Sonntag, 25. November 2007

Thanksgiving etc

Sonntag, der 25. November 2007, 9:05 Uhr. In genau 7 Tagen um diese Uhrzeit (MEZ, natürlich!) sollte Flug DL 020 aus Atlanta deutschen Boden berühren und mich zurück in die Heimat bringen. Ein paar Tage bleiben mir hier in Blacksburg also noch, aber langsam merke ich schon dass es dem Ende entgegen geht. Gestern beispielsweise habe ich meine letzten Versuche durchgeführt - ein letzter durchgearbeiteter Samstag, ein letztes Mal für eigene Zwecke Flaschen schleppen, das letzte Mal ueber komische Daten gewundert. Bleibt also "nur" noch die Auswertung und das Schreiben der Ausarbeitung, womit ich mich wohl wieder den ganzen Sonntag beschäftigen werde. Und langsam steigt auch die innere Anspannung ins Unermessliche, die mit der Rückreise verbunden ist. Ob alles in die Koffer passt. Ob mit dem Flug alles nach Plan klappt. Bald wieder bei Familie und Freunden zu sein. Mein Herz rast...

Diese Woche wurde hier in den USA ja Thanksgiving gefeiert. Aus diesem Anlass hatten die Studenten hier frei und sind grösstenteils zu ihren Familien oder sonst wo in den Urlaub gefahren, so dass der Ort und insbesondere der Campus mehr an eine Geisterstadt erinnert hat. Die einzigen, die zu dieser Jahreszeit in Blacksburg bleiben, sind die internationalen Studenten, die eben nicht mal schnell zu ihren Familien heimfliegen oder -fahren können. Ausser den paar Leuten die im Cranwell International Center am Dienstag beim Kuchenessen waren (es gab herzhafte und suesse Pies) hat man kaum jemanden gesehen. Aber was solls, ich war ja eh im Labor eingesperrt und hab nochmal mit Hochdruck an meinen Versuchen gearbeitet - da bleibt ja ohnehin kaum Zeit für soziale Kontakte :)

Donnerstag abend war ich bei meinem Professor eingeladen, um im Kreise seiner Familie das traditionelle Thanksgiving Dinner zu geniessen. Nach einer Fahrt auf dem Rad durchs mittlerweile eisig kalte Blackburg kam ich an seinem schönen Haus am anderen Ende der Stadt an, wo neben ihm und seiner Frau auch schon seine Kinder und Enkelkinder fleissig an der Vorbereitung des Abendessens werkelten. Wobei, die Aufgabe des Hausherren bestand eigentlich darin, den Truthahn zu zerteilen, die sonstige Arbeit in der Küche hat er dann doch eher den Damen überlassen :) Und das war vermutlich eine Menge Arbeit, wenn man mal die ganzen Bestandteile berücksichtigt. Nach dem obligatorischen Tischgebet mit Händen anfassen und betretenem nach unten gucken (da kam ich nicht drum herum :) ) gab es eine leckere Kartoffelsuppe. Auf diese folgte dann der Hauptgang mit dem in dunkle und helle Fleischteile zerlegten Truthahn, der köstlichen Füllung, Süsskartoffeln, Kartoffelbrei mit Speck, einem Brokkoli-Auflauf, Möhrchen, Cranberry Sosse und Cranberry Fluff (das ist Cranberry Sosse gemischt mit aufgeschlagener Schlagsahne und selbst für meinen Geschmack zu süss). Zum Abschluss des gelungenen Mahls in netter Runde gab es dann noch 3 verschiedene Pies (Pecanuss, Apfel und der obligatorische Pumpkinpie), aller äusserst köstlich und von des Professors reizender Enklin gebacken.

Offenbar gehört es dann selbst in Akademikerfamilien hier in den USA zum guten Ton, sich direkt danach mit den Kindern vor die Glotze zu setzen und einen kitschigen Weihnachtsfilm zu gucken. Nach so viel gutem Essen war mir aber eher nach ein bisschen Bewegung, und so habe ich dem jüngsten Enkelsohn mal gezeigt, wie man "richtig" Tischfussball spielt. Das einzige was mir Angst gemacht hat war der riesige weisse Wolf, dessen Fell mir gegenüber an der Wand hing. Ganz zu schweigen vom sibirischen Bären, der als Teppich das Wohnzimmer annähernd ausfüllte. Diverse Geweihe an den Wänden bin ich ja von der Wohnung meiner Grosseltern schon gewohnt, aber was hier an erlegten Wildtieren die Wohnung "schmückt" ist nicht mehr feierlich. Fehlt ja auch eigentlich nur noch der Leopard, den mein Prof diesen Sommer im Afrikaurlaub geschossen hat.

Ansonsten war das Erlebnis wirklich nett und es war interessant meinen Betreuer mal ausserhalb der Universität zu erleben. Lustig auch zu sehen dass das strenge Regiment nicht nur in der Forschungsgruppe herrscht, sondern auch daheim klar ist, wer die Hosen anhat. Was aber nicht bedeutet, dass er sich nicht rührend um seine Enkelkinder kümmern würde. Schön sowas. :)

Freitag war ich dann bei meinem Kollegen Ryan wieder zum Essen eingeladen, da er an diesem Abend mit seiner Verlobten und deren Mutter und Schwester das Thanksgiving Dinner einzunehmen gedachte. Auch hier gab es wieder eine schier unglaubliche Auswahl an leckeren Speisen inklusive des Truthahns der in keinen deutschen Backofen passen würde. Auch hier anschliessend wieder gemütliches Beisammensein - vor dem Fernseher. Wenigstens gab es diesmal keinen Weihnachtsfilm, sondern ne Action-Film-DVD. Wieder ein gelungener Abend und ein Tag weniger hier in der Fremde. Und wenn ich die letzten Tage jetzt auch weiterhin Pumpkin-Pie esse, gewöhn ich mich vielleicht sogar noch dran :)

Sonntag, 18. November 2007

Endlich!!!


Aber dann habe ich gester gleich mal den groessten Frevel begangen, den man als stolzer Mac-Besitzer eigentlich begehen kann:

na, wer findet den Fehler???

Ja, ich habe Windows XP auf meinem MacBook installiert. Nicht weil ich das ausschliesslich als Betriebssystem nutzen wollte, sondern einfach um meine Engineering-Software, fuer die ich nur Windoof-Versionen habe, zum Laufen zu bekommen. Es ist eben nicht so ganz einfach diesen Schritt von Microsoft zu Apple in einem Rutsch zu machen. Und schliesslich muss ich hier ja noch so eine Lappalie wie meine Diplomarbeit fertigstellen.


Das Tolle an der Sache ist, dass ich hier Windows in das verbannen kann, wo es hingehoert: in ein eigenes Fenster auf meinem Mac OS Desktop! Parallels machts moeglich! Und vor allem kann ich so im Falle eines XP-Absturzes (soll ja Geruechten zufolge in Einzelfaellen und wenn Weihnachten und Ostern zusammenfallen mal vorkommen) ratz-fatz einfach das Fenster zumachen und Windows quasi neustarten, ohne dabei aber meine Mac OS Leopard-Daten zu verlieren! So macht auch die Arbeit mit Windoof wieder Spass! :)

Im richtigen Leben war ich dann nach einer anstrengenden Arbeitswoche und einem verpennten Freitag-Abend (ich habe Svens Anruf, um sich zu treffen, schon um 8:30 Uhr einfach verschlafen) am Samstag bei meinem Kollegen Chris zum Football-Gucken und Barbeque eingeladen. Ryan war auch da und abgesehen davon dass es ein tolles Spiel mit erfolgreichem Ausgang fuer das Team der Virginia Tech war war es auch das letzte Heimspiel der Hokies und ein gelungener Nachmittag. Zwischendurch gabs "Brats" (das was man in Deutschland glaube ich Bratwurst nennt) und frisch/selbstgemachte Guacamole. Einfach gut.

Spaeter abend bin ich dann mit Sven und Sayak auf eine Feuerzangen-Bowle gegangen. Die Bowle war auch ganz gut (schliesslich war mit knapp 10 Deutschen auch alles noetige Wissen zur Herstellung des Gebraeus anwesend), aber die Party war recht lahm. Daher haben wir es dann irgendwann vorgezogen, bei Sven noch einen herzerfrischend schwachsinnigen Film mit Will Ferrell zu gucken.

Tja, und heute hocke ich mal wieder daheim, spiele mit dem Laptop rum und update meine Adressdaten. Ach, wenn wir schon dabei sind: Falls das einer liest der in den letzten Monaten umgezogen ist und es mir nicht mitgeteilt hat, bitte ich doch um eine nette Mail mit allem noetigen (Adresse, Telefonnummer, Koerbchengroesse, Lieblingsfarbe etc. pp.)

Montag, 12. November 2007

Oh Carolina!

Wie ich vernommen habe wartet die Welt schon ganz ungeduldig auf Neuigkeiten aus den USA, und da will ich Euch mal nicht laenger auf die Folter spannen. Leider gab es in den letzten Wochen nicht allzu viel Neues zu berichten und/oder ich hatte wenig Zeit mal was zu schreiben.

Dieses Wochenende war aber wieder mal was los. Am Freitag hatte ich von meinem Kollegen Chris ein Ticket fuers Basketball-Spiel der Virginia Tech gegen Elon bekommen. Das ist ne Universitaet aus North Carolina, und eben dieser Bundesstaat sollte mich das ganze Wochenende begleiten. Themen-Abend sozusagen. Das Spiel auf jeden Fall war sehr spannend und auf aeusserst gutem Niveau, zudem waren die Plaetze einfach Spitze und wir hatten eine tolle Sicht aufs Spielfeld und waren mitten im Geschehen. Leider hatte ich nur die alte DigiCam mit, daher gibts nur ein paar verwackelte Eindruecke von der tollen Atmosphaere.


Samstag morgen setzte ich mich dann ins Mietauto und fuhr... genau, nach North Carolina! Zu meiner Cousine Sylvia und ihrer Familie. Wenn man schon mal so "in der Naehe ist" muss man schliesslich auch die Gelegenheit nutzen, zumal wir uns seit 3-4 Jahren nicht mehr gesehen haben. Die 250 Meilen und 4 1/2 Stunden Fahrt sind fuer amerikanische Verhaeltnisse ja auch wirklich um die Ecke, und so konnte ich ein tolles Wochenende mit Sylvia, ihrem Mann Matt, den Kiddies Sarah und Casey sowie mit insgesamt 3 Hunden, einer Katze, 2 Geckos und einem Fisch in deren neuen Haus nahe Fayetteville verbringen. Schoen haben die 4 (und die Tiere natuerlich auch) es dort, eine eigenes kleines Reich mit Garten und naechsten Sommer soll sogar noch ein Pool dazu kommen. In Deutschland bleibt den meisten ja der Traum vom eigenen Haus verwehrt... So haben sie hier aber eben genug Platz fuer jeden, die Kinder koennen im Haus und im Garten herumtollen - wobei die Engelchen aber eigentlich gaaaanz brav und gut erzogen sind! Und eigentlich spielen die beiden ja auch am liebsten im Kofferraum von Mamis Auto :)



Ausserdem habe ich noch einen Teil von Matts Familie und ein befreundetes Paaerchen kennengelernt, und abends waren wir dann deutsch Essen. Bei Maritha, die vor Jahren aus Deutschland hierher immigriert ist und die Amerikaner mit guter deutscher Hausmannskost verwoehnt. War wirklich sehr sehr lecker und hat mir Lust auf mehr gemacht - ich freu mich also schon besonders auf Weihnachten, wo wieder so richtig geschlemmt wird! :)



Sonntag mittag haben wir uns dann zusammen die Innenstadt von Fayetteville angeschaut. Die "historische" Altstadt ist zwar wohl fuer amerikanische Verhaeltnisse auch recht alt, einem Europaer entlockt dies aber naturgemaess mal wieder nur ein leichtes Grinsen. So RICHTIG alt ist hier eben doch einfach nichts!

Natuerlich musste ich, wenn ich schon mal in North Carolina bin, auch mal ein originial Carolina Barbeque Sandwich probieren. Das Barbeque ist super-zartes Fleisch welches mit Essig speziell mariniert ist und total gut schmeckt, besonders eben auf nem Brot mit Coleslaw Salat! Tja, das hab ich hier in Virginia noch nicht probieren duerfen!

Am Sonntag nachmittag hiess es dann aber auch schon wieder Abschied nehmen - einerseits weil in Blacksburg noch eine Menge Arbeit auf mich wartet, andererseits hatte ich aber auch vor noch einen Abstecher ueber Charlotte zu machen und mir dort ein NBA-Basketball-Spiel der Bobcats gegen die Houston Rockets anzuschauen. Haette ich meine Jacke nicht bei Sylvia vergessen und nochmal 10 Meilen zurueckfahren muessen waere ich sicher auch puenktlich angekommen, so musste ich die Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Bundesstrassen ein wenig ausdehnen und hab trotzdem 8 Minuten des ersten Viertels verpasst.

Letztlich war das aber auch nicht allzu schlimm, spannend wurde es eigentlich nur am Ende und die Stimmung im riesigen Stadion (das nur knapp halb besetzt war) war auch nicht annaehernd so gut wie in Blacksburg am Freitag. Mag vielleicht auch daran liegen dass ich umringt von einem Haufen Chinesen ganz oben und weit vom Spielfeld entfernt auf der Tribuehne sass. Und die Asiaten haben eben nur die Aktionen des Houston-Spielers Yao Ming beklatscht, der zum Leidwesen der Bobcats-Fans nicht nur aufgrund seiner 2,29 Meter Koerpergroesse (!) der herausragende Spieler an diesem Tag war. Gegen den Kerl sehen die anderen Spieler aus wie Kleinkinder, bemerkenswert wenn man bedenkt dass die meist auch knapp 2 Meter lang sind...

Zur Halbzeit gab es anlaesslich des heutigen "Veterans Day" (der in NC ein Feiertag ist, hier in Virginia aber wohl nicht *gemein* und an dem den Veteranen des US Militaers gedacht wird) eine entsprechend patriotistisch angehauchte Darbietung mit viel TamTam und Trara. Leider kein Aerosmith oder sonst ne Band die bei Football-Halbzeiten mal auftreten... ;)


Das Niveau des Spiels war leider nicht wahnsinnig viel besser als das was im College gespielt wird, und die Cheerleader in Blacksburg sind auf jeden Fall "heisser" - heissen ja nich umsonst Hot Techs ;) So wird das vermutlich mein erstes und letztes Live-NBA-Spiel gewesen sein.


Von Charlotte habe ich dann aufgrund der vorgerrueckten Stunde leider nicht mehr viel gesehen, habe aber auch noch von niemanden gehoert dass die Stadt wirklich sehenswert waere. Zumindest kann ich nun behaupten, mal dagewesen zu sein :)

Nach weiteren 2 1/2 Stunden Autofahrt war ich dann auch wieder "zuhause" in Blacksburg. Und alles in allem haben sich die 570 Meilen auf jeden Fall gelohnt: mal was anderes gesehen, die Familie getroffen, und sich vom Profi-Basketball desilusionieren lassen. Seit John Stockton und Karl Malone abgetreten sind ist die NBA eben doch nicht mehr das was sie mal war (Tomas wird sich an dieser Stelle wieder an den Kopf fassen :D).

Hoffentlich sehe ich Sylvia und ihre Familie bald mal wieder (und nicht wieder erst in 4 Jahren oder so), vielleicht das naechste mal ja sogar in Deutschland ?!?! Es sei denn ich reisse mich nun mal zusammen, schaffe noch ein bisschen was und kann dann ueber Thanksgiving doch noch mal runter in den Sueden fahren. Aber bis dahin ist es noch ein steiniger Weg und etliches zu schaffen, denn...

... in nicht mal mehr 3 Wochen bin ich ja schon wieder zu Hause!!! Also, im RICHTIGEN Zuhause! Zurueck in Deutschland! Bei meinen Eltern, meinen Freunden, und vor allem Simone. Ich freu mich drauf!

Zumal ich nun definitiv mindestens die naechsten 3 Jahre in Darmstadt bleiben werde, habe mich naemlich letztlich und endlich fuer eine Promotionsstelle an der TU Darmstadt entschieden. Aber dazu mehr beim naechsten Mal. Meine Druckluftflaschen warten mal wieder auf mich...

Mittwoch, 31. Oktober 2007

Halloween

Darkness falls across the land
The midnite hour is close at hand
Creatures crawl in search of blood
To terrorize yawls neighbourhood
And whosoever shall be found
Without the soul for getting down
Must stand and face the hounds of hell
And rot inside a corpses shell
The foulest stench is in the air
The funk of forty thousand years
And grizzy ghouls from every tomb
Are closing in to seal your doom
And though you fight to stay alive
Your body starts to shiver
For no mere mortal can resist
The evil of the thriller

Jaehrlich in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November verwandeln sich die USA in ein Land der Monster und Zombies. Schulkinder streifen verkleidet duch die Strassen und betteln nach Suessigkeiten, Collegestudenten lechzen nach Alkohol. Es ist Halloween, und alles spielt verrueckt. Schon seit Wochen kann man alle moeglichen Devotionalien, Kostueme und Suessbabsch in allen Laeden kaufen und selbstgeschnitzte (oder vorgefertigte) Kuerbisse stehen auf jeder Veranda.

Um diesen urspruenglich keltischen Brauch angemessen zu feiern habe auch ich mich in Schale geworfen und in einen ausserirdischen schweinskoepfigen Vampirjaeger verwandelt. Ich steh ja eigentlich nicht so aufs Verkleiden und vor allem der deutsche Fasching/Karneval/Fastnacht geht ja ueberhaupt nicht an mich - erzwungene Froehlichkeit an bestimmten Tagen im Jahr ist eben nicht meins. Aber die Halloween-Party gestern in der Rivermill und spaeter bei Cabo Fish Taco war schon wirklich lustig, neben guter Musik (House statt nervtoetendem Hoehner-Geschunkel) gab es einen Kostuemwettbewerb und dementsprechend fantasievolle Verkleidungen. Am Ende haben die betrunkenen Schluempfe, meine Freundin Kellyn als Fuenftes Element und ein Kerl gewonnen, bei dem mir mal wieder nicht klar war was er darstellen soll. Es macht sich eben schon bemerkbar, dass ich kein Fernsehen hier hab, diverse subkulturelle Aspekte bleiben mir da eben verborgen.


Ansonsten ist mit dem November mein letzter Monat hier angebrochen, hab heute also zum voraussichtlich letzten Mal vergessen das neue Bus-Monatsticket einzustecken und mich dann doch gewundert, wie kalt es hier langsam wird. Denn seit heute muss ich morgens auch Eiskratzen. Am Fahrradsattel.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Entjungfert

So, nun ist es also endlich passiert. Da musste ich erst 25 1/2 Jahre alt werden, um das mal erleben zu dürfen. Seit Freitag bin ich nun also offiziell keine Jungfrau mehr. Zumindest was das Miterleben einer Live-Aufführung der Rocky Horror Picture Show angeht. Nicht was ihr jetzt wieder gedacht habt. Tztztztz...


Auch wenn man den Film schon mal gesehen hat gilt das ja nicht wirklich, das wahre Erlebnis in all seiner Pracht ist nur in einem gefüllten Veranstalltungsraum mit leibhaftigen Darstellern zu begreifen. Inklusive Reis werfen, Wasserpistolengespritze und Bedecken des Hauptes mit einer Zeitung, lautstarker Kommentierung der Aufführung durch die Zuschauer, dem werfen von Toast und eben allem was dazugehört. In Amiland ist dies offenbar auch immer mit ein paar lustigen Spielchen mit den bis dahin jungfräulichen Zuschauern vor Beginn der eigentlichen Aufführung verbunden. Zum Glück konnte ich mich aber zumindest vor diesen leicht anzüglichen Spielchen retten. Kompletter Kleidungswechsel mit einer weiblichen Person auf der Bühne ist dann doch nicht so mein Fall. Und auch dem Unterwäsche-Lauf mitten im Film habe ich mich entzogen. Tja, da hätte ich halt vorher mal die "gute" Unterwäsche anlegen müssen. Wobei, einige der ja angeblich so prüden Amis sind eben auch ganz nackig durch die mit ca. 200 Leuten gefüllte Halle gelaufen. Bei einigen hatte man auch das Gefühl, dass die auf sowas das ganze Jahr schon gewartet haben, andere haben sich wohl durch den vorherigen Konsum alkoholisierter Erfrischungsgetränke bereits darauf eingestimmt. Wie dem auch sei, man staunt hier in Blacksburg doch immer wieder...


Zumindest bin ich nun eben offiziell entjungfert und habe dafür sogar eine Urkunde bekommen, die das hochoffiziell bestätigt. Eine andere Premiere hatte ich dann dieses Wochenende auch noch: mein erstes Halloween! Naja, Halloween ist ja eigentlich erst am Mittwoch, dennoch wurde am Samstag schon mal kostümiert vorgefeiert. Und die wahre Party steigt dann eben in der Nacht auf den 1. November. Nachdem ich Samstag den ganzen Tag zuhause rumgehangen und nichts gemacht hatte bekam ich gegen Mitternacht einen Anruf vom Fünften Element, dass ich doch unbedingt in die Rivermill kommen sollte. Dem konnte ich mich freilich nicht entziehen und habe mich in meiner Robe aufs Rad geschwungen.


Dort war dann auch gut was los, und nachdem der Sensemann neben mir an der Bar gegen halb 2 die letzte Runde geordert hatte (scheiß Sperrstunde!) ging es dann weiter zu einer Privatparty von Freunden von Freunden von Freunden. Auch wenn ich kaum jemanden (er)kannte - wie auch bei den Kostümierungen! - war es sehr lustig, und so durfte ich endlich mal wieder zu richtig gescheiter europäischer Elektromusik abtanzen. Und kurz vor der Heimkehr gegen 5 konnte ich gar noch einem echten Südstaaten-Hillbilly-Rap-Battle beiwohnen. Es gibt schon echte Originale hier...

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Der Himmel weint

Seit 2 Tagen regnet es hier in Blacksburg. Ununterbrochen. Und in Strömen. Cats und Dogs, wie der gemeine Brite zu sagen pflegt. Ob es damit zu tun hat, dass Aziza, eine marokkanische Bekannte, heute wieder über den großen Teich zurück in die (Wahl-)Heimat Italien geflogen ist? Am Dienstag hatte sie zum Abschied ein richtig leckeres Couscous gekocht und mit Freunden einen netten Abend verbracht.

Oder liegt es daran, dass die Hokies das wichtigste Football-Spiel der Saison im heimischen Lane Stadium gegen Boston College heute abend verloren haben? Bis 4 Minuten vor Ende stand es ja auch noch 10-0 für Virginia Tech, bis die Bostoner dann noch mit 2 Touchdowns punkten und die Stimmung im Stadion und in ganz Blacksburg unter den Gefrierpunkt senken konnten...

Andererseits muss es ja irgendwo runterprasseln, wenn in Kalifornien schon die Wälder brennen und dort kein Tropfen des herbeigesehnten Regens den Boden berührt. Irgendwo muss das ganze Wasser ja hin, und da trifft es momentan wohl eben Virginia. Das Ganze ist schon echt nicht mehr lustig, weil es zusätzlich noch ziemlich kalt geworden ist in den letzten Tagen. Auf regennasser Fahrbahn hat mein Freund Sayak dann heute sogar sein Auto geschrottet, naja, hoffentlich ist da noch was zu retten, aber wie gesagt: irgendwo hört der Spaß auf!

Genauso wie bei der ARD: Donnerstags ab 22:45 Uhr ist dort ab sofort Humorfreie Zone. Hat jemand die Schmidt/Pocher-Show gesehen? Ich habe mir das vorhin per Internet angetan und mich dermaßen darüber geärgert, dass die Öffentlich Rechtlichen für so einen Pausenclown wohl(-un-)verdiente GEZ-Gebühren rausschmeißen. Schlimmer noch. Nicht nur dass dieser Pocher vermutlich ne total überzogene Gage erhält, so zerstört er auch jeden Witz in der Sendung. Und es wird ganz schnell klar, das der Futzi mit den Pointen unseres Harrys intellektuell nicht mal ansatzweise mithalten kann. Was hält die ARD denn von der Jugend? Glauben die dass auch nur ein Jugendlicher diese Show nun anguckt, nur weil da ein Vulgär-Idiot das Niveau unter Normal Null senkt? Wie wäre es stattdessen mit "Schlag den Pocher" im Vorprogramm, um uns dann unseren Harry in seiner einzigartigen Pracht wieder in gewohnter Form darzubieten?!?!

Zum Abreagieren war ich dann im Kino und habe mir mit Sayak und Kellyn einen wunderbaren Film namens "Across the universe" angeschaut. In groben Zügen könnte man den Film als "Beatles Musical" bezeichnen, mit hervorragend dargebotenen Interpretationen der größten Hits der "Fabulous Four" die sich wunderbar in den Plot einfügen. Zum ersten Mal habe ich mich dabei ein wenig näher mit den Texten einiger Beatles-Lieder beschäftigt, und mit den unterschiedlichen Botschaften welche sie transportieren. Vermutlich sollte man den Film daher aber auch im englischen Original sehen. Also, ab in den Turmpalast!!!

Und nun höre ich nach Langem mal wieder das Blaue Album und lasse mich gleich von John, Paul, George und Ringo in den Schlaf singen...

Sonntag, 21. Oktober 2007

Herbst

Nun bricht also doch langsam der Herbst an, die Temperaturen sinken beträchtlich und die Blätter verfärben sich nicht nur bunt sondern fallen auch von den Bäumen. Dafür scheint die Sonne noch ab und zu ganz schön so dass ich mich heute mal wieder veranlasst sah, ein bisschen Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Gestern war ich ja lang genug in geschlossenen Räumen - zunächst vormittags im Walmart, später dann im Labor auf der Arbeit, dann für knapp 2 Stunden zum Racquettball spielen in der Sporthalle und danach dann wieder im Labor - und heute hatte ich eigentlich keinen Grund mich aus dem Haus zu begeben. Für die Weinverkostung, zu der ich heute eigentlich gehen wollte, hat sich niemand gefunden, der mit mir hingegangen wäre. Und irgendjemand muss ja im Zweifelsfall dafür sorgen, dass ich wieder heil nach Hause komme, wenn es schon gute Weine zur "flat rate" gibt :)

Also habe ich mir mal wieder meine Kamera geschnappt und ein paar Schnappschüsse gemacht. Irgendwie muss ich mal dafür sorgen, dass meine Bilder mehr Aussagekraft bekommen. Habe daher schon mal angefangen, den ein oder anderen Online-Fotokurs durchzuackern. Vieles davon kommt mir auch bekannt vor und klingt einleuchtend, aber es ist eben doch nicht ganz einfach bei der Bildgestaltung alle Aspekte zu bedenken. Und manchmal fehlt einfach doch das passende Motiv für das, was man gerne zeigen würde.

Trotzdem gibts mal wieder eine Auswahl meiner Erzeugnisse: