Montag, 10. September 2007

Lustisch...

Das Wochenende war mal wieder ziemlich ereignisarm. Außer einem Shopping-Trip nach Christiansburg inkl. Kauf einiger neuer Kleidungsstücke, nem kurzen Tennis-Match mit Mihai (das ich 6:4 und 7:5 verlor) und einer Pizza im Cellar mit Sayak und nem anderen Inder gibts nichts Nennenswertes zu berichten.

Und auch wenn der heutige Arbeitstag lang und unergiebig war, so gehts mir irgendwie gut. Ich bin zwar müde und erschlagen und habe den ganzen Tag Sodbrennen, aber beschweren hilft ja nichts. Stattdessen habe ich mich heute im Bus wieder über diverse Kuriositäten amüsieren dürfen. Zunächst mal stand da auf dem Drillfield, dem zentralen Platz der Uni, eine Horde mehrerer hunderter junger Damen, und es stand da ein Wagen von nem Radiosender wo laute Musik herauskam. Angesichts der Tatsache, dass hier in Blacksburg wohl doch überwiegend testosterongeladene männliche Heranwachsende studieren war es irgendwie grotesk, dass ich in der Menschentraube nicht eine männliche Person ausmachen konnte. Natürlich standen ein paar verpickelte, Hornbrillen-tragende Studenten (offensichtlich Informatiker) hinter ein paar Bäumen und haben verstohlen rübergeguckt. Interessiert hätte mich auch mal, was da los war, rein aus Neugier natürlich ;)

Im Bus setzte sich dann ne junge Dame neben mich, die so ein kläffendes Etwas im Arm hatte. Und diese Handvoll Hund hatte dann - es wird ja langsam Herbst und das arme Tier friert bestimmt schon fürchterlich - ein Polohemd an! Stilecht mit hochgeklapptem Kragen :)

Mir gegenüber saß jemand, den ich kaum anschauen konnte ohne laut loslachen zu müssen. Wenn es etwas gibt, was noch lächerlicher aussieht als Eichhörnchenfrisuren, dann sind es Kerle mit Haarreifen. Das schnöde Plastikding hatte simplerweise die Aufgabe, das viel zu lange Pony vorm Herunterfallen vor die Augen zu bewahren. Am liebsten hätte ich den Fuzzi mal zum Militärfriseur geschickt, der in den letzten Wochen die neuen Kadetten auf dem Campus geschoren und zurechtgestutzt hat. Sachen gibts...

... zum Beispiel auch betrunkene Eichhörnchen auf dem Campus. Da wollte doch heute morgen so ein dummes Vieh vor mir fliehen und hat sich dafür einen Laternenpfahl ausgesucht. Vom Gehweg ist es also an den Pfahl gesprungen, hat dort natürlich keinen Halt gefunden, und ist heruntergepurzelt. Wäre ja auch alles nicht so schlimm gewesen, wäre da nicht noch ein Geländer im Weg gewesen. An diesem ist es mit seinem Allerwertesten hängengeblieben und hat einen wunderschönen Purzelbaum hingelegt - leider mit Landung auf der Nase. Das süße Hasscherl war dann erst mal recht benommen und ist weitergetorkelt.

Manchmal hätte man einfach gerne seine Digitalkamera immer dabei und parat...

Donnerstag, 6. September 2007

Music was my first love...

Ich bin gerade vom "Concert for Virginia Tech" zurückgekehrt, und ich muss sagen: das war mal ne feine Sache! Die ganze Show fand im Lane Stadium unter Teilnahme von wohl etwa 50.000 Studenten und Universitätsangehörigen statt und dauerte sage und schreibe 5 (in Worten: Fünf!) Stunden - plus Zugabe!!!!


Ich hatte vorab ja keine besonderen Erwartungen an dieses Konzert zur Erinnerung an die tragischen Vorkommnisse im April, dennoch habe ich mich gefreut das man als Student kostenlose Tickets bekommt. Die Künstler haben sich bereit erklärt, ein kostenloses Konzert für die Hokies der Virginia Tech zu geben. Los ging es mit Phil Vassar, von dem ich zwar vorher noch nie etwas gehört hatte, dessen Mix aus Pop, Rock und Country aber sehr hörbar war und Vorfreude auf mehr machte. Danach trat dann NAS auf. Ich weigere mich weiter auszuführen, wie sehr mir diese Art von Musik missfällt, aber dass ein Gangster-Rapper bei einem Konzert zum Gedenken an die Opfer eines Gewaltverbrechens auftritt und Songs über Gewalt, Bandenkriege etc pp singt fand nicht nur ich verwunderlich.

Die beiden ersten Gigs dauerten je nur knapp eine halbe Stunde, daher dachte ich schon bald wieder zuhause zu sein. Als nächstes legte sich jedoch John Mayer ins Zeug und spielte eine gute Stunde lang eine Mischung aus Rock und Baladen. Bekannt wurde der Kerl vor ein paar Jahren mit illustren Titeln wie "Your body is a wonderland", "Waiting on the world to change" und vielen weiteren, die man auch in Europa öfter hört. Insgesamt hat mir der Junge aber zu theatralisch in die Seiten gehauen, das passte irgendwie nicht zum bubenhaften Aussehen.


Nach kurzem Bühnenumbau ging dann plötzlich das Licht im Stadion aus und der Hauptact startete. Die Dave Matthews Band hatte sich angekündigt und spielte über 2 1/2 Stunden alles was man so kennt (oder kennen könnte, ich hatte das wenigste von den Liedern jemals gehört) und auch viele neue Stücke. Das hat mir alles durchaus gut gefallen, und ich glaube ich höre mir in den nächsten Tagen mal ein paar CDs von den Jungs an. Insgesamt war die Stimmung bestens, und als dann gegen Ende John Mayer noch für eine Jam-Session dazustieß und kurz darauf die 50.000 im Stadion "Dont worry about a thing, cause every little thing is gonna be all right" (ursprünglich von Bob Marley) sangen kam schon so etwas wie Gänsehaut-Atmosphäre auf.


Klasse! Schade nur, dass es für ein so tolles Event erst eines überaus tragischen Massakers bedurfte.


Ein paar Beobachtungen am Rande hätte ich noch anzufügen. Zunächst mal finde ich es erstaunlich und überaus positiv, dass im Stadion kein einziger geraucht hat. Und dass ganze 5 Stunden lang! Des weiteren gibt es keinen Alkohol im Stadion zu kaufen, was zwar dazu führt, dass sich die Leute vorher schon einen antrinken (Stichwort: Tailgating) oder kleine Schnapsfläschchen reinschmuggeln. Dafür bekommt man dann wenigstens auf der Tribüne kein Bier über den Kopf ge/verschüttet. Und trotz all dieser Einschränkung war die Stimmung toll, und es hat Spaß gemacht dabei und Teil der Hokie-Gemeinde zu sein. Und die Welle ging auch diverse Male durchs ganze Stadion.


Ach, und zu guter Letzt ist mir noch aufgefallen, dass im Umkreis von ca. 20 Metern (also ca. 150 Leute) nur 5 eine Brille trugen (Diverse "coole" Sonnenbrillen nicht mitgezählt). Und von den 5 war einer ich, 2 Männer über 50 und dann noch 2 Kerle, denen man schon aus der Distanz ihre Nerdigkeit ansah (nichts gegen Informatiker, aber... :) ) Also entweder haben amerikanische Jugendliche überdurchschnittlich gute Augen, oder die Kontaktlinsen-Industrie verdient sich hier in den Staaten dumm und dusselig.


Dont worry about a thing, cause every little thing is gonna be all right!

Golf gegen den Kater

Also wenn ich eins empfehlen kann, dann mittags eine Runde Golf um den Kater vom Vorabend auszukurieren. Aber fangen wir vorne an...


Dienstag abend hatte ich meine letzte Golfstunde unter Anleitung, und da ging es dann auf den Platz - denn da liegt ja bekanntlich die Wahrheit. Hier gab es dann auch noch ein paar abschließende, nützliche Praxistipps vom Golflehrer: wie spielt man nen Ball aus dem Bunker, was macht man bei abschüssiger Lage am Hang, etc. pp. Zusätzlich wurden mir nochmals meine Schwächen aufgezählt ( zu starke Beschleunigung beim Zurückschwingen, aufrichtende Bewegung während des Schwungs, und das Chippen sollte ich auch besser noch ein bisschen üben) und die Runde war sehr durchwachsen, mit ein paar guten Löchern und ein paar schlechten. Danach ging es dann für ein Bierchen in die Rivermill, wo wir noch andere Deutsche trafen und woraus dann doch ein längeres Gelage wurde. Leider hatte ich an dem Tag vor dem Golf kaum etwas gegessen, und so schlugen sich diverse Pitcher Bier dann auch schnell in gesteigerter Heiterkeit nieder. Irgendwann gegen 1 habe ich mich dann abgesetzt und bin nach Hause geradelt (dazu fühlte ich mich noch in der Lage, die Polizei hätte das sicherlich anders gesehen) und fiel wie ein Stein in mein Bett. Genauso fühlte ich mich dann auch beim Aufwachen (pünktlich gegen 8, meine innere Uhr lässt mich wohl auch nicht volltrunken im Stich), mit bleiernen Gliedern und einem Kopf, der kaum in die Vertikale zu stemmen war. Also hab ich den Tag erst mal gaaanz langsam beginnen lassen und nach nem Plausch mit meinem Schatz erst noch mal ein Nickerchen gemacht. Bis mich Sven anrief um zu fragen, ob wir so gegen 12 nochmal ne Runde über den Platz drehen wollen. Klar, was gibt es besseres gegen einen Kater als Bewegung und frische Luft?!? Gesagt getan, und so stand ich dann gestern schon wieder auf dem Golfplatz. Und abgesehen vom ersten und letzten Loch war das sogar ne ganz passable Leistung in meinen Augen (63 auf Par 35 für die 9 Löcher - mein bisher bestes Resultat). Obwohl dies wohl das letzte Mal Golf mit Sven war (der heute für 6 Wochen nach Paris zur Summer School fährt - und im Oktober ist die Golfsaison vermutlich vorbei) haben wir dann keinen "Absacker" genommen, denn es war ja erst 15 Uhr ;)

Nachdem ich meinen Kopf durch so viel Bewegung kuriert hatte (man sieht auf dem Bild das 8. Loch, welches mal bergab geht - die anderen Löcher gehen abwechselnd berauf und bergab, da kommt man ganz schön ins Schwitzen wenn man keinen dieser elektrischen Golfwagen nutzt) konnte ich dann auch wieder bis halb 10 arbeiten und ein paar Versuche machen, die allerdings etwas komische Ergbnisse zeigen... da werd ich mir heute wohl mal Gedanken drüber machen müssen, woran das liegt.

Und heute abend ist dann das "Concert for Virginia Tech", bei dem die Dave Matthews Band, John Mayer, Phil Vassar und NAS auftreten werden. Die Künstler haben sich bereit erklärt, ein kostenloses Konzert zur Motivation der Hokies nach dem Attentat im April zu geben. So komme ich wenigstens mal in das Stadion, wenn es mit den Football-Tickets bisher schon nicht geklappt hat...

Montag, 3. September 2007

Einfach mal raus

Dieses Wochenende habe ich es endlich mal geschafft, meinem nervigen Alltag hier in Blacksburg zu entfliehen und für wenigstens 2 Tage in die Hauptstadt der Vereinigten Staaten zu fahren. Und wenn man schon mal mit dem Mietwagen unterwegs ist kann man sich ja auch gleich ein paar andere Sachen mitangucken!


Meine erste Anlaufstelle war daher Charlottesville, welches die University of Virginia beherbergt. Die meisten Gebäude hier wurden von Thomas Jefferson, dem späteren Präsidenten der USA, geplant und gebaut, und heute zählt das Areal zum UNESCO Weltkulturerbe. Und ich muss sagen, so schön gelegene Studentenwohnungen wie hier hab ich bisher noch nirgends gesehen. Weil ich Samstag morgen relativ früh in der Stadt angekommen war waren allerdings noch nicht allzu viele Studenten aus ihren Federn gekrochen, was mir ein ruhiges Frühstück im Grünen bescherte.


Mit meinem Mietwagen (diesmal ein Dodge) ging es dann weiter ostwärts bis nach Richmond, der Haupstadt Virginias und der ehemaligen Kapitale der Konförderierten Staaten. Das hiesige "White House" ist zwar etwas enttäuschend und generell ist die Stadt nicht so die allerschönste, der Regierungsbezirk um die Capitol Square mit der Old City Hall und den vielen Statuen entschädigt aber für die Anreise und die Parkplatzsuche (Tipp: am Wochenende im Parkhaus des Krankenhauses für umme!). Ansonsten kommt an der ein oder anderen Ecke ein wenig Südstaaten-Flair auf, wenn man zwischen modernen Funktionalbauten eine reich verzierte Veranda entdeckt.












In Richtung Norden ging es nach einem schnellen Imbiss weiter Richtung Washington DC, mittlerweile war ja auch schon Mittag und der Verkehr verdichtete sich. Vermutlich wegen des langen "Labour Day Weekend" hatten sich viele Leute auf den Weg gemacht, und so stand ich ein paar Minuten im Stau bevor ich den Potomac überquerte und direkt an der Mall in die Stadt hineinkam. Dort parkte ich dann auch gleich direkt am Washington Memorial, zwar voll in der Sonne, dafür geht es wohl kaum zentraler. Zu Fuß erkundete ich dann zunächst die westliche Seite des großen Grünstreifens mit dem Washington Memorial, dem World War II Memorial, dem Vietnam War Memorial und dem Lincoln Memorial (wenn es von einem mehr als genung gibt in DC so sind das wohl "Memorials"... kann das Wort nicht mehr hören! ;) ). Alles sehr schön anzuschauen und vor allem touristengerecht angelegt, bei so viel Gedenken an den unzähligen Gedenkstätten und den Besucherströmen geht die Pietät jedoch recht leicht verloren.


Der weitere Weg führte mich am Weißen Haus vorbei, dort wo der angeblich mächtigste Mann der Welt seinen vermeintlichen Amtsgeschäften nachgeht. Hochsicherheit überall, und Autos wird mit Panzersperren die Weiterfahrt verweigert. Aber was soll man erwarten bei nem Kerl, der sich durch nur durch eine richterliche Entscheidung in das Präsidentenamt hochgeputscht hat, da muss man sich ja einbunkern... Trotzdem will das Haus natürlich jeder fotografieren, und deshalb drängelt man sich vor der Vorderseite und versucht das Teleobjektiv halbwegs geradezuhalten während man von rechts und links angerempelt wird. Die Rückseite des Hauses ist das viel entspannender und näher dran, und hier trifft man dann auch ein paar Demonstranten gegen Irak, schlechtes Gesundheitssystem und all die Macken, welche die US-Gesellschaft so hat und die gerne verschwiegen werden.


Obwohl es in Washington eine Menge interessanter Geschäfte gibt hatte ich keine Möglichkeit, einzukaufen. Denn dummerweise waren wegen des "Labour Day Weekend" fast alle Shops und sogar Restaurants (!) geschlossen, so dass ich weder Postkarten noch etwas gescheites zum Essen erwerben konnte. Außerdem war aus gleichem Grund das Capitol sowie die Library of Congress für Besucher geschlossen, diese sehenswerten Punkte werde ich wohl dann bei meinem nächsten Besuch abhaken müssen ;) Aber das Capitol ist ja auch von außen schön anzugucken, daher schlenderte ich noch ein wenig über die Mall und ruhte mich in einem der vielen (Skulpturen-) Gärten aus.


Nach einer Fahrt durch die Stadt kam ich dann ziemlich erschöpft nach einem langen Tag im Hostel an und musste mal wieder mit erstaunen feststellen, wie klein die Welt ist. Ich wartete gerade auf den Verwalter zum Einchecken als ich mit Erstaunen ein bekanntes Gesicht erblickte (das mich ebenso erstaunt zurück anguckte). Ein Kommilitone aus meinem Semester hatte sich ins gleiche Hostel in Washington verirrt wie ich. Er hat gerade ein Praktikum bei Siemens in den Staaten hinter sich und reist jetzt noch ein bisschen rum. Per Greyhound, was wohl nicht so ganz angenehm ist. Deshalb gabs nur nen kurzen Plausch und dann ging es ab in die Heia, um am nächsten Morgen wieder fit zu sein.

Meine erste Anlaufstelle war dann am nächsten Morgen die Union Station, der alte Bahnhof den ich mir aber irgendwie noch "größer" vorgestellt hatte. Danach setzte ich mich abermals ins Auto um mal raus nach Arlington zu fahren, denn die Museen machen erst um 10 auf und da hatte ich noch ein wenig Zeit um mir den Ehrenfriedhof mit all den kleinen weißen Marmor-Gedenksteinen und dem Grabmal John F Kennedys anzugucken. Zufälligerweiße stolperte ich dann noch in die Wachwechsel-Zeremonie am Grab des unbekannten Soldaten, und irgendwie läuft dieser militärische Protz-Akt doch überall gleich ab - konnte dem gleichen ja neulich in Stockholm schon beiwohnen.

Zurück in der Innenstadt begab ich mich dann in das langersehnte "National Air and Space Museum" der Smithsonian Institution (die in ihrerm Gesamtheit den größten Museumskomplx der Welt bildet). Eigentlich hatte ich nicht vor, länger als 3-4 Stunden hier zu verbringen, denn es warteten ja noch viele weitere interessante Museen und der Zoo auf meinen Besuch. Wiedermal durch einen glücklichen Zufall kam ich in eine kostenlose Führung rein, während derer uns ein ehemaliger USAF-Pilot in 2 1/2 Stunden durch die Geschichte der Fliegerei führte. Eine wirklich seeeehr informative und unterhaltsame Führung, die ich nur empfehlen kann und während derer es viele Informationen gab, an die man sonst nicht herankommt. (OK, insbesondere beim Thema WW II wurde es dann auch recht pathetisch, aber das erwartet man ja schon fast hier in den USA ;) ) Von den Flugversuchen der Gebrüder Wright Anfang des 20. Jahrhunderts über Charles Lindberghs Flug über den Atlantik 1927 bis zum "Space Race" zwischen den USA und der UdSSR war für jeden was dabei, und es ist wirklich toll mal diese ganzen berühmten Original-Modelle live zu sehen. Fasziniert war ich z.B. von dem Comand Modul Columbia, mit welcher die Apollo 11-Crew von der (angeblich) ersten Mondlandung zurückkehrte. Das Teil sieht schon wirklich echt aus, und da habe ich mal ganz kurz daran gezweifelt ob die Mondlandung tatsächlich in einem Hollywood-Studio inszeniert wurde... ;)

Nach der Tour war für mich aber noch lange nicht Schluss, dafür gibt es in dem Museum einfach zu viele Exponate die das Herz eines Aerodynamik-Studenten höher schlagen lassen. Außerdem sind mir auch hier im Museum wieder 2 alte Bekannte über den Weg gelaufen... Letztlich habe ich also den gesamten Tag (7 1/2 Stunden) in dem Museum verbracht, und es hätte locker noch ein weiterer Tag sein dürfen. Hoffentlich ist beim nächsten Mal dann auch die DM1 ausgestellt, ein Gleiter zur Erprobung des Überschallfluges und ein Kooperationsprojekt der Akafliegs Darmstadt und München. Der Flieger wurde nach dem 2. Weltkrieg von den Alliierten in die USA verschifft, dort aerodyamisch vermessen und dann in irgendeinem Hangar eingemottet wurde. Seither vergammelt das gute Stück wohl unter Aufsicht der Smithsonian Institution, hat aber wenigstens für diverse Überschall-Entwicklungen Pate gestanden!

(Hier ein Link zu einem aufschlussreichen Überblick über das DM-Projekt - Danke an die Münchner Kollegen! ;)

Wegen des Zeitmangels hab ich es dann auch nicht mehr in den Zoo geschafft weil der ebenfalls so früh zumacht und bin dann gen Heimat aufgebrochen. Über die Interstate 66 und einen Abstecher ins abendliche Shenandoah Valley fuhr ich dann innerhalb von 5 Stunden wieder nach Blacksburg, und ließ diesen schönen Ausflug nochmal Revue passieren. Nach insgesamt 632 Meilen bzw 1017 Kilometern kam ich dann spätabends wieder in Blacksburg an, und hatte nur 52 Dollar für Benzin ausgegeben... America Bless God, oder so... ;)

Freitag, 31. August 2007

Da geht er hin, der August

Die Ankunft meiner Bestellungen war für Dienstag oder Mittwoch vorgesehen. Deswegen hatte ich meinen Mitbewohner instruiert, doch bitte etwaige Pakete für mich entgegenzunehmen. Nachdem ich mit Sven am Dienstag dann wieder eine Runde Golf gespielt hatte - diesmal im strömenden Regen und mit noch schlechterem Handicap als beim ersten Mal - kam ich also durchnässt nach Hause - und fand ein Paket auf dem Esstisch vor! Toll dachte ich mir, die Kamera etc ist schon da! Dem war aber nicht so, stattdessen hatte sich überraschenderweise ein Päckchen aus Deutschland zu mir nach Virginia verirrt! Abgeschickt Mitte Juli und voll bepackt mit Nettigkeiten (und vor allem Süßigkeiten) traf das Paket nach ca. 5 Wochen bei mir ein. Nicht schlecht für eine verschiffte Sendung, und ich hab mich riesig darüber gefreut.

Am nächsten Tag hatte ich dann auch meine neue Digitalkamera in den Händen, und ich bin vollauf begeistert. Leider hat sich seither aber noch nicht wirklich die Möglichkeit ergeben, ein paar Probeaufnahmen zu machen, denn das Wetter ist einfach so schlecht in den letzten Tagen dass ich mich kaum aus dem Haus traue wenn ich nicht unbedingt muss. Heute morgen wäre ich angesichts des Nebels und Regen draußen am liebsten einfach im Bett liegengeblieben, und hätte ich nicht meinen Mietwagen abholen müssen, mit dem ich morgen nach Washington fahren werde, so hätte ich das vermutlich auch gemacht.

Irrsinnigerweise bin ich mit dem Mietwagen dann erst mal wieder nach Hause gefahren um das Auto dort zu parken und wieder mit dem Bus zur Uni zu fahren, denn ohne offizielles Parkticket oder ständiges Füttern der Parkuhr ist an legales Parken in der Nähe der Uni kaum zu denken. Aber was solls, die Busse fahren nun während des Semesters ja wieder sehr regelmäßig und morgen sitze ich noch lange genug im Auto, wenn ich mich in die Hauptstadt begebe. Mal sehen, ob mich dort ein freundlicheres Wetter empfängt und ich wenigstens dort ein paar schöne Fotos machen kann.

Sonntag, 26. August 2007

Blutgrätsche und Frustkauf

Die meisten haben ja jetzt schon per Chat oder Telefonat von mir zu hören bekommen, wie sch**** die letzte Woche war. Sorry wenn ich Euch damit auf die Nerven gehe, und ich weiß auch dass das wohl mal wieder so ne Phase ist, wo man durch muss und nach der alles wieder besser wird, aber trotzdem tut es manchmal einfach gut, sich so richtig auszukotzen. Danke allen, denen nun schon das Ohr blutet, für eben jenes offene.
Gestern hatte ich mir dann vorgenommen, beim Walmart mal so richtig "Frust-Shoppen" zu betreiben. Aber wie das so ist, außer einer Zahnbürste und ein paar Socken habe ich nichts gefunden, was meinem Geschmack entsprochen hätte (oder besser ausgedrückt: was ich dringend benötigt hätte, aber nicht vorrätig oder zu teuer war). Also bin ich mit leeren Händen aus dem Walmart wieder raus. Ist mir vorher noch nicht passiert, bisher hab ich hier zumindest immer etwas gekauft. Bei der insgesamt 1 1/2 stündigen An- und Abreise per Bus sollte man diese Chance nicht ungenutzt lassen. Aber gestern war wohl eben nicht mein Tag. Mal wieder.
Den krönenden Abschluss des Tages erlebte ich dann in der Kneipe "Rivermill" in Downtown. Dort war ich so gegen 23 Uhr eingetrudelt, nachdem ich lange mit mir selbst gerungen habe ob des grauenvollen Wetters doch noch auszugehen. In der Kneipe traf ich dann meinen Mitbewohner, der aber mit Pool-Spielen und nem Kumpel beschäftigt war, sowie einen weiteren Inder, der aber gerade am gehen war. Und sonst niemanden. Traurig, aber wahr, Blacksburg, an einem Samstag abend. Also ging es auch relativ früh wieder heim, denn sinnlos betrinken wollte ich mich auch nicht. Ist nicht mein Ding, vor allem nicht gegen Frust. Das gibt nur doppelte Kopfschmerzen am nächsten Tag.

Heute morgen hab ich mich dann wieder gegen 8 aus dem Bett geschwungen. Ich hätte natürlich gerne noch ein paar weitere Stündchen im Bett gelegen um den letzten Tag dieser verwunschenen Woche zu verkürzen. Aber leider ist mein innerer Rhythmus mittlerweile so auf die "Eastern Time Zone" abgestimmt dass ich fast jeden Morgen "pünktlich" (für was eigentlich) um 8 aufwache. Meinen Wecker hab ich schon seit Wochen nicht mehr benutzt. Naja, und weil ich dann eben schon wach war...

... hab ich mich aufs Fahrrad geschwungen und bin zur Driving Range gefahren. Wenn schon am Dienstag die letzte Golfstunde ist und wir eine ganze Runde auf dem Platz spielen will ich wenigstens da nicht ganz dumm aus der Wäsche gucken. Deswegen habe ich heute noch ein paar lange Bälle mit dem langen Eisen geschlagen, daran haperte es letzten Donnerstag ja vornehmlich. Mal schauen, ob das fruchtet. Weil ich nach dem Heimkommen total geschwitzt war dachte ich mir, hey, dann kann ich auch nochmal in den Pool springen bevor der Herbst losgeht. Gemacht, getan. Meine Oberarme werden es mir danken. Hoffentlich.

Jaaaaa, und nach dem Heimkommen und Duschen ereilte mich dann ein ganz herzallerliebster Anruf aus Deutschland, der im Sinne des letzten Blogeintrag positiv ausgedrückt nur als "böse Blutgrätsche" bezeichnet werden kann. Auf Details möchte ich an dieser Stelle im welt weiten Netz nicht weiter eingehen, aber es hat sicherlich nicht zu meinem Wohlbefinden beigetragen. Wer es nicht ohne mein Gejammer aushalten kann, darf mich bei Gelegenheit gerne drauf ansprechen.

Um mich irgendwie zu beruhigen und meinen Frust abzubauen hab ich keine Wände eingeschlagen, auch nicht laut rumgebrüllt oder mich dem Alkohol ergeben, sondern einfach einen Haufen Geld ausgegeben. Wollte ich ja Samstag schon machen. Im zweiten Anlauf ist mir das dann also "geglückt", und Amazon.com darf sich nun glücklich schätzen, von mir eine dicke Überweisung eines halben Monatsgehalts zu erhalten. Wofür?

Schaut selbst:
Die Canon EOS Rebel XTi (außerhalb der USA läuft sie unter der Bezeichnung EOS 400D) sollte dann zusammen mit ner Speicherkarte am Mittwoch bei mir sein. Zusätzlich zum lange ersehnten neuen Headset für den PC, denn Telefonate nach Deutschland mit nur einem Ohr sind auf Dauer sehr anstrengend. Und dann blutet´s ja auch nur einseitg.

Freitag, 24. August 2007

Halbzeit

Halbzeitstand in der Partie

USA - Deutschland








2 - 4

In den ersten 45 Minuten der teils schleppend, teils packend verlaufenen Partie konnte Deutschland seiner Favoritenrolle gerecht werden. Bereits in der frühen Phase kristallisierte sich heraus, dass es für die USA ein schwieriges Spiel werden würde. Nur durch Phasen harter Arbeit und vereinzelte Versuche der Selbstmotivation konnten gewisse Akzente gesetzt werden. Den Rest der Zeit spielte das amerikanische Team eher lustlos und unmotiviert auf. Gerade zu Beginn zeigten sich Schwächen in der Defensive, als es zu problematischen (S)Zähnen im Mund-Raum kam und das Team erst mal seinen Platz auf dem Feld (bzw. in einer Wohnung) finden musste. Hier konnte das Team Deutschland einen frühen Treffer landen, indem es Zusammenhalt und gegenseitige Hilfestellung in exzellenter Form darbot. Durch eine starke Teamleistung und gegenseitiges Aufbauen der 11 Freunde aus Deutschland stand es also 0:1 für das deutsche Team. Gute Freunde sind eben durch nichts zu ersetzen.

Kurze Zeit später gelang den USA jedoch der Ausgleich, indem man eine sehr interessante Aufgabenstellung für die Diplomarbeit präsentierte. Die Arbeitsbedingungen im amerikanischen Trainingslabor sind doch sehr gut, auch wenn der Erfolg manchmal länger auf sich warten lässt. 1:1 also durch die Arbeitsumstände.

Nach einer längeren Hängepartie gelang den USA durch eine gelungene Kombination von "Wine Socials" und "New-York-Urlaub" die glückliche Erhöhung des Zählerstandes auf 2:1 für die USA. Querrelen innerhalb des deutschen Teams trugen dazu bei.

Durch eine Konsolidierung der Probleme innerhalb der Mannschaft und ein erhöhtes Maß an Heimweh konnte Deutschland aber schnell den Gleichstand wieder herstellen. Dann gewann das Spiel an Tempo, und die USA kamen durch die Einwechslung einer angebotenen PhD-Stelle wieder in Fahrt, konnten dies jedoch bisher nicht in einen zählbaren Erfolg umwandeln. Im Gegenzug konnte Deutschland durch einen Konter in Form eines Ausschwärmens diverser Bewerbungen für eine Doktorandenstelle einen weiteren Treffer zum 2:3 erziehlen. Auch wenn nicht ganz klar ist, wer letztlich der Torschütze ist, so liegt das Gewicht nun doch wieder stärker auf Seiten der Deutschen.

Durch die unglaubliche Unterstützung der deutschen Anhänger, Familien und Freundin konnte der Vorteil noch auf 2:4 erhöht werden. Obwohl das Spiel während der letzten Minuten vor der Halbzeit durch mangelndes Engagement auf US-amerikanischer Seite und eine Einstellung der Arbeitsaktivitäten wieder ziemlich abgeflacht ist lässt die zweite Halbzeit hoffen. Ob die Amerikaner das Blatt doch noch zu Ihren Gunsten wenden können? Die Einwechslung des unbekannten aber vielversprechenden Golfsports könnte vielleicht noch einige Akzente setzen. Im gestrigen Trainingsspiel konnte dieser zwar nicht komplett überzeugen und es waren vor allem Defizite bei weiten Bällen zu erkennen, aber dafür bietet sich noch eine Menge Entwicklungspotential.

Hoffen wir nur für beide Teams, dass es nicht zu einer Verlängerung durch ein nicht zu bewältigendes Arbeitspensum kommt. Das Abflachen der Leistungkurve kurz vor der Halbzeit könnte jedoch darauf hindeuten, dass ein Rückspiel in Deutschland nötig sein könnte. Während dessen müsste dann eine schriftliche Ausarbeitung angefertigt werden, falls die Entscheidung nicht schon während der 90 Minuten fällt.

Wir hoffen auf ein weiterhin spannendes Spiel.