Mittwoch, 30. Mai 2007

Spielzeug

Gestern ist endlich mein Spielzeug angekommen. Die Traverese, die für die Windkanal-Experimente bestellt wurde und dafür da ist, die Sonden im Kanal an den Stellen zu positionieren, wo ich sie haben und messen will. Das schmucke Paket wurde sogar mit einem Joystick ausgeliefert, so dass das ganze etwas von Computerspielen hat, nur dass sich auch tatsächlich die Motoren bewegen! Coooool.... ;)


So habe ich dann den Tag mit Literaturrecherche und der Bastelei am Versuchsaufbau verbracht, zwischendurch noch ein leckeres Chili gegessen (ok, es waren die Reste vom Vorabend - aber wenigstens mal was Selbstgekochtes!) und mich um diverse organisatorische Angelegenheiten gekümmert. Am Freitag habe ich einen Termin mit meinem Professor, da werde ich dann hoffentlich endlich konkret erfahren was meine Aufgabe für die 6 Monate hier sein wird. Ein paar Dinge hat er schon anklingen lassen, zum Beispiel muss ich zunächst eine Sondenaufnahme konstruieren und mich dabei insbesondere um die Dichtheit des Windkanals kümmern - nicht einfach, wenn man eine Sonde in 2 Achsen von außen verfahren will. Aber hey, wofür gibts denn deutsche Maschinenbau-Ingenieure?!?! Außerdem werde ich eh ständig "gehänselt", weil ich als "Mechanical Engineer" am "Aerospace"-Institut arbeite, es gibt da so gewisse Differenzen zwischen den Disziplinen (vergleichbar mit den Bauingenieuren und den Maschinenbauern, Frankfurt und Offenbach, Bier- und Weintrinkern... ;)
Dann muss ich eben mal meine "mechanischen" bzw. konstruktiven Fähigkeiten unter Beweis stellen. Liegt mir zwar nicht so ganz, aber ich bin ja auch nicht zum Spaß hergekommen.

Generell fühle ich mich von Tag zu Tag eigentlich besser, zumindest stellt sich langsam so etwas wie ein Alltag bzw. Normalität ein. Wobei es mir natürlich immer noch wehtut, nicht in der Nähe meiner Liebsten sein zu können. Das Internet als Kommunikationsmittel und vor allem Skype ermöglichen zwar eine hervorragende Kommunikation, aber irgendwie macht es das auch nicht wirklich einfacher. Also, emotional meine ich. Die "ständige Verfügbarkeit"in Form von Internet-Telefonie, Chats, Mails oder diesem Blog lässt die räumlich doch sehr große Distanz für einen Moment vergessen, aber nach dem Auflegen / Abschalten bleibt eine umso größere Leere zurück. Und insbesondere der Zeitunterschied ist doch sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn ich aufwache, ist in Deutschland Mittagszeit, wenn ich auf die Arbeit komme schon fast wieder Feierabend, wenn ich heimkomme schläft schon alles. Andersrum wäre es glaube ich einfacher für mich, so komme ich mir so vor als würde ich der Zeit hinterherhinken. Weil ich mich doch irgendwie immer noch an der deutschen Zeit orientiere. Aber das wird sich bestimmt auch noch geben... mit der Zeit!

Montag, 28. Mai 2007

Felix kurzer Zwischenstopp

Unvorhersehbar war dann auch, wann Felix denn wieder im Apartment auftauchen würde. Der hatte sich ja vor einigen Tagen mit seinem Kumpel Lars in Richtung New York in Bewegung gesetzt, und ich hatte es so verstanden, dass sie Montag zurückkommen und Dienstag zurück nach Deutschland fliegen würden.

Nachdem ich gestern abend zur Entspannung mit Felix Mitbewohner ein wenig Tennis spielen war (naja, wenig ist gut, 2 1/2 Stunden standen wir auf dem Court, und da ich ja noch nie Tennis gespielt und seit 1 Jahr keinen ernsthaften Sport mehr getrieben hatte viel mir das alles nicht sooo leicht) war ich irgendwann beim Lesen eingepennt. So gegen 1 Uhr nachts drangen dann Rufe durch das Fenster an mein Ohr. Nach dem kurzen Zustand der Verwirrung, der immer auftritt, wenn man mich aus dem Tiefschlaf in die Welt der Lebenden zurückholt, konnte ich die Stimme von Felix erkennen. Ich machte ihm also die Tür auf, obwohl ich ihn ja erst etliche Stunden später erwartet hatte. Tja, und da erfuhr ich dann, dass die beiden quasi nur auf nem Zwischenstopp waren. Denn um 4:30 Uhr mussten sie wieder los, diesmal Richtung Flughafen - der Rückflug nach "good old germany" wartete! Ein paar Kleinigkeiten waren in den 3 Stunden bis zum Ende seines einjährigen Aufenthalts hier noch zu erledigen, so wie zum Beispiel Wäsche waschen und 2 riesige Koffer packen... ;)

Naja, bis 4:30 war dann in der Tat alles erledigt, ich bekam noch ein paar übriggebliebene Utensilien (z.B. Sonnencreme) die er nicht mit Heimschleppen wollte. Eine kurze aber herzliche Abschiedsszene folgte und mir wurde beteuert, dass ich doch so ein Glück habe noch hier bleiben zu dürfen. Ehrlich gesagt wäre ich in dem Moment am liebsten an Felix Stelle nach Deutschland zurückgekehrt, weil mir mal wieder klar wurde, dass da doch eine ganze Reihe liebe Menschen sind, die ich gerne mal wieder umarmen würde. Anbetracht all der Strapazen der ersten Woche vielleicht ein nachvollziehbarer Wunsch, aber keine wirkliche Option. Denn eigentlich will ich das hier durchziehen, und sooo lange ist der Aufenthalt hier ja nun auch wieder nicht.

So gegen halb 5 lag ich dann wieder im Bett, und zum erstem Mal seit meiner Ankunft wachte ich gegen 8 Uhr von selbst wieder auf. Einerseits ein gutes Zeichen, den Jetlag so langsam überwunden zu haben. Andererseits hätten es schon noch ein paar mehr Stunden Schlaf sein dürfen, denn mein Kopf fühlt sich den ganzen Tag so komisch an. Kann aber auch an diesem super-schwülen Wetter liegen. Mal gespannt, wie das hier weitergeht.

Wechselbäder der Gefühle

Nachdem ich Samstag ja nun eigentlich sicher war, dass ich eine Unterkunftsmöglichkeit gefunden hatte, kam am Sonntag die Ernüchterung. Mein ägyptischer Vormieter und ich trafen uns gut gelaunt zum vereinbarten Termin, bei dem der Untermiet-Vertrag bei der Apartment-Anlagen-Verwaltung unterzeichnet werden sollte. Wir waren beide pünktlich um 15:00 Uhr da und warteten auf meinen zukünftigen Mitbewohner, doch der kam und kam und kam nicht. Es verging eine dreiviertel Stunde, doch der Kerl tauchte auch trotz mehrmaliger Anrufe (bei denen nur seine Mailbox dranging) nicht auf. Was also tun? Ich hatte das Gefühl, der Inder hatte es sich vielleicht anders überlegt und meldete sich einfach nicht, was ziemlich unfair wäre. Nach kurzer Rücksprache mit der Verwaltung, was denn nun zu tun sei, wurde uns eröffnet, dass es vielleicht garnicht möglich sein könnte, den Untermiet-Vertag bis Dezember zu unterzeichnen. Das könne nur die Bezirksmanagerin entscheiden, die aber natürlich Sonntags frei hat :(

Mit einiger Wut im Bauch (denn jetzt musste ich ja wieder diverse Notfallpläne schmieden) trabte ich zu meinem Apartment, wo ich erst mal mein Kopfkissen zur Verantwortung zog. Dann wurde der Laptop eingeschaltet um den Inder nochmals über mein Internet-Telefon anzurufen. Beim zweiten oder dritten Mal erreichte ich ihn dann auch.

Da wurde mir eröffnet, dass er verschlafen hatte weil er die Nacht zuvor kaum ein Auge zugemacht hatte und sich mittags total erschöpft noch kurz aufs Ohr legen wollte. Tja, und dabei hat er wohl verpennt und sein derzeitiger Mitbewohner hat vergessen ihn zu wecken. Klang im ersten Moment nach ner blöden Ausrede, aber zumindest beteuerte er dass er starkes Interesse hat (immerhin hatten wir ja einen recht guten Deal ausgehandelt), und so machten wir einen weiteren Termin für heute.

Kurze Zeit später kam der Ägypter vorbei und ich ahnte schon schlimmeres, weil er zuvor gesagt hätte, dass eine weitere Frau an dem Apartment Interesse hätte. Aber er kam nur vorbei um mir mitzuteilen, dass sich die Bezirksmanagerin bei ihm gemeldet hatte, wir können die Wohnung bis Dezember übernehmen! Das Blatt schien sich also zum besseren zu wenden.

Heute morgen stand ich dann zunächst alleine an der Wohnraumverwaltung. Ich hatte schon ein übles Gefühl im Magen, als doch noch der Ägypter um die Ecke bog und sich für die Unpünklichkeit mehrmals entschuldigte, der Inder habe ihn gerade angerufen...

... und um 5 Minuten Wartezeit gebeten, er sei gerade auf dem Weg.

:)

Kurze Zeit später hockten wir dann alle im Büro und konnten endlich den langersehnten Vertrag unterzeichnen. Am Freitag wird dann die Übergabe der Wohnung sein und ich darf mich endlich in Sicherheit wähnen, aber solange ich die Schlüssel noch nicht in der Hand habe werde ich erst mal keine Purzelbäume mehr schlagen.

Meinen allerersten Check meines Lebens durfte ich dann heute auch noch unterschreiben, um die Anmeldegeühr für die Wohnung zu entrichten. Tja, wenn der Check platzen sollte... ;) Ich geh hier jetzt in nächster Zeit immer erst mal vom schlimmsten Fall aus, dann kann einem nicht mehr viel passieren. Obwohl das natürlich traurig ist, denn es hebt die Stimmung nicht unbedingt. Aber was soll´s, solche Startschwierigkeiten gehören wohl dazu. Eigentlich kann´s ja jetzt nur noch bergauf gehen, aber ich bin jetzt lieber still, sonst passiert doch wieder was Unvorhergesehenes...

Samstag, 26. Mai 2007

Vorsicht... eklig!

Tja, was macht man an einem Samstag abend in einer Stadt wie Blacksburg?
Klar, man schreibt fleißig Tagebuch, oder eben Blog! ;)

Wie bereits im vorherigen Post erwähnt bin ich sehr gut drauf, deswegen stört mich momentan auch kaum dass nun tatsächlich ein Stück von meiner kurz vor Abflug in die USA eingesetzten Zahnfüllung rausgebrochen ist (@Papa: Kann man die Zahnbehandlung reklamieren? Zahl doch bitte die Rechnung von Dr. XXX erst mal nicht... ;) ). Ich hoffe das ganze ist nicht zu tief und der Rest von dem Kram hält bis ich zurückkomme, habe eigentlich nicht viel Lust hier zu nem Zahnarzt gehen zu müssen. Die Amis sind zwar für viel berühmt, aber fürs Gesundheitssystem nicht wirklich. Ich glaube auf dem Foto sieht man nicht allzuviel, aber vielleicht kann ja doch irgendjemand ne Ferndiagnose abgeben??? ;)

Ansonsten war heute ein interessanter Tag, endlich gab es mal ein bisschen Regen, ich denke die Wettersituation ist hier momentan genau wie in Deutschland: sehr trocken, relativ warm, und man wartet eigentlich nur dass das Gewitter endlich mal losbricht. Wobei ich es natürlich toll fände, wenn morgen abend halbwegs angenehmes Wetter ist. Felix Mitbewohner Mihai hat mich nämlich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit Tennis spielen zu gehen. Hab ich zwar noch nie ernst probiert diesen Sport, aber die Tennisplätze sind (ebenso wie die 2 Swimmingpools, diverse Basketball-Felder und Baseball-Wiesen oder auch das Apartment-Anlagen-eigene Fitnesscenter) direkt um die Ecke. Also werde ich mich ihm und seinen Freunden mal der Lächerlichkeit preisgeben, wenigstens lern ich so hoffentlich ein paar nette Leute kennen und bewege mal wieder die Müden Knochen. Denn zumindest einen guten Vorsatz hatte ich mir ja ausgedacht, bevor ich abgereist bin - dass ich hier, im Heimatland von Lance Amstrong, Joe Montana, Michael Jordan und Carl Lewis, mal wieder ein bisschen mehr Sport mache. Auch um bei den vielen Fast-Food-Ketten, die hier um einen werben, trotz allem eine halbwegs schlanke Linie zu behalten.

Oder wollt ihr dass ich so zurückkomme???

Finally!!! Endlich ein Dach über dem Kopf!

Puhhhhhh.... da ist mir aber ein Stein vom Herzen gefallen!
Nachdem ich die letzten Tage ja ständig geglaubt habe, ich würde hier überhaupt keine Unterkunft finden für die nächsten 6 Monate, hab ich nun doch was ausfindig machen können! Aber von vorne:

Blacksburg, Virginia: 20.000 Einwohner, 20.000 Studenten. In the middle of nowhere. Und im Sommer, sind die Studenten alle im Urlaub. Das heißt: so etwas wie ne Geisterstadt!

Naja, ganz so schlimm ist es auch nicht, aber viel los ist hier im Moment wirklich nicht. Und da das ganze hier so eine ausgeprägte Studentenstadt ist, sind auch die Mietverhältnisse dementsprechend angepasst. Das heißt, die normale Miete dauert von August (wenn das Semester losgeht) bis Mai des nächsten Jahres, oft sogar bis Ende Juli. Mietverträge sind also entweder in 9 oder 12-monatiger Ausführung zu haben.

Und "Anders" gibts hier nicht!

Es heißt ja, die Staaten seien das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber es grenzt fast an ein Wunder etwas für nur 6 Monate (und das auch noch außerhalb des akademischen Rhytmus) zu finden. Was bezahlbar wäre. Denn natürlich gibt es einige Vermieter bzw. "landlords", die aus Zwangssituationen wie meiner Kapital schlagen wollen. Und einem Zimmer anbieten wollen, die doppelt so teuer wie normal sind. Klar, im Endeffekt kommen sie dann wieder auf die Miete, die sie für 12 Monate verlangen können...

Zumindest gibt es auch noch ein paar Leute, die aus dem akademischen Rhytmus rausfallen. So zum Beispiel Sherif, mein zukünftiger Vermieter. Er muss aus persönlichen Gründen bis Ende nächster Woche nach South Carolina umziehen, hat aber noch nen Mietvertrag bis Anfang Oktober an der Backe. Und dann gibt es noch Leute wie Neeraj, mein zukünftiger Mitbewohner, der wie ich nur noch bis Ende des Jahres in Blacksburg bleiben wird. Er beendet nämlich im Dezember seine "Diplomarbeit", so wie ich quasi! Neeraj ist Inder und ich kenn ihn seit ner Stunde. Ich finde ihn auf Anhieb sehr sympathisch und so konnten wir uns schnell einigen, die Wohnung von Sherif (er ist aus Ägypten und hat nichts mit der Polizei oder etwaige Sporen an den Cowboystiefeln zu tun) zu übernehmen. Denn - so will es das "der Kunde ist König"-Gesetz hier in den USA - wenn man schon mehr als ein Jahr in nem Appartment lebt, kann man die Miete beliebig flexibel verlängern.

Damit also Sherif, Neeraj und ich aus unserer Zwangslage herauskommen haben wir nen Deal gemacht, der uns allen entgegenkommt: Neeraj und ich bekommen ein 2-Zimmer-Appartment für 6 Monate für monatlich nur 250$ pro Person (das ist für hiesige Verhältnisse wirklich ein Top-Preis!), und Sherif zahlt quasi nur noch einen Bruchteil dessen, was er für 4 Monate Leerstand des Apartments zahlen müsste. Und das Beste ist...

... für den Umzug werde ich meine Habseligkeiten ganze 50 Meter über die Straße tragen müssen! Das Apartment ist nämlich genau in der Straße, wo ich momentan bereits temporär unterkomme!

Also, alles in allem hätte es kaum besser laufen können, letztendlich hätte ich sogar noch ne nette Zweitlösung in der "Innenstadt" in der Hinterhand gehabt, aber das ein anderes Mal!

Um also nun täglich von dem Apartment in "Foxridge" an die Uni kommen zu können kann ich entweder den Bus nehmen oder mit dem Fahrrad fahren, dass ich mir erst gestern günstig per Inserat erworben habe.


Langsam kann es also losgehen mit dem "regulären" Leben hier in Blacksburg, meinen ersten Samstagvormittag habe ich auch gleich schon im Labor verbringen dürfen, um ein Windkanal-Experiment durchzuführen. Das lässt ja hoffen... ;)

Aber nicht mal die viele Arbeit, die auf mich wartet, kann im Moment meine gute Laune trüben!

In diesem Sinne: "Party on, Germany"!

Dienstag, 22. Mai 2007

Die spinnen, die Amis!

Dafür konnte ich nach einem kurzen Nickerchen gleich mal das "Nachtleben" der Studenten hier erforschen. Naja, angesichts der Tatsache dass Montags nicht so viel los ist und darüber hinaus ja gerade Sommerferien sind, war das "Buffalo Wild Wings" Restaurant, wo wir zu abend essen wollten, nicht übermäßig gut besucht. Folgerichtig haben Felix, Lars, Mihal und ich sowie Felix amerikanische Freunde Cape, Tray und Matt für Stimmung gesorgt. Und was macht man in so ner großen Gruppe?

Man bestellt sich erst mal 100 (!) Chicken Wings mit 10 verschiedenen Soßen, dazu etliche Biere. Die Soßen gehen von "smiling mild" über "sizzling spicy" bis "blazing hot". Die "Blazing" Soße wird unter dem Hinweis angeboten, sie von Kindern und Tieren fern zu halten, und das sollte man auch tunlichst befolgen.

Nachdem jeder so seine 12 Wings intus hatte wurde der letzte verbleibende Blazing-Knochen zwischen mir und Tray ausgespielt. Der Verlierer beim "Stein, Schere,Papier" (stone, scissors, paper) "musste" das letzte Teil essen, und mich hats erwischt. Und ich sage Euch...

Ich hätte nie gedacht, dass ich mir mal Sellerie-Stangen freiwillig zu Gemüte führen würde, nur um die Schärfe zu neutralisieren. Mir wurde regelrecht schwindelig von diesem Brennen im Rachen, dass immer stärker zu werden schien.

Aber da hilft ja nur eins, die Nerven mit Alkohol betäuben, und so orderte Felix nach dem Wechsel der Location in eine kleine Bar gleich mal diverse "Rails". Was da so drin ist, will ich am liebsten garnicht wissen, wir haben sieben verschiedene Alkohol-Flaschen gezählt, mit welchen der 0,5l-Becher dreiviertel-voll gefüllt wurde. Oben dann noch ein bisschen Sprite drauf, that´s it.
Heimgekommen sind wir dann zum Glück mit einer Art "Anruf-Sammeltaxi". Ihr kennt die Serie "Pimp my car"??? Genau solche Dinger fahren da rum, eben mit ner riesigen Couch hinten drin und mit Platz für 10 Personen.

So, jetzt wisst ihr auch warum ich heute ein wenig neben mir stehe, werde heute hoffentlich ein wenig früher Schluss machen können bzw. mich mit Lesen in meinem Bürö beschäftigen können. ;)

Bürokratie... hier wie dort

Also hinsichtlich des Bürokratie-Aufwandes und der Papiermengen, die man so bei der Ankunft an der Uni hier mitbekommt, unterscheiden sich Deutschland und die Staaten nicht sehr. Hätte ich nicht gestern die Sekretärin des Departments zur Seite gestellt bekommen, die mir mit den ganzenorganisatorischen Dingen behilflich war, mir die relevanten Personen vorgestellt und vor allem mich über den riesigen Campus zu den einzelnen Büros kutschiert hätte, hätt ich wohl noch mehr als "nur" 7 Stunden Rennerei gehabt. Dafür hab ich an diesem stressigen Tag:

- in der Campus-Bücherei eine Mütze gekauft, weil ich mir bei meinem gestrigen Spaziergang schön den Nacken verbrannt habe
- an einer Arbeitsbesprechung der Arbeitsgruppe teilgenommen, zu deren Thema ich wohl irgendwas machen werde (was das genau sein wird erfahre ich aber wohl erst morgen oder so)
- einen Studentenausweis bekommen, ohne den (bzw. die Matrikelnummer) hier garnichts läuft - mit Kollegen und nem externen Professor, der mal in Göttingen gearbeitet hat, zu Mittag gegessen
- die Buchhaltung aufgesucht, um mit denen meine Bezahlung zu klären
- die haben mich zur Bank geschickt, um dort ein Konto zu eröffnen, was ich nun auch schon habe
- dann die Schlüssel zu nem Büro mit meinem Arbeitsplatz bekommen und
- mit dem IT-Spezialisten versucht, meinen Internet-Zugang freizuschalten.

Als ich dann heimkam war ich erstmal total platt, so dass ich Felix und seinen Freund Lars, die gerade zusammen mit dem Mitbewohner Mihal von ihrem Strand-Trip zurückgekommen waren, nicht zum Water-Tubing begleiten konnte.

Montag, 21. Mai 2007

Kommentare

Sorry, habe erst eben gemerkt, dass ich die Kommentar-Funktion für jeden Freischalten muss, ab jetzt könnt ihr mir auch ohne Gmail-Anmeldung Kommentare schicken - und ich freu mich drauf!

Gruß und Kuss, Alex

Sonntag, 20. Mai 2007

Der erste (ganze) Tag

Heute habe ich mal ein wenig die nähere Umgebung meiner temporären Heimat inspiziert. Zunächst war ich im Supermarkt um die Ecke, der 7 Tage die Woche geöffnet hat - genau das richtige für nen armen Austausch-Student, der Samstag abends ankommt und nichts zu beißen dabei hat. Also habe ich mich erst mal mit dem Allernötigsten eingedeckt (Rogenbrot!!!) und ein spätes Frühstück zu mir genommen. Danach bin ich in Richtung der Uni gelaufen, dorthin braucht man zu Fuß etwa 30 Minuten - wenn man sich nicht verläuft! Aber das macht man ja meist auch nur einmal, gelle!?! ;)



Verlässt man die Appartment-Siedlung fällt einem sofort auf, dass man hier mitten auf dem Land ist. Gut, dass direkt nebenan eine Schafsherde graßt, ein Pferdehof steht und landwirtschafliche Nutzflächen sich meilenweit ausbreiten liegt natürlich auch daran, dass man an der Virginia Tech auch Land- und Forstwirtschaft studieren kann, aber auch so ist alles sehr grün. Die 2 Meilen bis zum Campus gehen also in Form eines Trimm-dich-Pfades an Rinderherden und Ententeichen vorbei, und immer wieder sind lustige graue Eichhörnchen zu sehen. Und wenn man dann auf dem Campus ankommt...

... ist man zunächst einmal von der Architektur beeindruckt. Sieht alles irgendwie gothisch aus, und doch passt das ganze in die ländliche Atmosphäre. Immerhin besser als die elenden Betonklötze auf der Lichtwiese in Darmstadt! Und weitläufig ist der Campus. Bei den vielen Gebäuden ist das auch nötig, dennoch hat man den Eindruck, dass hier alles nicht so "gequetscht" ist wie an deutschen Unis. Naja, hier in den Appalachen hat man natürlich auch ne Menge Platz.

Unvermeidbar wie unübersehbar war natürlich die vor dem Hauptgebäude aufgebahrte Kondolenz für die Verstorbenen des Attentats vor 4 Wochen, und an fast allen Bäumen hängen schwarze oder orangene Tücher. Die Amis haben schon eine eigenartige Art und Weise, um ihre Leute zu trauern. Das Meer von Flaggen darf da natürlich nicht fehlen.

Jetzt sitze ich wieder im Appartment und erwarte bzw. hoffe auf die baldige Ankunft von meinem Freund Felix, der wohl braun gebrannt aus Florida zurückkehren wird. Er soll mir mal ein paar Tipps zur Wohnungssuche geben, denn ich hab schon unzählige Mails auf Pinnwandeinträge verschickt und selber Posts im Internet veröffentlicht und langsam gehen mir die Ideen aus, was ich an so einem Sonntag in Blacksburg noch machen könnte.

Ich denke ich werde nun mal ein Buch lesen und mich auf den Balkon setzen....

Samstag, 19. Mai 2007

...und es hat doch geklappt

19. Mai 2007, 19:35 ET (Eastern Time, so nennt sich das hier) in Blacksburg, Virginia, USA:

Nachdem das mit dem Umsteigen vollkommen reibungslos geklappt hat und ich auch die Koffer nur nochmal vom Baggage Claim abholen, durch den Zoll schleußen und auf ein anderes Förderband legen musste, wurde ich auf meinem Anschlussflug nach Roanoke mit einem Canadair Regional Jet 40 (CRJ40) von "Patrick" begrüßt, unserem gut gelaunten Flugbegleiter in der 40Mann-Maschine. Der zog erst mal ne bühnenreife Show ab und machte aus den Sicherheitsbelehrungen ein Erlebnis. So waren die 45 Minuten Flugzeit schnell überbrückt und ich kam gutgelaunt in Roanoke an. Dort wurde ich auch gleich von meinem Betreuer Dr. Joseph Schetz in Empfang genommen. Zusammen mit seiner Frau fuhren wir dann gemütlich mit 65mph über den Interstate Highway im Mercedes-SUV nach Blacksburg. Die beiden sind wirklich super-nett und ich freue mich schon richtig, mit Dr. Schetz zusammenarbeiten zu können.
In Blacksburg hatte mein Freund Felix, bei dem ich die nächsten 2 Wochen unterkommen kann, den Schlüssel für das Appartment in Foxridge hinterlegt - im Barbecue-Grill auf dem Balkon! Da er mit seinem Mitbewohner übers Wochenende nach Florida gefahren ist musste das so laufen, und es hat ja auch geklappt - denn nun sitze ich im Zimmer, logge mich schwarz beim Nachbarn ins WLAN-Internet ein und schreibe diesen Blog!

Hat also doch alles viel besser und entspannter geklappt als ich zunächst dachte. Müde bin ich aber trotzdem, nach 12h Reise ist es in Deutschland ja nun schon 1:30 nachts. Während hier noch die Sonne am Himmel steht muss ich mich dann nun wohl erst mal hinlegen und melde mich die Tage mal wieder. Dann hoffentlich auch mit mehr Impressionen (nicht nur vom Flughafen). Also, gute Nacht Deutschland! ;)


Irgendwo über dem Atlantik...

19. Mai 2007, 12:05 UTC, irgendwo über dem Atlantik...

Seit 1 1/2 Stunden sitze ich nun im Flieger Richtung Cincinnati und gerade habe ich ein passables Hühnchenbrustfilet mit undefinierbarer Beilage (was ist eigentlich "Orizo"???) verspeist und dabei wohl ein Stück meiner Zahnfüllung verloren. Glaube nicht dass es an dieser weichgekochten Reis-Pampe lag, aber blöd ist es trotzdem. Fängt ja gut an.
Und dabei hatte ich seit gestern abend ja ohnehin nur wenig Lust, überhaupt diesen großen Schritt über den noch größeren Teich zu wagen. Ich hoffe, dass ich dabei nicht baden gehen werde und vermisse schon alle Leute, die mir wichtig sind. Abschiede am Flughafen sind einfach grausam, das musste ich vorhin mit meinen Eltern wieder mal feststellen. Und von Simone hab ich mich ja gestern abend schon nur schwersten Herzens verabschieden müssen. Die Rücklichter eines Corsas haben schon was melancholisches...
Wie mir berichtet wurde muss ich mein Gepäck in Cincinnati selbst nochmal einchecken, hoffe das das zeitlich hinhaut. Mein Anschlussflug nach Roanoke geht ja schon 90 Minuten nach planmäßiger Ankunft.