Freitag, 30. November 2007

Bye Bye Blacksburg!

Die letzten Tage hatten es nochmal richtig in sich - auf der Arbeit wurde ich festgehalten, weil ich fuer die Versuche der Firma parat stehen und den Windkanal bedienen musste. Mittwoch abend konnte ich mich zwar irgendwann gegen 7 fuer das Fussballspiel loseisen (welches Virginia Tech gegen California mit 3:1 gewann, das aber hoechstens auf Landesliga-Niveau war). Aber auch am Donnerstag war ich dann wieder voll eingespannt, nebenbei hatte ich noch eine Kalibrierung der Sonde vorzunehmen und war damit doppelt belastet. Eigentlich wollte ich diesbezueglich ja nen lockeren machen und all die Dinge fuer meine Abreise vorbereiten, die Einkaeufe fuer meine Abschiedsfeier erledigen, probeweise Kofferpacken, die Wohnung putzen etc pp. gekommen bin ich zu (fast) nichts, die Einkaeufe fuer die Party habe ich 3 Stunden vorher erledigt und dementsprechend gab es als deutsche Spezialitaet auch nur Bratwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln zu essen - bloss nichts aufwaendiges und zeitraubendes!

Als Deko fuer die Party habe ich einfach ein paar Luftballons mit meinem Hauptarbeitsmedium gefuellt - Helium! Klasse wenn man dann doch ab und an das schoene mit dem nuetzlichen verbinden kann :) Die Party war auch trotz des einfachen Essens total klasse, es waren mehr Leute als erwartet da und dementsprechend wurden dann auch irgendwann die Sitzgelegenheiten knapp. Zum Glueck hat jeder irgendwas mitgebracht, seien es eben Tische und Stuehle oder etwas zu Essen wie das leckere indische Curry von Sayak, die Quiche von Sven, japanische Kartoffelbaellchen von Shinko, franzoesischer Schokoladenkuchen von Camille und die Tiramisu von Silvia. Spektakulaeres Highlight des Abends war aber mit Sicherheit die Entzuendung der Feuerzangenbowle, was hier in den USA vorher noch keiner gesehen hat. Da es draussen bitterlich kalt war und die Raucher ja auf den Balkon verbannt wurden genau das richtige, um sich innerlich aufzuheizen. Bei der Zubereitung und dem Ausschank der Feuerzangenbowle geht es ja nie so ganz ohne Sauerei, zum Glueck hat wenigstens der Teppich nichts abbekommen und nach dem heutigen 5 stuendigen Putzmarathon bin ich froher Dinge, dass ich zumindest ein paar Kroeten meiner Kaution wieder zurueckbekommen werde. Vorausgesetzt, Neeraj saut nicht wieder alles ein und macht ne gescheite Endreinigung ;)


Leider bin ich nicht alle Sachen, welche ich nicht mit nach Deutschland nehmen werde, losgeworden. Ich hatte eine Kiste mit all dem Ramsch vorbereitet, der sich so angesammelt hat in den letzten 6 1/2 Monaten. Und das ist ne ganze Menge. Daher durfte sich daran jeder bedienen, der Renner waren Buecher und die Golfbaelle sowie meine Fahrrad-Beleuchtung (das Fahrrad wollte leider keiner).
Den Rest habe ich dann zusammen mit den Party-Ueberbleibseln heute entsorgt und alles was mit in die Heimat soll in die Koffer gequetscht. Die wiegen jetzt gefuehlte 50 Kilo (jeder einzelne!), und ich bin mir fast sicher dass ich fuer Uebergepaeck bezahlen werden muss. Ich bin zwar der Meinung, noch relativ moderat eingekauft zu haben und habe auch eine Menge mitgebrachte Klamotten eingemottet, aber man unterschaetzt eben doch was sich so in 6 Monaten ansammelt.


Morgen frueh gehts dann also zum Flughafen, und langsam steigt die Aufregung und die Vorfreude bald wieder daheim zu sein. Ich kanns kaum noch erwarten! Sonntag morgen ists soweit! Andererseits hat der gestrige Abend mich dann doch auch ein bisschen traurig gestimmt, habe ich doch mal wieder gesehen wie viele nette Leute ich doch kennengelernt habe in der relativ kurzen Zeit und dass ich hier auch vermisst werde.


So, jetzt gehts aber gleich erst mal mit meinem Professor und den Kollegen auf ein abschliessendes Feierabend-Bier, fuehle mich geehrt dass mein Prof mich und die Kollegen dazu eingeladen hat (hat er wohl vorher noch nie gemacht, wenn jemand abgereist ist, selbst nicht bei den Doktoranden die 3 Jahre fuer ihn gearbeitet haben...) :)

Mittwoch, 28. November 2007

Endspurt

Puh, so kurz vor Schluss wirds dann doch nochmal ziemlich stressig und anstrengend. Zwar bin ich seit gestern ENDGUELTIG mit meinen eigenen Windkanalmessungen durch, aber seit heute ist ne Firma hier die den Windkanal fuer ihre Zwecke verwendet. Und da ich offenbar der Einzige bin, der das Teil bedienen kann, darf ich den Jungs natuerlich helfen und den ganzen Tag Handlanger spielen. Und weil die Kerle nur bis Freitag hier sind und bis dahin alles abgeschlossen sein muss, muss eben alles auch recht fix gehen. Auch der Kanal hat einen Zahn zugelegt, denn wir machen die Versuche jetzt bei Mach 6, also sechsfacher Schallgeschwindigkeit (bei mir warens ja "nur" Mach 4...). Und wie heizen Aerodynamiker ein Labor? Klar, sie verwenden den elektrischen Heizer bei 700 Grad (Celsius) und blasen mit Mach 6 Luft durch, die dann in den Raum stroemt. Warum einfach wenns auch kompliziert geht.

Eigentlich wollte ich ja heute ein bisschen einkaufen, daraus wird nun aber wohl doch nichts weil es schon wieder 18 Uhr ist, ich immer noch im Labor sitze und ich um 7 eigentlich das NCAA Championship Achtelfinale im Fussball zwischen Virginia Tech und California Tech gucken will. dann werd ich wohl morgen ein bisschen frueher Schluss machen, um die Abschiedsparty vorzubereiten, fuer die ich ein paar Leute in mein Apartment eingeladen habe. Wird bestimmt ganz lustig morgen, ich erwarte so etwa 10 Leute und wir werden indisches, deutsches, franzoesisches und italienisches Essen haben - mit amerikanischen Zutaten, selbstverstaendlich ;)

Und dann ist ja bald schon Freitag, also Koffer packen und die letzten Erledigungen erledigen. Bin also schon fast zuhause. Gedanklich zwar noch nicht so ganz, kann mir gerade kaum vorstellen dass ich in 3 Tagen wieder tausende Meilen mit dem Flieger zuruecklegen werde. Dafuer hab ich hier noch zu viel um die Ohren. Aber ich freu mich drauf!

Montag, 26. November 2007

Dress up for classes

Ueber den Kleidungs-"Stil" den hier manche Studenten an den Tag legen habe ich mich ja schon oft gewundert und auch ab und an darueber im Blog ausgelassen. Heute morgen war es aber mal wieder ganz abstruss. Vielleicht liegt es auch daran dass ich in den letzten Tagen der Thanksgiving-Ferien ohnehin kaum Menschen gesehen habe, aber was mir heute im Bus wieder ueber den Weg gelaufen ist laesst doch diverse Zweifel aufkommen, was in den USA als guter Geschmack gilt.
Zunaechst war da dieses Maedel, dass im Bus neben mir sass. Man konnte ihr foermlich ansehen dass sie heute morgen mal mindstens 2 Stunden im Bad gestanden hat, um sich zu schminken. Zu der Gesichtsmaske trug sie einen schicken roten Pulli, die unsaeglichen aber irgendwie ertragbaren Pluesch-Stiefel - und dann eine "Hose", die ich noch nicht mal auf eine "Bad Taste Party" anziehen wuerde! So ne Art Leggins, total ausgewaschen und mit Zitrusfruechten drauf. In Kombination mit dem Schlabber-T-Shirt unter dem Mantel sah das verdaechtig nach Schlafanzug aus.

Das war dann in der Kombination auch nur wenig verstaendlicher als der Kerl der mir gegenueber sass. Das es nun langsam kalt wird haelt ihn offenbar nicht davon ab, offene Schuhe zu tragen. Aber wenn man dann Socken dazu tragen muss, sieht das einfach noch laecherlicher aus.

Interessant war dann auch der Typ, der mir auf dem Weg zum Buero noch ueber den Weg lief. Ganz in schwarz, und in Leder. Schwarzer Lederhut. Schwarze Lederschuhe. Schwarzer Ledermantel, bis zu den Knien. Und dann zwischen den Knien und den Schuhen: kaesebleiche Beine. Moecht nicht wissen was der Kerl unter seinem Mantel traegt (oder ob er ueberhaupt was drunter anhat).

Jedenfalls finde ich es schon erstaunlich wie sich manche Leute hier in die Uni trauen. In Deutschland wuerde man dafuer von so einigen Profs mit Sicherheit aus dem Hoersaal geworfen. :)

Sonntag, 25. November 2007

Thanksgiving etc

Sonntag, der 25. November 2007, 9:05 Uhr. In genau 7 Tagen um diese Uhrzeit (MEZ, natürlich!) sollte Flug DL 020 aus Atlanta deutschen Boden berühren und mich zurück in die Heimat bringen. Ein paar Tage bleiben mir hier in Blacksburg also noch, aber langsam merke ich schon dass es dem Ende entgegen geht. Gestern beispielsweise habe ich meine letzten Versuche durchgeführt - ein letzter durchgearbeiteter Samstag, ein letztes Mal für eigene Zwecke Flaschen schleppen, das letzte Mal ueber komische Daten gewundert. Bleibt also "nur" noch die Auswertung und das Schreiben der Ausarbeitung, womit ich mich wohl wieder den ganzen Sonntag beschäftigen werde. Und langsam steigt auch die innere Anspannung ins Unermessliche, die mit der Rückreise verbunden ist. Ob alles in die Koffer passt. Ob mit dem Flug alles nach Plan klappt. Bald wieder bei Familie und Freunden zu sein. Mein Herz rast...

Diese Woche wurde hier in den USA ja Thanksgiving gefeiert. Aus diesem Anlass hatten die Studenten hier frei und sind grösstenteils zu ihren Familien oder sonst wo in den Urlaub gefahren, so dass der Ort und insbesondere der Campus mehr an eine Geisterstadt erinnert hat. Die einzigen, die zu dieser Jahreszeit in Blacksburg bleiben, sind die internationalen Studenten, die eben nicht mal schnell zu ihren Familien heimfliegen oder -fahren können. Ausser den paar Leuten die im Cranwell International Center am Dienstag beim Kuchenessen waren (es gab herzhafte und suesse Pies) hat man kaum jemanden gesehen. Aber was solls, ich war ja eh im Labor eingesperrt und hab nochmal mit Hochdruck an meinen Versuchen gearbeitet - da bleibt ja ohnehin kaum Zeit für soziale Kontakte :)

Donnerstag abend war ich bei meinem Professor eingeladen, um im Kreise seiner Familie das traditionelle Thanksgiving Dinner zu geniessen. Nach einer Fahrt auf dem Rad durchs mittlerweile eisig kalte Blackburg kam ich an seinem schönen Haus am anderen Ende der Stadt an, wo neben ihm und seiner Frau auch schon seine Kinder und Enkelkinder fleissig an der Vorbereitung des Abendessens werkelten. Wobei, die Aufgabe des Hausherren bestand eigentlich darin, den Truthahn zu zerteilen, die sonstige Arbeit in der Küche hat er dann doch eher den Damen überlassen :) Und das war vermutlich eine Menge Arbeit, wenn man mal die ganzen Bestandteile berücksichtigt. Nach dem obligatorischen Tischgebet mit Händen anfassen und betretenem nach unten gucken (da kam ich nicht drum herum :) ) gab es eine leckere Kartoffelsuppe. Auf diese folgte dann der Hauptgang mit dem in dunkle und helle Fleischteile zerlegten Truthahn, der köstlichen Füllung, Süsskartoffeln, Kartoffelbrei mit Speck, einem Brokkoli-Auflauf, Möhrchen, Cranberry Sosse und Cranberry Fluff (das ist Cranberry Sosse gemischt mit aufgeschlagener Schlagsahne und selbst für meinen Geschmack zu süss). Zum Abschluss des gelungenen Mahls in netter Runde gab es dann noch 3 verschiedene Pies (Pecanuss, Apfel und der obligatorische Pumpkinpie), aller äusserst köstlich und von des Professors reizender Enklin gebacken.

Offenbar gehört es dann selbst in Akademikerfamilien hier in den USA zum guten Ton, sich direkt danach mit den Kindern vor die Glotze zu setzen und einen kitschigen Weihnachtsfilm zu gucken. Nach so viel gutem Essen war mir aber eher nach ein bisschen Bewegung, und so habe ich dem jüngsten Enkelsohn mal gezeigt, wie man "richtig" Tischfussball spielt. Das einzige was mir Angst gemacht hat war der riesige weisse Wolf, dessen Fell mir gegenüber an der Wand hing. Ganz zu schweigen vom sibirischen Bären, der als Teppich das Wohnzimmer annähernd ausfüllte. Diverse Geweihe an den Wänden bin ich ja von der Wohnung meiner Grosseltern schon gewohnt, aber was hier an erlegten Wildtieren die Wohnung "schmückt" ist nicht mehr feierlich. Fehlt ja auch eigentlich nur noch der Leopard, den mein Prof diesen Sommer im Afrikaurlaub geschossen hat.

Ansonsten war das Erlebnis wirklich nett und es war interessant meinen Betreuer mal ausserhalb der Universität zu erleben. Lustig auch zu sehen dass das strenge Regiment nicht nur in der Forschungsgruppe herrscht, sondern auch daheim klar ist, wer die Hosen anhat. Was aber nicht bedeutet, dass er sich nicht rührend um seine Enkelkinder kümmern würde. Schön sowas. :)

Freitag war ich dann bei meinem Kollegen Ryan wieder zum Essen eingeladen, da er an diesem Abend mit seiner Verlobten und deren Mutter und Schwester das Thanksgiving Dinner einzunehmen gedachte. Auch hier gab es wieder eine schier unglaubliche Auswahl an leckeren Speisen inklusive des Truthahns der in keinen deutschen Backofen passen würde. Auch hier anschliessend wieder gemütliches Beisammensein - vor dem Fernseher. Wenigstens gab es diesmal keinen Weihnachtsfilm, sondern ne Action-Film-DVD. Wieder ein gelungener Abend und ein Tag weniger hier in der Fremde. Und wenn ich die letzten Tage jetzt auch weiterhin Pumpkin-Pie esse, gewöhn ich mich vielleicht sogar noch dran :)

Sonntag, 18. November 2007

Endlich!!!


Aber dann habe ich gester gleich mal den groessten Frevel begangen, den man als stolzer Mac-Besitzer eigentlich begehen kann:

na, wer findet den Fehler???

Ja, ich habe Windows XP auf meinem MacBook installiert. Nicht weil ich das ausschliesslich als Betriebssystem nutzen wollte, sondern einfach um meine Engineering-Software, fuer die ich nur Windoof-Versionen habe, zum Laufen zu bekommen. Es ist eben nicht so ganz einfach diesen Schritt von Microsoft zu Apple in einem Rutsch zu machen. Und schliesslich muss ich hier ja noch so eine Lappalie wie meine Diplomarbeit fertigstellen.


Das Tolle an der Sache ist, dass ich hier Windows in das verbannen kann, wo es hingehoert: in ein eigenes Fenster auf meinem Mac OS Desktop! Parallels machts moeglich! Und vor allem kann ich so im Falle eines XP-Absturzes (soll ja Geruechten zufolge in Einzelfaellen und wenn Weihnachten und Ostern zusammenfallen mal vorkommen) ratz-fatz einfach das Fenster zumachen und Windows quasi neustarten, ohne dabei aber meine Mac OS Leopard-Daten zu verlieren! So macht auch die Arbeit mit Windoof wieder Spass! :)

Im richtigen Leben war ich dann nach einer anstrengenden Arbeitswoche und einem verpennten Freitag-Abend (ich habe Svens Anruf, um sich zu treffen, schon um 8:30 Uhr einfach verschlafen) am Samstag bei meinem Kollegen Chris zum Football-Gucken und Barbeque eingeladen. Ryan war auch da und abgesehen davon dass es ein tolles Spiel mit erfolgreichem Ausgang fuer das Team der Virginia Tech war war es auch das letzte Heimspiel der Hokies und ein gelungener Nachmittag. Zwischendurch gabs "Brats" (das was man in Deutschland glaube ich Bratwurst nennt) und frisch/selbstgemachte Guacamole. Einfach gut.

Spaeter abend bin ich dann mit Sven und Sayak auf eine Feuerzangen-Bowle gegangen. Die Bowle war auch ganz gut (schliesslich war mit knapp 10 Deutschen auch alles noetige Wissen zur Herstellung des Gebraeus anwesend), aber die Party war recht lahm. Daher haben wir es dann irgendwann vorgezogen, bei Sven noch einen herzerfrischend schwachsinnigen Film mit Will Ferrell zu gucken.

Tja, und heute hocke ich mal wieder daheim, spiele mit dem Laptop rum und update meine Adressdaten. Ach, wenn wir schon dabei sind: Falls das einer liest der in den letzten Monaten umgezogen ist und es mir nicht mitgeteilt hat, bitte ich doch um eine nette Mail mit allem noetigen (Adresse, Telefonnummer, Koerbchengroesse, Lieblingsfarbe etc. pp.)

Montag, 12. November 2007

Oh Carolina!

Wie ich vernommen habe wartet die Welt schon ganz ungeduldig auf Neuigkeiten aus den USA, und da will ich Euch mal nicht laenger auf die Folter spannen. Leider gab es in den letzten Wochen nicht allzu viel Neues zu berichten und/oder ich hatte wenig Zeit mal was zu schreiben.

Dieses Wochenende war aber wieder mal was los. Am Freitag hatte ich von meinem Kollegen Chris ein Ticket fuers Basketball-Spiel der Virginia Tech gegen Elon bekommen. Das ist ne Universitaet aus North Carolina, und eben dieser Bundesstaat sollte mich das ganze Wochenende begleiten. Themen-Abend sozusagen. Das Spiel auf jeden Fall war sehr spannend und auf aeusserst gutem Niveau, zudem waren die Plaetze einfach Spitze und wir hatten eine tolle Sicht aufs Spielfeld und waren mitten im Geschehen. Leider hatte ich nur die alte DigiCam mit, daher gibts nur ein paar verwackelte Eindruecke von der tollen Atmosphaere.


Samstag morgen setzte ich mich dann ins Mietauto und fuhr... genau, nach North Carolina! Zu meiner Cousine Sylvia und ihrer Familie. Wenn man schon mal so "in der Naehe ist" muss man schliesslich auch die Gelegenheit nutzen, zumal wir uns seit 3-4 Jahren nicht mehr gesehen haben. Die 250 Meilen und 4 1/2 Stunden Fahrt sind fuer amerikanische Verhaeltnisse ja auch wirklich um die Ecke, und so konnte ich ein tolles Wochenende mit Sylvia, ihrem Mann Matt, den Kiddies Sarah und Casey sowie mit insgesamt 3 Hunden, einer Katze, 2 Geckos und einem Fisch in deren neuen Haus nahe Fayetteville verbringen. Schoen haben die 4 (und die Tiere natuerlich auch) es dort, eine eigenes kleines Reich mit Garten und naechsten Sommer soll sogar noch ein Pool dazu kommen. In Deutschland bleibt den meisten ja der Traum vom eigenen Haus verwehrt... So haben sie hier aber eben genug Platz fuer jeden, die Kinder koennen im Haus und im Garten herumtollen - wobei die Engelchen aber eigentlich gaaaanz brav und gut erzogen sind! Und eigentlich spielen die beiden ja auch am liebsten im Kofferraum von Mamis Auto :)



Ausserdem habe ich noch einen Teil von Matts Familie und ein befreundetes Paaerchen kennengelernt, und abends waren wir dann deutsch Essen. Bei Maritha, die vor Jahren aus Deutschland hierher immigriert ist und die Amerikaner mit guter deutscher Hausmannskost verwoehnt. War wirklich sehr sehr lecker und hat mir Lust auf mehr gemacht - ich freu mich also schon besonders auf Weihnachten, wo wieder so richtig geschlemmt wird! :)



Sonntag mittag haben wir uns dann zusammen die Innenstadt von Fayetteville angeschaut. Die "historische" Altstadt ist zwar wohl fuer amerikanische Verhaeltnisse auch recht alt, einem Europaer entlockt dies aber naturgemaess mal wieder nur ein leichtes Grinsen. So RICHTIG alt ist hier eben doch einfach nichts!

Natuerlich musste ich, wenn ich schon mal in North Carolina bin, auch mal ein originial Carolina Barbeque Sandwich probieren. Das Barbeque ist super-zartes Fleisch welches mit Essig speziell mariniert ist und total gut schmeckt, besonders eben auf nem Brot mit Coleslaw Salat! Tja, das hab ich hier in Virginia noch nicht probieren duerfen!

Am Sonntag nachmittag hiess es dann aber auch schon wieder Abschied nehmen - einerseits weil in Blacksburg noch eine Menge Arbeit auf mich wartet, andererseits hatte ich aber auch vor noch einen Abstecher ueber Charlotte zu machen und mir dort ein NBA-Basketball-Spiel der Bobcats gegen die Houston Rockets anzuschauen. Haette ich meine Jacke nicht bei Sylvia vergessen und nochmal 10 Meilen zurueckfahren muessen waere ich sicher auch puenktlich angekommen, so musste ich die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Bundesstrassen ein wenig ausdehnen und hab trotzdem 8 Minuten des ersten Viertels verpasst.

Letztlich war das aber auch nicht allzu schlimm, spannend wurde es eigentlich nur am Ende und die Stimmung im riesigen Stadion (das nur knapp halb besetzt war) war auch nicht annaehernd so gut wie in Blacksburg am Freitag. Mag vielleicht auch daran liegen dass ich umringt von einem Haufen Chinesen ganz oben und weit vom Spielfeld entfernt auf der Tribuehne sass. Und die Asiaten haben eben nur die Aktionen des Houston-Spielers Yao Ming beklatscht, der zum Leidwesen der Bobcats-Fans nicht nur aufgrund seiner 2,29 Meter Koerpergroesse (!) der herausragende Spieler an diesem Tag war. Gegen den Kerl sehen die anderen Spieler aus wie Kleinkinder, bemerkenswert wenn man bedenkt dass die meist auch knapp 2 Meter lang sind...

Zur Halbzeit gab es anlaesslich des heutigen "Veterans Day" (der in NC ein Feiertag ist, hier in Virginia aber wohl nicht *gemein* und an dem den Veteranen des US Militaers gedacht wird) eine entsprechend patriotistisch angehauchte Darbietung mit viel TamTam und Trara. Leider kein Aerosmith oder sonst ne Band die bei Football-Halbzeiten mal auftreten... ;)


Das Niveau des Spiels war leider nicht wahnsinnig viel besser als das was im College gespielt wird, und die Cheerleader in Blacksburg sind auf jeden Fall "heisser" - heissen ja nich umsonst Hot Techs ;) So wird das vermutlich mein erstes und letztes Live-NBA-Spiel gewesen sein.


Von Charlotte habe ich dann aufgrund der vorgerrueckten Stunde leider nicht mehr viel gesehen, habe aber auch noch von niemanden gehoert dass die Stadt wirklich sehenswert waere. Zumindest kann ich nun behaupten, mal dagewesen zu sein :)

Nach weiteren 2 1/2 Stunden Autofahrt war ich dann auch wieder "zuhause" in Blacksburg. Und alles in allem haben sich die 570 Meilen auf jeden Fall gelohnt: mal was anderes gesehen, die Familie getroffen, und sich vom Profi-Basketball desilusionieren lassen. Seit John Stockton und Karl Malone abgetreten sind ist die NBA eben doch nicht mehr das was sie mal war (Tomas wird sich an dieser Stelle wieder an den Kopf fassen :D).

Hoffentlich sehe ich Sylvia und ihre Familie bald mal wieder (und nicht wieder erst in 4 Jahren oder so), vielleicht das naechste mal ja sogar in Deutschland ?!?! Es sei denn ich reisse mich nun mal zusammen, schaffe noch ein bisschen was und kann dann ueber Thanksgiving doch noch mal runter in den Sueden fahren. Aber bis dahin ist es noch ein steiniger Weg und etliches zu schaffen, denn...

... in nicht mal mehr 3 Wochen bin ich ja schon wieder zu Hause!!! Also, im RICHTIGEN Zuhause! Zurueck in Deutschland! Bei meinen Eltern, meinen Freunden, und vor allem Simone. Ich freu mich drauf!

Zumal ich nun definitiv mindestens die naechsten 3 Jahre in Darmstadt bleiben werde, habe mich naemlich letztlich und endlich fuer eine Promotionsstelle an der TU Darmstadt entschieden. Aber dazu mehr beim naechsten Mal. Meine Druckluftflaschen warten mal wieder auf mich...