Heute musste ich mich mal wieder um etliche organisatorische Sachen kümmern. Mein Mitbewohner und ich haben am Wochenende einen Blauen Brief erhalten, weil wir angeblich unsere Miete nicht bezahlt hätten. Diese Mahnung geht mit einer Mahngebühr von 75 Dollar einher, und wenn die Miete bis zum 20. des Monats nicht beglichen ist drohen rechtliche Schritte. Also bin ich heute morgen zur Verwaltung getigert und hab nachgefragt was da los sei, weil wir unsere Checks ja fristgerecht eingereicht hatten. Es stellte sich heraus dass es einen Verbuchungsfehler gegeben hatte und die Mahnung hinfällig sei, unser Geld ist also regelkonform eingegangen. Noch mal Glück gehabt...
Danach bin ich dann ins "Cranwell International Center" gefahren, eine Art Auffanglager für ausländische Studierende mit all ihren Problemchen und Anliegen. Heute war jemand von der Bezirksverwaltung zu Besuch, und da konnte ich dann endlich meinen Antrag auf Erteilung einer Sozialversicherungsnummer (Social Security Number) stellen. Leider sind die Leute vom Amt nämlich nur einmal im Monat da, und letzten Monat hatte ich dieses Event gerade verpasst. Nun darf ich hoffen, in circa 6 Wochen meine Sozialversicherungskarte in den Händen zu halten. Hoffentlich...
Zunächst mal musste ich wieder alle meine Unterlagen und Dokumente vorlegen und es wurden Kopien gemacht. Nun wird mit den Einwanderungsbehörden abgeglichen, ob ich auch legal hier bin und alles mit rechten Dingen zugeht. Früher musste man zur Beantragung der Sozialversicherungsnummer nur ein Online-Formular ausfüllen und nicht persönlich vorsprechen, aber seit diesem ominösen 11. September vor 6 Jahren ist hier ja alles anders. Denn natürlich hatten Mohammed A. und seine Komplizen auch ne Sozialversicherungsnummer in den USA! Und deshalb... muss man es zukünftigen Terroristen uns sonstigen Ausländern zusätzlich erschweren, diese Formalie zu erledigen!
Generell war ich neulich etwas überrascht, dass es tatsächlich auch (scheinbar) gebildete Menschen hier gibt, die den Anti-Terror-Kurs vom Oberschlächter Bush unterstützen. Vor einigen Tagen war ein externer Professor für einen Gastvortrag über Reisen ins All und neue Antriebstechnologien an unserem Institut, und er wurde nicht müde zu betonen dass die Forschung momentan auch deshalb in der Krise steckt, weil so viel Geld in militärische Ausgaben gepumpt wird statt in zukunftsträchtige Konzepte. Aber nicht dass er irgendetwas daran auszusetzen gehabt hätte. Denn es gäbe ja "eine Menge Leute, die uns töten wollen". Und wenn dieser "Krieg gewonnen" sei, können man auch wieder in Ruhe zu den Sternen greifen und der Raumfahrtforschung mehr Geld zugestehen.
Manchmal zweifle ich doch an einigen Geistern, die mich hier umgeben...
Dienstag, 19. Juni 2007
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1 Kommentar:
...getigert... ;-)
Gruß aus DA
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