ins "Cranwell International Center" gefahren, eine Art Auffanglager für ausländische Studierende mit all ihren Problemchen und Anliegen. Heute war jemand von der Bezirksverwaltung zu Besuch, und da konnte ich dann endlich meinen Antrag auf Erteilung einer Sozialversicherungsnummer (Social Security Number) stellen. Leider sind die Leute vom Amt nämlich nur einmal im Monat da, und letzten Monat hatte ich dieses Event gerade verpasst. Nun darf ich hoffen, in circa 6 Wochen meine Sozialversicherungskarte in den Händen zu halten. Hoffentlich...

Zunächst mal musste ich wieder alle meine Unterlagen und Dokumente vorlegen und es wurden Kopien gemacht. Nun wird mit den Einwanderungsbehörden abgeglichen, ob ich auch legal hier bin und alles mit rechten Dingen zugeht. Früher musste man zur Beantragung der Sozialversicherungsnummer nur ein Online-Formular ausfüllen und nicht persönlich vorsprechen, aber seit diesem ominösen 11. September vor 6 Jahren ist hier ja alles anders. Denn natürlich hatten Mohammed A. und seine Komplizen auch ne Sozialversicherungsnummer in den USA! Und deshalb... muss man es zukünftigen Terroristen uns sonstigen Ausländern zusätzlich erschweren, diese Formalie zu erledigen!

Generell war ich neulich etwas überrascht, dass es tatsächlich auch (scheinbar) gebildete Menschen hier gibt, die den Anti-Terror-Kurs vom Oberschlächter Bush unterstützen. Vor einigen Tagen war ein externer Professor für einen Gastvortrag über Reisen ins All und neue Antriebstechnologien an unserem Institut, und er wurde nicht müde zu betonen dass die Forschung momentan auch deshalb in der Krise steckt, weil so viel Geld in militärische Ausgaben gepumpt wird statt in zukunftsträchtige Konzepte. Aber nicht dass er irgendetwas daran auszusetzen gehabt hätte. Denn es gäbe ja "eine Menge Leute, die uns töten wollen". Und wenn dieser "Krieg gewonnen" sei, können man auch wieder in Ruhe zu den Sternen greifen und der Raumfahrtforschung mehr Geld zugestehen.

Manchmal zweifle ich doch an einigen Geistern, die mich hier umgeben...

Sonntag, 17. Juni 2007

Sommer, Sonne, ... Einsamkeit

Heute war mal wieder so ein Tag, wo ich trotz allerschönsten Sonnenscheins, sommerlicher Temperaturen und sonntäglicher (Arbeits-)Freiheit wieder gewisse Bedenken habe, warum ich das hier überhaupt mache. Zwar war ich heute morgen Basketball-Spielen (allein), schwimmen im Pool (allein) und hab ne Menge gelesen (allein), aber so richtig geborgen fühl ich mich dabei nicht. Vielleicht hab ich am Wochenende auch einfach zu viel Zeit um Nachzudenken und Simone, meine Eltern sowie das deutsche Essen zu vermissen...

Die Arbeit unter der Woche hält halt doch auf Trab und lässt kaum Zeit zum Nachgrübeln. Aber am Wochenende beschleichen mich dann jedesmal solche Zweifel und Gedanken, ob es eine Diplomarbeit in Deutschland, bei ner netten Firma oder an der Uni, nicht doch auch getan hätte. Auslandserfahrung hin oder her, vom kulturellen Austausch hab ich bisher noch nicht viel gehabt - mangels Leute, die an meinem Leben teilhaben.

Mein netter Mitbewohner ist momenten leider immer noch mit einem wichtigen Projekt beschäftigt und der arme arbeitet wirklich Tag und Nacht - heute kam er wieder mal nachts um 4 aus dem Büro in der Uni heim! Da kann ich ihm es nicht verübeln, dass er keine Zeit hat mit mir und seinen Kumpels mal einen draufzumachen.

Und an der Uni !?!? Die Leute da sind zwar alle wirklich freundlich und nett, aber es sind eben doch irgendwie Kollegen, und außerdem haben auch die momentan genug um die Ohren. 4 von 5 Doktoranden des Professors beenden diesen Sommer ihre Projekte und verlassen als PhDs die Uni. Wenn ich mal den Arbeitsaufwand für die Studienarbeit in den letzten Wochen auf eine dreijährige Forschungstätigkeit hochextrapoliere wage ich mir kaum vorzustellen, unter welcher Anspannung die gerade stehen. Und einer ist letzte Woche dazu noch zum zweiten Mal Vater geworden!

Nicht mal meine Zahnfüllungen wollen mehr was mit mir zu tun haben, wie das nebenstehende Foto beweißt! Sie machen es sich lieber auf meinem Laptop gemütlich, nachdem der Zahnarzt sie mir letzte Woche entfernt und eröffnet hat, dass ich wohl ne neue Füllung für den Backenzahn benötige.

Wie dem auch sei, bleibt mir wohl nichts anderes üblich als auf bessere Zeiten zu hoffen, wenn das Semester wieder losgeht ist hier in der Apartmentsiedlung sicher auch wieder mehr los und Kontakt schneller aufgebaut als im Moment. Während meiner Zeit in Barcelona war die Anfangsphase ja auch am schierigsten, weil man sprachlich noch nicht so versiert ist und ich mit meinen Kontakthemmungen ja ohnehin nicht so ohne weiteres mit fremden Leuten ins Gespräch komme.

Und dazu noch diese nervige Internetverbindung, die ständig zusammenbricht wenn ich gerade mal Kontakt zurück nach Deutschland etabliert habe...

Nevertheless, keep on smiling! Ich gehe dann also mal meine Wäsche aus der Maschine holen...


We are the Hookies, we will prevail!

Samstag, 16. Juni 2007

Und es geht doch!

Nachdem ich mal wieder kaum ein Auge zubekommen und stundenlang wachgelegen bzw. mich auf meiner Matratze rumgewälzt habe war´s mir nun eben zu blöd und ich bin aufgestanden. Und mein erster Gedanke war: Hab ich vielleicht heute mal wieder Internet zuhause? ;)
Und siehe da: es klappt! In den letzten Tagen war es ja irgendwie unmöglich, sich in das Drahtlosnetzwerk meiner Wahl einzuwählen, aber heute gehts zum Glück wieder. Wobei mein Mitbewohner und ich uns mal langsam Gedanken über eine Alternative machen müssen.

Dann habe ich gleich mal bei Simone angerufen, leider war die gerade im Umzugsstreß und am Kisten schleppen, daher war es nur ein kurzes Gespräch und ich muss mir eine andere Beschäftigung am frühen Samstag morgen suchen (Der Supermarkt macht erst in ner Stunde auf und der erste Bus zu Walmart fährt erst in 3 Stunden...). Und was macht man nicht alles wenn einem langweilig ist ?!? Ich zumindest habe mir eben zum allerersten Mal (legal) Musik aus dem Internet heruntergeladen und den iTunes Music Store ausprobiert. Und hey: das ganze klappt wirklich gut! Ich bin da zwar ein absoluter Spät-Starter und bisher ja nicht wirklich ein Apple-Fan gewesen, aber nachdem ich nun weiß dass die Firma im Internet einen wirklich guten Musik-Service anbietet und ich auf dem Flug hierher eine Reportage über Steve Jobs gesehen habe spiele ich in der Tat mit dem Gedanken, mir nen iPod zuzulegen. Oder vielleicht sogar ein MacBook, wenn mein gutes Samsung-Notebook bald mal den Geist aufgibt. Apple-Produkte sind hier in den USA ja nochmal ein gutes Stück günstiger als in der Heimat, dazu gibt es zum Teil noch Studentenrabatte. Mal schauen, bin ja noch ne Weile hier und muss nichts überstürzen.

Jetzt werde ich mir erst mal die Haare schneiden. Einen schönen Samstag noch! :)

Freitag, 15. Juni 2007

Radio, Labview...

Puh, wieder eine (Arbeits-)Woche rum! Eine relativ monotone und langweilige dazu, denn ich habe mich die ganze Woche mit der Labview-Programmierung einer Software herumgeschlagen, die ich benötige um meine Messungen durchführen zu können. Muss halt leider auch sein sowas, aber es ist schon gut zu wissen dass es Leute gibt die Informatik studieren und sich mit sowas rumschlagen müssen wenn man mal später in ner Firma arbeitet ;)

Was mich momentan am meisten ärgert ist, dass es hier kein gescheites Radioprogramm gibt. Da ich ja jemand bin, der in Deutschland eigentlich den ganzen Tag das Radio laufen hat, ist es komisch, darauf mehr oder weniger verzichten zu müssen. Auf der Arbeit macht es mir nichts aus, aber wenn ich heimkomme möchte ich doch wenigstens ein bisschen Musik und Nachrichten hören. Aber nichts da... Das Programm hier ist einfach ungenießbar. Es gibt zwar ein paar nette Sender (Ein Rock-Sender namens "The Bear" und einer namens "100 Top Wanted"), aber diese spielen halt immer nur die gleichen Titel bzw. die gleiche Art Musik. Klar, man kann hier alle 10 Minuten vom Rock- zum HipHop-Sender oder zum Country-Kanal oder gar zur "Christlichen Radiostation" wechseln, aber wer will das schon?!?! Ich will von allem ein bisschen, und dazu relevantere Nachrichten als dass in Christiansburg ein Truck in eine Baustelle gefahren ist oder dass heute der 50. Jahrestag der Gründung der AirForce-Base XY ist. Für globales Geschehen ist hier in den Nachrichten leider kein Platz.

Naja, muss ich halt meine MP3s auf dem PC bemühen und hoffen, dass mir mal jemand ein bisschen aktuellen Nachschub schickt ;)

Da meine Internetverbindung zuhause momentan katastrophal ist denke ich werde ich mich erst nächste Woche wieder von der Arbeit aus melden, ich wünsche ein schönes Wochenende!

Sonntag, 10. Juni 2007

So sieht´s aus...

... in "meinem" Apartment! Zunächst gewähre ich Euch mal einen kleinen Einblick in mein momentanes Schlafzimmer. Momentan, weil ich mit meinem Mitbewohner (der gestern eingezogen ist) ausgemacht habe, dass wir nach 3 Monaten die Zimmer tauschen. Das wo ich momentan drin bin ist nämlich größer und ein wenig komfortabler, es gibt einen riesigen Kleiderschrank und liegt direkt neben dem Bad. Dafür ist auch die Klimaanlage direkt neben an, und wenn die anfängt zu Brummen ist der Spaß zuende. Aber alles hat halt Vor- und Nachteile!

Auf den Bildern seht ihr nen Schreibtisch und ne Komode, die gehören zur Einrichtung unseres Vormieters und werden - ebenso wie die restlichen Möbel - morgen abgeholt. Dann hab ich nichts mehr zu Füße hochlegen, aber für die paar Monate ist das zu ertragen. Hauptsache ich hab ein Bett und nen Stuhl (konnte mir einen vom Speermüll ergattern ;). Die Lampe hab ich bei Walmart günstig erstanden und leistet gute Dienst, auch wenn das obige Bild aufgrund der Gegenlichtsituation sehr dunkel ist. Ich arbeite noch an meinen fotografischen Fähigkeiten... ;)

Ein Blick ins Bad verrät, dass ich gestern bei Walmart einen Duschvorhang erstanden hab und die Platzverhältnisse nicht wirklich ausladend sind, aber für 2 Personen wird es reichen (müssen). Dafür habe ich endlich wieder eine Badewanne - wobei ich die ja eher bei kalten Temperaturen zu schätzen weiß. Und laut Aussagen meiner Kollegen beginnt der harte Winter hier meist erst im Dezember, und da bin ich ja schon wieder weg. Tja, auf das richtige Timing kommt es halt an...

Noch stehen in dem großen Wohnzimmer Sofas und ein großer Esstisch, aber auch die werden morgen verschwinden. Dann wird´s ziemlich leer aussehen, und wenn die Jalousie zum großen Balkon aufgezogen wird noch mehr. Platz ist hier ja generell nicht das Problem, man schaue sich nur den riesigen Campus an,! Aber dafür gibt es eben im Umkreis von 30 Meilen auch nur noch wenige größere menschliche Ansiedlungen.

Unsere Küche ist ebenfalls recht ausladend, aber das muss ja auch so sein! Denn eine amerikanische Durchschnittshaushalt hat ja einen Kühlschrank, in den mindestens ein ganzes Schwein und ein selbst erlegter Bär reinpassen. Der Ofen hat ähnliche Ausmaße und die Spülmaschine ist natürlich obligatorisch. Wer will sich denn schon die Hände nass machen!?!? Also hat man ein Gerät, in welches alles Geschirr aus dem Weißen Haus reinpassen würde, blöd nur wenn man nicht so viel Kram zum reinstellen hat. Aber was soll´s, Wasser kostet ja (fast) nichts und ist in der Miete schon fest mit drin.

Thema Ozonloch??? Ach, ich hab noch keins gesehen...

Donnerstag, 7. Juni 2007

Zwischenbilanz: 10%

Nun bin ich schon 20 Tage in den Staaten, und merke gerade dass ich mich seit 3 Tagen nicht mehr gemeldet habe. Ein Zeichen, dass ich hier langsam in Fahrt komme, immer mehr zu tun habe und kaum noch zum Internet-Surfen oder Bloggen komme. 10% Meines Aufenthaltes sind nun schon rum, und bis auf diverse Kleinigkeiten und die erwähnten Startschwierigkeiten gibt es nichts zu meckern: es hätte schlimmer kommen können. Die Einreise war unkomplizierter als erwartet, meine erste Begegnung mit der örtlichen Polizei ("Warum fahren sie mit dem Rad entgegen der Einbahnstraße?" "Aber Sir, die Straße ist doch wegen einer Baustelle gesperrt, da fährt ohnehin kein Auto!" "Absteigen, schieben!") hab ich auch ohne Knast-Aufenthalt überstanden und eben bin ich in stockfinsterer Nacht von der Uni durch die Felder nach Hause gefahren. Die paar Glühwürmchen am Wegesrand haben leider mehr irritiert als illuminiert, aber dennoch bin ich heil nach Hause gekommen und weder mit einer Kuh noch mit einem Kuhzaun kollidiert. So bin ich nach meinem ersten 13-Stunden-Arbeitstag also doch wohlbehalten zuhause angekommen und werde mich nun gleich mal in die Heia begeben, denn morgen wartet wieder ein Batzen Arbeit auf mich.

Montag, 4. Juni 2007

What I´m doing all day

Da ich nun schon mehrfach gehört habe, dass keiner so recht weiß womit ich den lieben langen Tag meine Zeit vertreibe und woran ich eigentlich genau arbeiten soll - letztendlich, WARUM ich überhaupt in der US-amerikanischen Provinz hocke - möchte ich heute mal versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Da ich seit Freitag auch grob eine Vorstellung davon habe, was mein Prof von mir erwartet, kann ich dies mit gutem Gewissen tun. Auch wenn das Thema meiner Diplomarbeit freilich noch nicht 100%ig schwarz auf weiß auf echtem Papier festgehalten ist ;)

Die Gruppe um Professor Dr. Schetz an der Virginia Tech arbeitet an Überschall-Flugantrieben. Dazu stehen mehrere Windkanäle zur Verfügung. Und weil Flugantriebe aus verschiedenen Teilen bestehen, gibt es verschiedene Forschungsgruppen zu den einzelnen Komponenten. Ich bin in der Gruppe, welche die Einspritzung von Kraftstoff in die Brennkammer eines Überschalltriebwerkes untersucht. Antriebe für Überschallflüge gibt es in verschiedenen Ausführungen.
Für spezielle Anwendungen wie die X-43 der NASA, welche extrem hohe Fluggeschwindigkeiten erfordern (um die 10fache Schallgeschwindigkeit, also knapp 3km pro Sekunde!) werden Triebwerke verwendet, bei denen die Verbrennung des Kraftstoffs ebenfalls im Überschall stattfindet. Dies stellt ganz besondere Anforderungen (alle die mal was mit Überschallströmungen zu tun hatten wissen, was ich meine), generell kann man sagen, dass die Zeit, welche ein Kraftstoffteilchen im Triebwerk ist, extrem kurz ist. Daher muss der Kraftstoff möglichst effektiv mit der durchströmenden Luft vermischt und dann gezündet werden, um eine gute Verbrennung zu erzielen. Und genau an der Verbesserung der Vermischung arbeiten wir hier in Blacksburg. Diese Triebwerke, bei denen die Verbrennung im Überschall geschieht, nennt man im Fachjargon "Scramjet". Wer´s genauer wissen möchte, der schaue einfach bei Wikipedia nach.

Verbessern kann man die Kraftstoffvermischung durch unterschiedliche Einspritz-Geometrien (so wie es beim Auto auch Direkteinspritzer etc. gibt), und die untersuchen wir in Windkanälen. Normalerweise wird für solche Scramjet-Triebwerke Wasserstoff als Kraftstoff verwendet. Weil das Zeug nicht so einfach zu handhaben ist verwenden wir in unseren Experimenten Helium, was von den Stoffwerten her ähnlich ist. Das lässt sich nicht verbrennen, aber uns geht es ja auch nur um die Vermischung des Heliums mit dem Luftstrom durch das Triebwerk.

Mit Hilfe einer speziellen Sonde lässt sich die Heliumkonzentration im Windkanal während des Versuchs messen, und das ist das worum es hauptsächlich geht: Die Untersuchung der Konzentration von Helium in einer runden Brennkammer, wobei das Helium durch diamantförmige Öffnungen eingespritzt wird. Das ganze soll besser sein als die konventionelle Einspritzung durch runde Öffnungen, ob´s tatsächlich so ist werden meine Messungen dann hoffentlich zeigen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg...


Erst mal muss ich mir überlegen, wie ich die Sonde in den Windkanal hineinbekomme und dann auch noch verstellbar gestallte. Allein das Hineinhalten der Sonde in den Luftstrom stellt schon einige Herausforderungen an die Struktur des Versuchsaufbaus, wenn man sich vor Augen führt, dass die Luft mit ca. 1200 m/s bzw. 4320 km/h auf diese zarte Sonde prallt.

Ob mir was cleveres einfällt teile ich dann die Tage mit, drückt mir die Daumen!

Sonntag, 3. Juni 2007

Umzug

Gestern bin ich mit meinem gesamten Hab und Gut in mein Apartment umgezogen. Und weil ich es da nun 6 Monate aushalten muss habe ich mich vorher noch ein wenig mit Dingen eingedeckt, die man im alltäglichen Leben so braucht. Vormittags war ich also in der "New River Valley Mall" in Christiansburg (das ist der nächste "größere" Ort hier, eigentlich hat er seine Daseinsberechtigung nur weil da die Bezirksverwaltung sitzt). Und weil man hier auf dem Ländle ja so viel Platz hat klatscht man einen riesigen Gebäudekomplex hin, wo sich diverse Geschäfte akkumulieren. Vom Angebot in etwa vergleichbar mit dem Nordwestzentrum erstreckt sich das Gelände auf etwa der dreifachen Größe. Man hat´s ja...

Nebenan bei Walmart habe ich für knapp 70 Dollar das Notwendigste erstanden:
Teller, Gläser, Pfanne, Stehlampe, Glühbirnen, Bügeleisen, kurze Hose etc. pp. Vollbeladen hab ich mich dann wieder in den Bus nach Blacksburg gesetzt und wäre dabei fast erfroren. Das ich auf dem Walmart-Parkplatz so viele SUV und überdimensionierte Mittelklassewagen für kleinkarierte Dörfler sehen würde wie noch nie in meinem Leben zuvor hatte ich mir ja vorher schon gedacht. Klimaschutz lässt grüßen. "Andere reden vom Ozonloch, wir tun was!" Aber an diesen Klimaanlagen-Wahn muss man sich wirklich gewöhnen. Es war gestern nicht mal annähernd warm draußen, trotzdem musste der Busfahrer das Gefährt in eine arktische Eishöhle verwandeln. Auf dem Parkplatz geparkte Autos mit laufender Klimaanlage, während die Besitzer schön am Shoppen sind. Tztztztz....

Generell muss man sich in vielerlei Hinsicht umstellen. Gerade in der Umgebung großer Einkaufszentren würde man als Mitteleuropäer ja mal so etwas wie Bürgersteige erwarten. Aber in Virginia? Fehlanzeige! Da muss man, um von der Mall zu Walmart zu kommen, über die 6-spurige Straße irgendwie drüberhuschen und versuchen, dabei nicht von einem Truck mit Kuhfang erfasst zu werden.

Naja, that´s life. Nachmittags hab ich dann meine Koffer geschnappt und bin umgezogen. Luftlinie geschätzte 65 Meter. Da hatte ich schon echt Glück, dass das mit dem Apartment geklappt hat. Hätte ich meine Matratze bis ins Stadtzentrum schleppen müssen, hätten mich die Kühe auf der Weide bestimmt noch dümmer angeglotzt als sie das sonst immer schon tun. So hat das Ganze nur ne halbe Stunde gedauert und ich kann mich sogar ins gleiche WLAN-Netz einwählen wie schon seit 2 Wochen - leider ist hier die Verbindung weniger stabil ;) Aber wenn mein Mitbewohner irgendwann nächste Woche einzieht werden wir wohl auch hoffentlich eine feste Internet-Leitung bekommen. Und dann gibt´s noch viiiiiiiiieeeeeeel mehr zu lesen in diesem Blog!

Heute hat es dann den ganzen Tag geregnet. Allerbeste Voraussetzung also, um den Tag lernend und arbeitend drin zu verbringen. Ist zwar nicht meine Lieblingsbeschäftigung an einem Sonntag, aber morgen zur Arbeitsbesprechung will ich wenigstens etwas vorzuweisen haben. Habe daher stundenlang versucht, Widerstandsberechnungen für die Sonde in der Überschallströmung anzustellen. Hat natürlich nicht hingehauen, vielleicht weiß von Euch ja jemand Rat?

Samstag, 2. Juni 2007

Arbeit

Gestern hatte ich endlich mal eine klärende Besprechung mit meinem Professor. Er hat mir den genauen Versuchsaufbau erklärt, und nun hab ich eine Ahnung davon was ich machen soll bzw. wie ich an meine Arbeit herangehen muss. So konnte ich gestern endlich mal das Einspritzsystem sehen, mit dem ich arbeiten werde. Zusammen mit Kenny (er hat gerade seine Master Thesis fertiggemacht und arbeitet bis Juli noch am Institut) habe ich ein paar Anschlüsse angebracht und werde am Montag den Einbau in den Windkanal vorbereiten. Der nächste Schritt ist die Auslegung einer Sondenhalterung, damit werde ich mich wohl dieses Wochenende ein wenig beschäftigen denn am Montag ist wieder Gruppenbesprechung und da würde ich gerne schon ein paar Ergebnisse vorweisen können.

Gleich werde ich aber erst mal mit dem Bus zu Walmart fahren, denn ich muss noch ein paar Einkäufe tätigen - seit gestern habe ich endlich die Schlüssel zu meinem Apartment, und da dieses nicht eingerichtet ist, muss ich zumindest ein paar Küchenutensilien etc besorgen. Ich hoffe dass mich das nicht zu viel Geld kosten wird, mein Mitbewohner Neeraj hat zugesagt ein paar Sachen aus seiner alten WG mitzubringen. Ich werd trotzdem mal ein wenig shoppen gehen. Ist ja auch gut für die Seele ;)