Sonntag, 17. Juni 2007

Sommer, Sonne, ... Einsamkeit

Heute war mal wieder so ein Tag, wo ich trotz allerschönsten Sonnenscheins, sommerlicher Temperaturen und sonntäglicher (Arbeits-)Freiheit wieder gewisse Bedenken habe, warum ich das hier überhaupt mache. Zwar war ich heute morgen Basketball-Spielen (allein), schwimmen im Pool (allein) und hab ne Menge gelesen (allein), aber so richtig geborgen fühl ich mich dabei nicht. Vielleicht hab ich am Wochenende auch einfach zu viel Zeit um Nachzudenken und Simone, meine Eltern sowie das deutsche Essen zu vermissen...

Die Arbeit unter der Woche hält halt doch auf Trab und lässt kaum Zeit zum Nachgrübeln. Aber am Wochenende beschleichen mich dann jedesmal solche Zweifel und Gedanken, ob es eine Diplomarbeit in Deutschland, bei ner netten Firma oder an der Uni, nicht doch auch getan hätte. Auslandserfahrung hin oder her, vom kulturellen Austausch hab ich bisher noch nicht viel gehabt - mangels Leute, die an meinem Leben teilhaben.

Mein netter Mitbewohner ist momenten leider immer noch mit einem wichtigen Projekt beschäftigt und der arme arbeitet wirklich Tag und Nacht - heute kam er wieder mal nachts um 4 aus dem Büro in der Uni heim! Da kann ich ihm es nicht verübeln, dass er keine Zeit hat mit mir und seinen Kumpels mal einen draufzumachen.

Und an der Uni !?!? Die Leute da sind zwar alle wirklich freundlich und nett, aber es sind eben doch irgendwie Kollegen, und außerdem haben auch die momentan genug um die Ohren. 4 von 5 Doktoranden des Professors beenden diesen Sommer ihre Projekte und verlassen als PhDs die Uni. Wenn ich mal den Arbeitsaufwand für die Studienarbeit in den letzten Wochen auf eine dreijährige Forschungstätigkeit hochextrapoliere wage ich mir kaum vorzustellen, unter welcher Anspannung die gerade stehen. Und einer ist letzte Woche dazu noch zum zweiten Mal Vater geworden!

Nicht mal meine Zahnfüllungen wollen mehr was mit mir zu tun haben, wie das nebenstehende Foto beweißt! Sie machen es sich lieber auf meinem Laptop gemütlich, nachdem der Zahnarzt sie mir letzte Woche entfernt und eröffnet hat, dass ich wohl ne neue Füllung für den Backenzahn benötige.

Wie dem auch sei, bleibt mir wohl nichts anderes üblich als auf bessere Zeiten zu hoffen, wenn das Semester wieder losgeht ist hier in der Apartmentsiedlung sicher auch wieder mehr los und Kontakt schneller aufgebaut als im Moment. Während meiner Zeit in Barcelona war die Anfangsphase ja auch am schierigsten, weil man sprachlich noch nicht so versiert ist und ich mit meinen Kontakthemmungen ja ohnehin nicht so ohne weiteres mit fremden Leuten ins Gespräch komme.

Und dazu noch diese nervige Internetverbindung, die ständig zusammenbricht wenn ich gerade mal Kontakt zurück nach Deutschland etabliert habe...

Nevertheless, keep on smiling! Ich gehe dann also mal meine Wäsche aus der Maschine holen...


We are the Hookies, we will prevail!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Alexander,

lass doch den Kopf nicht hängen wegen mangelndem Kontakt. Meine Verwandte in Kansas City haut alle Leute an mit der Frage: Where are you from? Du glaubst garnicht wie schnell die immer jemanden zum schwätzen findet.
Und Deine Zahnfüllungen haben das bestimmt nicht böse gemeint. Denk immer dran: hier in der Heimat sitzen jede Menge Leute, die an Dich denken und darauf warten, dass Du wieder zurück kommst.

Halt die Ohren steif
viele Grüße aus dem Griesheimer Windkanal (naja, um zwei Ecken rum)
Heidrun

Anonym hat gesagt…

Ich denk auch an dich... denkdenkdenk! ;)

Vielleicht klappt das ja, dass ich mal für ne Woche vorbeifliege... ;o)

Und ich kann dich trösten: Hier in Munich ist es nicht besser... Arbeiten, langweilen, arbeiten, langweilen...

Zum Thema Radio: Internet... :)

MP3: ich schick dir mal nen MP3 per Post... hehe...

Greetinx und keep your head up high...