Mittwoch, 1. August 2007

Long way to go

1. August. In genau 4 Monaten bin ich also wieder zuhause. Bis dahin liegt noch ein langer, steiniger Weg vor mir. Zwar kann ich mich momentan nicht wirklich beklagen, denn es geht wirklich allmählich voran und ich nähere mich dem Tag, an dem ich endlich mal richtig mit den Experimenten beginnen kann. Trotzdem ist da noch einiges abzuarbeiten, was einfacher ist wenn man nicht so Kopfschmerzen hat wie heute. Deshalb bin ich mal ausnahmsweise schon um halb 4 nach Hause geradelt, wobei ich natürlich prompt ein schlechtes Gewissen hatte. Andererseits hätte ich heute ohnehin nicht viel mehr schaffen können, denn wieder einmal bin ich von den Jungs aus der Werkstatt abhängig. Was mir garnicht behagt, denn deren Arbeitsmoral und -geschwindigkeit korreliert ganz stark mit der Mondphase und dem Wasserstand des Jangtse in China. Wobei da sicherlich aufgrund der Gezeitenkräfte sogar ein Zusammenhang zu finden wäre, aber lassen wir das. Letzlich kann ich nur hoffen, das mein Kram fix erledigt wird. Die Aussichten dazu stehen aber nicht allzu gut, da mein Prof erstmal bis nächste Woche irgendwo unterwegs ist. Der ist nämlich der einzige, der es irgendwie schafft, den Mechanikern Dampf unter den Hintern zu machen.

Andererseits ist die Abwesenheit vom Chef natürlich auch ganz angenehm, denn dann muss man sich nicht alle 30 Sekunden panisch umschauen, ob er sich nicht doch angeschlichen hat und einem über die Schulter guckt. Mein Kollege reizt das sogar soweit aus, dass er die nächsten 10 Tage nicht in der Uni aufzukreuzen gedenkt. Und ich hab schon ein schlechtes Gewissen wenn ich mal 2 Stunden früher gehe...

Generell lässt all das ziemlich an der Arbeitsmoral hier zweifeln. Normalerweise ist, wenn ich morgens komme, noch keiner der anderen Graduate Students da, und oft bin ich der letzte, der das Licht ausmacht. Und auch mein Prof kommt täglich um 9 und lässt sich durch nichts davon abbringen, um 5 in seinen Feierabend zu verschwinden. Gut, der Mann ist auch schon über 70, da sollte man sich ja auch nicht mehr überarbeiten. Aber wenn ich mir angucke, welches Pensum andere Professoren in Deutschland da ableisten (einigen hab ich ja schon vom meine Studienarbeit betreuenden Prof erzählt) finde ich es schon verwunderlich, wenn die Staaten immer als das Land der absoluten Strebsamkeit und Produktivität gepriesen werden. Hab hier noch keinen gesehen, der sich überarbeitet hätte. Da schließe ich mich auch nicht aus, denn immerhin soll so ein Auslandsaufenthalt ja auch noch ein paar weitere Dinge bereithalten als nur Arbeit und Plackerei. Und wie bereits erwähnt: es sind ja noch 4 Monate. Bis zur (hoffentlich nur temporären) Arbeitslosigkeit.

2 Kommentare:

Tomas hat gesagt…

temporär... des hab ich auch gesagt... na ja, ist ja relativ.
Mach du mal schön deinen Dieter (Dr.)

Andreas Schreiber hat gesagt…

Guden Alex!

Ja, so kennt man ihn... Aufopferungsvoll arbeitet er, auch wenn sich sonst keiner drum kümmert... oder vielleicht weil?

Hm... ;o)

Also ich hoffe ja schwer, dass du SPÄTESTENS in 4 Monaten, in Worten VIER, wieder hier im Lande bist!!!