Mittwoch, 22. August 2007

boring...

Viel langweiliger und ereignisärmer als das vergangene Wochenende ist eigentlich nur noch: diese gesamte Woche! Nachdem ich am Samstag und Sonntag mal wieder gar nichts mit mir anfangen konnte startete ich am Montag in meine arbeitsmäßig uninteressanteste Woche seit ich hier bin. Denn was ist langweiliger, als absolut garnichts zu tun zu haben? Ich warte immer noch auf diverse Teile für meinen Versuchsaufbau, und gerade heute habe ich eine ganz tolle Mail bekommen derzufolge ich wohl auch noch einige Wochen auf zumindest ein Teil warten muss. Da es so nicht weitergehen kann werde ich, sobald die anderen Teile da sind, wohl wieder improvisieren müssen. Das wird vermutlich dazu führen, dass meine Testergebnisse nicht so schön aussehen werden, wie sie eigentlich sollten, aber nur halbwegs vertrauenswürdige Daten sind immer noch besser als gar keine Daten. Zumindest wenn ich bedenke, dass mir hier doch langsam die Zeit wegrennt.

So eine arbeitsarme Woche hat natürlich den Vorteil, dass man sich anderen Dingen widmen kann. So können sich jetzt diverse Firmen und Universitätsinstitute in Deutschland glücklich schätzen, meinen Lebenslauf, Leistungsnachweise und ein personalisiertes Anschreiben in den Händen zu halten. Mal sehen ob sich jemand meldet, insbesondere bei den Firmen mit ihren beknack.... äh tollen Online-Bewerbungs-Formularen (ich sag nur: Deutschnoten der Klassen 12 und 13 sowie Ausstellungsdatum des Führerscheins) bin ich da ja skeptisch. Entweder man wird irgendwann, irgendwie und irgendwo rausgefischt aus dem "Bewerberpool" (auch so ein tolles Wort, kommt man sich gleich vor wie ein unbedeutendes Tröpfchen im Meer der Willigen) - oder eben auch nicht, und man wird nie wieder etwas von der Firma hören, abgesehen von der automatisierten Bestätigungsmail, dass die Bewerbung eingegangen ist und meine Daten gespeichert wurden.

Andererseits hat sich mein Professor in Darmstadt gleich mit 4 (!) Angeboten für eine Promotion bei mir gemeldet, bin mir aber nicht so sicher ob irgendetwas davon das Richtige ist. Aber zumindest ist das ja schon mal ein positives Signal. Ich bin also gefragt! Auch wenn ich hier (zumindest momentan) sonst nur die Zeit absitze. Aber dafür kann ich ja nicht wirklich was.

Oh, mein Wochen-Highlight hatte ich dann gestern beim Golfkurs. Nach dem Putten und Chippen letzte Woche stand diesmal der "Full Swing" auf dem Programm. Abgesehen davon, dass ich heute Muskelkater ob des ungewohnten Bewegungsablaufes habe, bin ich nun in der Lage, zumindest halbwegs konstante Schläge hinzulegen. Arbeiten muss ich aber noch vor allem daran, meinen Oberkörper nicht auf und ab zu bewegen während der Schwingbewegung, was mir aus irgendeinem Grund nicht leicht fällt. Aber jeder hat ja so seine speziellen Problemchen am Anfang. Und spätestens nächste Woche werde ich dann meine erste richtige Runde auf einem Golfplatz zu spielen. Ich halte Euch dann über mein aktuelles Handicap stets auf dem Laufenden! ;)

Freitag, 17. August 2007

Truppeneinmarsch

Am Dienstag ist es passiert, die Uni wurde von militärischen Truppen besetzt! Die Herren und Damen in Tarnfarben latschen seither des öfteren in geordneten Einheiten und laut irgendwelche Lieder grölend über den Campus. Die neuen Rekruten sind also da, genauso wie viele zukünftige "zivile" Studenten der VT. Nächste Woche geht hier der Unterricht wieder los, und so langsam trudeln eben die ganzen Erstsemestler mitsamt ihrer Familien ein. Was man daran merkt, dass sich der Verkehr auf den Straßen erheblich verdichtet, tonnenweise Pappkartons neben den Wohnheimen liegen wo mal Einrichtungsgegenstände der neuen Bewohner drin waren und eine Menge Halbwüchsiger mit kahlgeschorenen Haaren und Fleck-Tarn-Hosen durch die Gegend läuft. Morgens ist es ganz lustig diesen Gesellen beim "Workout" zuzusehen, auf meinem Weg zur Arbeit liegt eines dieser bekannten Trainingsareale für zukünftige Helden des Krieges. Noch sind sind Mamas Lieblinge überaus gut genährt und dementsprechend unbeweglich, was für mich als Zuschauer ganz amüsant ist. Seile klettern und Hindernislauf waren in der Schule ja auch nie meine Favoriten, aber wie sich einige der beleibten Kerle da anstellen ist schon lachhaft. Schwer vorzustellen, dass diese Leute mal das Rückgrat der weltweit bestausgestattetsten und modernsten Armee darstellen sollen / werden.

Wie dem auch sei, ich vergnüge mich derweil lieber mit meiner Arbeit und den tollen Ergebnissen, die ich Mitte der Woche erarbeiten konnte. Das gibt Grund zur Hoffnung dass ich auch bei den Messungen der nächsten Wochen nette Resultate bekommen könnte. Aber ich will mal nicht zu optimistisch sein, man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben. Stattdessen nehme ich jetzt lieber mal wieder ein leckeres Mittagessen im Büro zu mir und kümmere mich dann weiter darum, was mich momentan am meisten umtreibt: Bewerbungen für eine Promotionsstelle fertig zu machen. Denn heute hab ich für mein Projekt hier nicht viel zu tun, und dann kann ich die Zeit ja auch sinnvoll nutzen um die Zukunftsplanungen voranzutreiben.













Am Wochenende werde ich mich dann weiter darum kümmern und mich meiner "Dune"-Kollektion widmen.


Die obere Reihe der Bücher habe ich schon ausgelesen, nun mache ich mich an die Bände die neulich per Post eingetroffen sind. Ach ja, und mit nun mehr als 4 Wochen Verzögerung ist auch eine Postkarte aus Spanien eingetroffen, über die ich mich sehr gefreut habe, deren Ankunft ich aber schon fast nicht mehr erwartet hatte. Die Wege der Post sind unergründlich...

Dienstag, 14. August 2007

Die staatsbürgerliche Pflicht des Schlepp-Sklaven

Nachdem mein Wochenende wieder erstaunlich unspektakulär war (Tennis spielen Samstag abend, Basketball Sonntag morgen und sonst lesen und arbeiten) war gestern auf der Arbeit wieder gut was zu tun. Der Nachschub an Druckluftflaschen wurde endlich geliefert, und diese wollten natürlich gegen die alten ausgetauscht und rumgeschleppt werden. Also habe ich mich mal wieder als Gewichtheber in der 24x70kg-Klasse im "Reißen" (ich glaub so heißt das...) betätigt. Hier könnt ihr Euch mal ansehen wie das dann aussieht:


oder auch im Live-Bewegungsablauf:



Neben diesem Hochwuchten ist auch der Transport per Sackkarren über diverse Stufen recht anstrengend. Aber was solls, früher hat man nubische Sklaven zum Errichten der Pyramiden gezwungen, heute besorgt man sich nen Diplomarbeiter aus Deutschland um dem Imperialismus und Größenwahn der Vereinigten Staaten genüge zu tun. Nach getaner Arbeit sieht man dann so aus (man beachte die gelben Verfärbungen überall auf den Klamotten):


Abends kommt man dann nach Hause und denkt man hat für heute seine Pflicht getan, aber nichts da! Freundlicherweise hat der Postbote noch einen netten Brief hinterlassen, dessen Inhalt sofortiges Handeln erfordert: In Eschborn stehen die Bürgermeisterwahlen an! Und zum Glück darf man als deutscher Staatsbürger ja auch im Ausland seiner Pflicht nachgehen und per Brief wählen! Hoffen wir mal, dass die Stimme was ausmacht, vorausgesetzt der Brief kommt rechtzeitig zur Wahl in der Heimat an.


Samstag, 11. August 2007

Amtlich

Jetzt ist es also amtlich: gestern morgen hat mich mein Prof zum persönlichen Gespräch geladen und mir vorgeschlagen, nächstes Jahr nach Blacksburg zurückzukommen und meinen PhD hier zu machen. Der "Doctor of Philosophy" ist das amerikanische Pendant zum deutschen Doktorgrad, und damit eigentlich genau das was ich für die nächsten Jahre vorhabe. In seiner typischen Art hat Dr. Schetz das Thema kurz per Monolog erläutert und ist dann nahtlos zur Diskussion meiner Messergebnisse (die ich in schweißtreibender Arbeit diese Woche ermittelt habe) übergegangen - ohne mir eine Deadline für meine Entscheidung zu nennen. Ich soll einfach mal "darüber nachdenken". Angesichts der Tatsache, dass die notwendige Bewerbung bei der Graduate School erst Mitte Oktober fällig wird, ist auch noch ein wenig Zeit. Wobei ich meine Entscheidung ja eigentlich schon getroffen habe, wie ich bereits im Blog nach meinem Trip nach NY/Boston erwähnt habe. Mein vorrangiges Ziel in den nächsten Monaten wird es sein, etwas "gescheites" in Deutschland zu finden. Und sollte im Land der Dichter und Denker keine Promotionsstelle und kein Doktorvater zu finden sein, so kann ich ja immer noch versuchen, mich mit dem Gedanken anzufreunden, die nächsten 3 Jahre meines Lebens in den USA zu verbringen. Momentan kann ich mir das nicht vorstellen.

Eigentlich sollte ich mich ja freuen, dass so viel Vertrauen in mich gesetzt und meine "selbständige Arbeitsweise" so geschätzt wird. Und das Angebot, bei einem weltweit renomierten Forscher auf dem Gebiet der Überschallaerodynamik für gutes Geld und innerhalb relativ kurzer Zeit (3 Jahre) den Doktortitel zu erwerben, ist doch schon verlockend. Die Jobchancen nach so einer Promotion in den USA sind wirklich ausgezeichnet, was ich am Beispiel meines Kollegen Luca in den letzten Wochen erleben durfte. Nicht nur hat er ein festes Angebot von der California Tech, DER Aerodynamik-Uni auf Erden, für einen Post-Doc, sondern auch Top-Angebote von Rolls-Royce, EADS und General Electric. Letzteres würde ihn vielleicht nach München ins dortige Forschungszentrum führen. Vielleicht geht über diese Connection ja auch was für mich ;) Gestern waren wir dann nochmal Mittagessen und abends ein Bierchen trinken, denn heute ging´s für ihn zurück nach "bella italia". Bye bye, Luca!

In der Zwischenzeit ist hier in Blacksburg so richtig der Sommer ausgebrochen, am Dienstag durfte ich bei schweißtreibenden 100° (keine Angst: Fahrenheit! => ca. 35° Celsius) gleich zweimal meine jeweils 12 Druckluftflaschen austauschen. Hab mal nachgeschaut, die guten Dinger wiegen pro Stück im leeren Zustand 70 Kilo. Und pro Austausch sind ja nicht nur 12 leere sondern auch 12 volle Flaschen zu rangieren, rumzukarren - und letzlich auf die Haltevorrichtung am Windkanal zu heben. Insgesamt 48 x 75kg = ein schöner Muskelkater in Rücken und Beinen, dazu ein paar Schwielen an den Händen. Zum "Glück" bestand meine erste Golfstunde am gleichen Abend dann nur aus Theorie, erst nächsten Dienstag geht es dann tatsächlich mal aufs Grün.

Das Wochenende verbringe ich mal wieder mit der Lektüre diverser Veröffentlichungen zu meinem Forschungsthema, mal sehen ob mich das etwas erleuchtet. Heute abend werd ich wohl noch ein bisschen Tennis spielen und danach vielleicht mit den Indern Downtown unsicher machen. Mal abwarten, was das Wochenende noch so bringt.

Sonntag, 5. August 2007

Parallelen

Habe mir an diesem langweiligen Sonntag, den ich mit Arbeit, Recherche und viel Internet-Gesurfe verbracht habe, mal wieder meinen Blog aus meiner Barcelona-Zeit angeschaut. Und dabei erstaunliche Parallelen entdeckt zu meinem momentanen Zustand. Knapp 2 1/2 Monate nach meiner Ankunft in der neuen Stadt hatte ich damals DIESEN Artikel gepostet. Und der spiegelt doch in gewisser Weise wieder, wie es mir auch momentan geht. Aber diesmal hab ich ja die Gewissheit, dass sich damals auch alles "zum Guten" gewandelt hat, und dass dies diesmal sicher auch wieder so sein wird. Beziehungsweise dass auch wieder bessere Zeiten kommen.

Eigentlich bin ich ja auch ganz happy, weil ich gestern endlich mal wieder länger mit meinem Schatz telefoniert habe und wir uns über ein paar Dinge ausgesprochen haben, die mir nun schon länger auf der Seele liegen. Danach ereilte mich dann ein Anruf von meinem Kollegen Luca, der ja Ende nächster Woche wieder in die Heimat nach Italien verschwindet, und so gingen wir dann noch lecker ein Steak essen. Für recht günstig gibts hier wirklich gutes Fleisch, wobei ich mal besser auf meine Linie achten sollte. ;)

Naja, morgen wird wieder gearbeitet und es ist ja genug zu tun, da vergeht die Zeit hoffentlich ein wenig schneller. Kann´s momentan kaum noch abwarten, wieder nach Deutschland, nach Hause, zu kommen!

Samstag, 4. August 2007

Ein unmoralisches Angebot

Was soll man da machen? Wie kann ich mich dagegen wehren? So verführerisch, und dabei irgendwie undschuldig, so ganz in weiß! Diese elegante Form, sanfte Rundungen wohin man nur schaut, und dann erst der Preis! Ich weiß nicht wie lange ich mich noch dagegen sträuben kann...

... mir ein Apple MacBook zu kaufen! Was dachtet ihr denn? Mein allerliebster Schatz wartet doch zuhause auf mich! Aber gegen ein neues Notebook hätte sie bestimmt nichts einzuwenden! :)

Wegen des unglaublich niedrigen Dollar-Kurses und der zusätzlichen Sonderpreise für Studenten wäre es fast schon bescheuert, jetzt nicht auf nen Mac zu wechseln. Zumal in der neuesten Generation ja auch Windows lauffähig sein soll. Wie das aber in der Realität aussieht weiß ich eben nicht, und kenne auch niemanden der damit Erfahrung hätte. Ich mache mir da ein bisschen Sorgen um die vielen schönen Programme, mit denen ich arbeite und die meines Wissens nur unter Windows laufen. Nein, nicht Firefox oder sonstigen Kram, den man jederzeit ersetzen kann. Ich meine diese ganzen teuren Software-Produkte, die im Leben eines angehenden Maschinenbau-Ingenieurs eine zentrale Rolle spielen: CAD, CFD, etc. pp.

UND: Bis Mitte September gibts für die arme Studentengeneration sogar noch nen iPod nano gratis dazu! Das war der eigentliche Grund, warum ich mir das mit dem Mac nochmal genauer angeschaut hab, denn ich war schon kurz davor mir nen neuen MP3-Player zu bestellen.

Vielleicht kann mir ja jemand aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten, wie das so läuft mit der Kompatibilität zwischen Windows und Mac (würde gerne XP weiternutzen, würde ich mir einen neuen PC kaufen müsste ich mich ja sicher mit Vista rumärgern... noch ein Argument für Apple ;) ).

So, jetzt aber mal wieder zurück in die richtige Welt: gestern war ich für 2 Stündchen auf dem hiesigen Sommer-Stadtfest namens "Blacksburg Steppin Out", und zu meiner Überraschung war sogar richtig was los! Die Live-Bands waren ebenfalls erstaunlich abwechslungsreich und unterhaltsam, dazu gibt es noch bis heute abend leckeres Essen und ein angenehm sommerliches Wetter auszukosten.


Leider war das ganze dann doch eine recht einsame Angelegenheit für mich, obwohl ich die Augen offengehalten habe ob ich jemanden treffe, der mich kennt, ist mir niemand über den Weg gelaufen. Und da fast alle Leute, mit denen ich sonst so Kontakt habe, dieses Wochenende entweder "out of town" oder am arbeiten sind, konnt ich mich auch nicht verabreden. So hab ich der Musik also alleine gelauscht, umringt von einer Menge amerikanischer Familien und Studenten, die mir aber alle irgendwie fremd sind. Irgendwie gehöre ich nicht hierher, glaub ich. Vielleicht liegt es ja auch nur daran, dass ich "erst" knappe 10 Wochen hier bin. In Barcelona war´s am Anfang ja auch nicht leicht. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir die Leute, die Lebensart, das ganze Drumherum immer noch so fremd sind wie am ersten Tag.

Ist natürlich auch eine Erkenntnis, die man nach so einem Aufenthalt mit nach Hause nehmen kann. Vielleicht ändert sich's ja auch noch. Abwarten. Und Tee trinken.

Oder Notebooks kaufen...

Mittwoch, 1. August 2007

Long way to go

1. August. In genau 4 Monaten bin ich also wieder zuhause. Bis dahin liegt noch ein langer, steiniger Weg vor mir. Zwar kann ich mich momentan nicht wirklich beklagen, denn es geht wirklich allmählich voran und ich nähere mich dem Tag, an dem ich endlich mal richtig mit den Experimenten beginnen kann. Trotzdem ist da noch einiges abzuarbeiten, was einfacher ist wenn man nicht so Kopfschmerzen hat wie heute. Deshalb bin ich mal ausnahmsweise schon um halb 4 nach Hause geradelt, wobei ich natürlich prompt ein schlechtes Gewissen hatte. Andererseits hätte ich heute ohnehin nicht viel mehr schaffen können, denn wieder einmal bin ich von den Jungs aus der Werkstatt abhängig. Was mir garnicht behagt, denn deren Arbeitsmoral und -geschwindigkeit korreliert ganz stark mit der Mondphase und dem Wasserstand des Jangtse in China. Wobei da sicherlich aufgrund der Gezeitenkräfte sogar ein Zusammenhang zu finden wäre, aber lassen wir das. Letzlich kann ich nur hoffen, das mein Kram fix erledigt wird. Die Aussichten dazu stehen aber nicht allzu gut, da mein Prof erstmal bis nächste Woche irgendwo unterwegs ist. Der ist nämlich der einzige, der es irgendwie schafft, den Mechanikern Dampf unter den Hintern zu machen.

Andererseits ist die Abwesenheit vom Chef natürlich auch ganz angenehm, denn dann muss man sich nicht alle 30 Sekunden panisch umschauen, ob er sich nicht doch angeschlichen hat und einem über die Schulter guckt. Mein Kollege reizt das sogar soweit aus, dass er die nächsten 10 Tage nicht in der Uni aufzukreuzen gedenkt. Und ich hab schon ein schlechtes Gewissen wenn ich mal 2 Stunden früher gehe...

Generell lässt all das ziemlich an der Arbeitsmoral hier zweifeln. Normalerweise ist, wenn ich morgens komme, noch keiner der anderen Graduate Students da, und oft bin ich der letzte, der das Licht ausmacht. Und auch mein Prof kommt täglich um 9 und lässt sich durch nichts davon abbringen, um 5 in seinen Feierabend zu verschwinden. Gut, der Mann ist auch schon über 70, da sollte man sich ja auch nicht mehr überarbeiten. Aber wenn ich mir angucke, welches Pensum andere Professoren in Deutschland da ableisten (einigen hab ich ja schon vom meine Studienarbeit betreuenden Prof erzählt) finde ich es schon verwunderlich, wenn die Staaten immer als das Land der absoluten Strebsamkeit und Produktivität gepriesen werden. Hab hier noch keinen gesehen, der sich überarbeitet hätte. Da schließe ich mich auch nicht aus, denn immerhin soll so ein Auslandsaufenthalt ja auch noch ein paar weitere Dinge bereithalten als nur Arbeit und Plackerei. Und wie bereits erwähnt: es sind ja noch 4 Monate. Bis zur (hoffentlich nur temporären) Arbeitslosigkeit.