Andererseits ist die Abwesenheit vom Chef natürlich auch ganz angenehm, denn dann muss man sich nicht alle 30 Sekunden panisch umschauen, ob er sich nicht doch angeschlichen hat und einem über die Schulter guckt. Mein Kollege reizt das sogar soweit aus, dass er die nächsten 10 Tage nicht in der Uni aufzukreuzen gedenkt. Und ich hab schon ein schlechtes Gewissen wenn ich mal 2 Stunden früher gehe...
Generell lässt all das ziemlich an der Arbeitsmoral hier zweifeln. Normalerweise ist, wenn ich morgens komme, noch keiner der anderen Graduate Students da, und oft bin ich der letzte, der das Licht ausmacht. Und auch mein Prof kommt täglich um 9 und lässt sich durch nichts davon abbringen, um 5 in seinen Feierabend zu verschwinden. Gut, der Mann ist auch schon über 70, da sollte man sich ja auch nicht mehr überarbeiten. Aber wenn ich mir angucke, welches Pensum andere Professoren in Deutschland da ableisten (einigen hab ich ja schon vom meine Studienarbeit betreuenden Prof erzählt) finde ich es schon verwunderlich, wenn die Staaten immer als das Land der absoluten Strebsamkeit und Produktivität gepriesen werden. Hab hier noch keinen gesehen, der sich überarbeitet hätte. Da schließe ich mich auch nicht aus, denn immerhin soll so ein Auslandsaufenthalt ja auch noch ein paar weitere Dinge bereithalten als nur Arbeit und Plackerei. Und wie bereits erwähnt: es sind ja noch 4 Monate. Bis zur (hoffentlich nur temporären) Arbeitslosigkeit.

2 Kommentare:
temporär... des hab ich auch gesagt... na ja, ist ja relativ.
Mach du mal schön deinen Dieter (Dr.)
Guden Alex!
Ja, so kennt man ihn... Aufopferungsvoll arbeitet er, auch wenn sich sonst keiner drum kümmert... oder vielleicht weil?
Hm... ;o)
Also ich hoffe ja schwer, dass du SPÄTESTENS in 4 Monaten, in Worten VIER, wieder hier im Lande bist!!!
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