Freitag, 20. Juli 2007

Boston, MA

Freitag morgens dann die Abreise nach Boston mit dem Chinatown-Bus. Dazu muss man natürlich erst mal nach Chinatown kommen, also etliche Stationen Metro fahren und dann die Passage durch die Metrostation Grand St. überleben, deren Geruch eher an nen Fischmarkt erinnert. Die Fahrt mit dem Bus war dafür ganz angenehm, und nach nur 4 1/2 Stunden waren wir an der South Station in Boston. Mit der Metro ging es dann zunächst ins etwas außerhalb gelegene, dafür ganz schöne Hostel, und danach besuchten wir den Campus Harvards, der altehrwürdigen Universität. Überraschend waren für mich dabei 3 Dinge: Erstens dass in einer der renomiertesten Universitäten der Welt die Bibliothek Freitags um 17 Uhr schließt, zweitens dass der zentrale Campus relativ klein und nicht so schön ist wie ich es mir ausgemalt hatte - und drittens, dass es gerade im Heiligtum des US-amerikanischen Bildungswesens eine unermessliche Zahl von Verrückten gibt, die sich für die neueste Ausgabe des Harry Potter-Romans (Teil 7 oder so) Stunden vor Verkaufsbeginn um eine kilometerlange Schlange einreihen, die einmal um den ganzen Block ging. So etwas hätte ich ja sonstwo erwartet, aber nicht nahe einer Universität, deren Studenten zu den höchstbegabtesten der Welt gehören sollen. Dies lässt mich zumindest daran zweifeln...


Der Campus des MIT, welcher in 35minütiger Lauf-Entfernung zu Harvard am Ufer des Charles Rivers in Cambridge gelegen ist, war für uns zu groß um alles zu sehen. Aber letztlich ist jede Uni ja wie jede andere, und mag sie noch so bekannt sein. Im Endeffekt machen ja die Leute den Ruf der Universität aus, das Lehrpersonal und die Studenten. Und von beiden war während der Sommerferien an einem Freitag nachmittag nicht allzuviel zu sehen.

Deshalb ging es per pedes weiter Richtung Downtown, was dann doch ein recht anstrengender und langer Weg ist. Aber es lohnt sich, und besonders der Boston Common als grüne Oase im Trubel der City ist ein netter Fleck, um mal die Beine hochzulegen und sich zu entspannen. Gestärkt starteten wir dann den Freedom Trail, eine Route quer durch die Innenstadt entlang derer die wichtigsten historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten aufgereiht sind. Da Boston mit seiner Geschichte als einer der ältesten Siedlungen in Neu England eine wichtige Rolle unter anderem im Unabhängigkeitskrieg einnahm, kann man hier viele "alte" Gebäude und nett restaurierte Flecken sehen, an denen sich mal etwas (für Amis) wichtiges abgespielt hat. Als (ignoranter) Europäer kann man sich, unwissend bezüglich harter Fakten amerikanischer Kriegstreiberei, also immer noch halbwegs schöne Architektur angucken. Und vielleicht sogar noch das ein oder andere lernen.

Jedenfalls bekommt man auf dem Trail einen guten Eindruck vom Stadtzentrum, der Weg endet dann am Denkmal "Bunker Hill" (hier hat sich irgendeine wichtige Schlacht abgespielt) oder an der USS Constitution, einem alten Segelschiff das im Marinehafen vertaut ist und jedes Jahr zum Unabhängigkeitstag (ich berichtete) ein paar Runden auf dem Fluss drehen darf. Alles nett anzuschauen, aber nach einem langen Weg brauchten wir dann spät abends mal eine Pause und machten es uns auf einer Parkbank "gemütlich". Beine hochlegen und so. Denn morgen ist ja noch ein Tag.

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