Sonntag, 21. Oktober 2007

Herbst

Nun bricht also doch langsam der Herbst an, die Temperaturen sinken beträchtlich und die Blätter verfärben sich nicht nur bunt sondern fallen auch von den Bäumen. Dafür scheint die Sonne noch ab und zu ganz schön so dass ich mich heute mal wieder veranlasst sah, ein bisschen Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Gestern war ich ja lang genug in geschlossenen Räumen - zunächst vormittags im Walmart, später dann im Labor auf der Arbeit, dann für knapp 2 Stunden zum Racquettball spielen in der Sporthalle und danach dann wieder im Labor - und heute hatte ich eigentlich keinen Grund mich aus dem Haus zu begeben. Für die Weinverkostung, zu der ich heute eigentlich gehen wollte, hat sich niemand gefunden, der mit mir hingegangen wäre. Und irgendjemand muss ja im Zweifelsfall dafür sorgen, dass ich wieder heil nach Hause komme, wenn es schon gute Weine zur "flat rate" gibt :)

Also habe ich mir mal wieder meine Kamera geschnappt und ein paar Schnappschüsse gemacht. Irgendwie muss ich mal dafür sorgen, dass meine Bilder mehr Aussagekraft bekommen. Habe daher schon mal angefangen, den ein oder anderen Online-Fotokurs durchzuackern. Vieles davon kommt mir auch bekannt vor und klingt einleuchtend, aber es ist eben doch nicht ganz einfach bei der Bildgestaltung alle Aspekte zu bedenken. Und manchmal fehlt einfach doch das passende Motiv für das, was man gerne zeigen würde.

Trotzdem gibts mal wieder eine Auswahl meiner Erzeugnisse:





Freitag, 19. Oktober 2007

TUD rulez!!!

Jaaaaa, wie sind eben doch die Besten!!! Naja, vielleicht nicht die allerbesten, denn beim Ringen um den begehrten Titel als "Exzellenzuniversitaet" ist Darmstadt ja wieder leer ausgegangen. Das stand ja schon nach der Vorauswahl fest. Aber dafuer wird die TUD nun in 2 sogenannten Exzellenz-Clustern und einem Graduiertenkolleg finanziell staerker gefoerdert. Und gerade das Exzellenz-Cluster "Smart Interfaces" ist fuer mich und meine anstehende Entscheidung, auf welchem Gebiet ich meine Promotion durchfuehren werde, durchaus interessant. Mit 6,5 Millionen Euro jaehrlich laesst sich schon eine Menge anstellen, und vielleicht springt da ja auch ein interessantes Projekt auf dem Gebiet der Grenzschicht-Beeinflussung brei raus.

Wir werden es sehen. Zu begruessen ist die Entscheidung auf jeden Fall! Das muss gefeiert werden!!! (Oh weia, bei dem Gedanken meldet sich mein Kopfschmerz schon wieder... :) )

Selbstversuch

Der uebermaessige Konsum alkoholreicher Longdrinks am gestrigen Abend veranlasst mich heute nicht nur dazu, den heutigen Tag arbeitstechnisch eher ruhiger angehen zu lassen (die letzten Tage waren auch stressig genug), nein, zudem unterziehe ich mich noch einem pharmazeutischen Selbstversuch um die These zu ueberpruefen: "Amerikanische Aspirin wirken nicht, da kann man genauso gut Jelly Beans lutschen".

Um meine Kopfschmerzen (aus was stellen die hier in den USA denn Wodka her???) zu besaenftigen habe ich mir aus dem Universitaets-Buchladen (!) aus der mannigfaltigen Auswahl an Allergie-Blockern, Erkaeltungsmittelchen und Schmerzlinderern ein Doeschen Aspirin ausgesucht. Das Haemmern im Kopf mit Ibuprofen oder diversen anderen Wirkstoffen unbekannten Namens zu bekaempfen erschien mir dann doch zu gewagt, daher habe ich mich fuers gute alte Aspirin entschieden (Paracetamol gabs leider nicht). Die weissen Tabletten a 325mg kommen in einer kleinen Plastikdose und passen wunderbar in die Hosentasche, so als Snack fuer zwichendurch also bestens geeignet.

Angefangen habe ich mit einer Tablette, aber das ist wohl nicht die richtige Einstiegsdosis, gebracht hat es naemlich rein garnichts. Nach dem Mittagessen habe ich mir eine zweite Ladung, diesmal mit 2 weissen Kuegelchen, verabreicht. Nun fuehl ich mich ein wenig besser, was aber auch damit zusammen haengen kann dass sich der Koerper ja auch irgendwann selbst erholt und ich meinen Nachdurst mit ausreichend "Hokie Water" stille.


Die Frage, ob es sich bei den Aspirin nur um Placebos handelt, bleibt also zumindest fuers erste weiter ungeloest. Interessant ist aber der Hinweis auf der Rueckseite der Flasche. Dort wird nicht ueber maximal empfohlene Dosen oder aehnliches referiert, nein, es findet sich der folgende Text (frei uebersetzt):

Wenn sie taeglich 3 oder mehr alkoholische Getraenke konsumieren, fragen Sie Ihren Arzt ob sie Aspirin oder andere Schmerzmittel verwenden sollten. Aspirin kann Magenblutungen hervorrufen.

Klasse, jetzt bin ich ja beruhigt! Zum Glueck trinke ich ja taeglich nur 2 Long Island Iceteas... Und eben nur ab und zu 5 Wodka Lemon, so wie gestern abend!

P.S.: Das naechste Besaeufnis steht schon wieder vor der Tuer, hat jemand gute Tipps fuer ein Halloween-Kostuem das die Aufnahme alkohollastiger Getraenke nicht behindert? Hatte ja an ein Vampir-Outfit gedacht (laut Internet-Test bin ich charakterlich mit Graf Zahl aus der Sesamstrasse verwandt), habe aber die Sorge, dass mir dann irgendwann das falsche Gebiss ins Cocktailglas fallen koennte...

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Home Sweet Home

Ein bisschen Heimat in der Fremde

Dienstag, 16. Oktober 2007

Warum?

Warum gibt es im Supermarkt zwar salziges Popcorn in 4 verschiedenen Butter-Stufen, mit Käse-, Karamell- oder Knoblauch-(!) Geschmack zu kaufen, nicht aber süßes Popcorn?

Warum muss ich für 8 Päckchen TASCHENtücher (also keine Kleenex-Box), die noch nicht mal einen halbstarken Schneutzer schadlos überleben, 3 Dollar zahlen?

Warum gibt es bei Krogers ein Zeitschriftenregal, in dem eine gesamte Reihe mit Jagd- und Waffenzeitschriften zugemüllt ist, aber dafür kein gescheites Fliegermagazin?

Warum laufen nun schon, da sich der Sommer langsam dem Ende neigt und die Temperaturen sinken, alle Wasserstoff-Peroxid gebleichten Blondinen (ca. 90% der Studentinnen auf dem Campus) in Hotpants und Flip-Flops, aber mit einer Winterjacke über den Schultern durch die Gegend?

Und warum kündigt Apple 10 Tage im Vorhinein an, dass ab dem 26. Oktober der Leopard freigelassen wird und ich mir endlich mein MacBook zulegen kann?

Ich glaub ich bin hier doch im falschen Film. Zum Glück ist der Abspann ja schon nah!

Cut!

Samstag, 13. Oktober 2007

Händewaschen nicht vergessen!

Donnerstag war mal wieder ein bisschen Sport angesagt, und mit meinen Kollegen Ryan und Chris begab ich mich daher zu den Racketball-Courts in der War Memorial Gym. Von dieser Abwandlung des Squash hatte ich ja schon mal berichtet, aber nun kann ich auch mit ein paar Bildern aufwarten. Freitag waren wir dann beim Japaner essen und Samstag stand ein Barbeque bei einem weiteren Arbeitskollegen auf dem Programm. Bruce, einer der Kerle aus der Werkstatt, hatte auf seine Farm geladen und dort für Freunde und Familie ein grosses Fressen organisiert. Natürlich gab es Unmengen an Fleisch (aus eigener Schlachtung!), mayonaiselastigen Salaten und Bier, und auch das Wetter hat sich nochmal von seiner schönen Seite gezeigt. Zwar wird es nun abends schon sehr frisch, dafür lässt es sich tagsüber ganz gut in der Sonne aushalten.

Sonst gibt es diese Woche nicht viel Aufregendes zu berichten, die Versuche laufen, liefern komische Ergebnisse (aber damit werde ich wohl leben müssen) und ich warte mal wieder auf den Druckluftflaschen-Lieferanten, weil ich diese Woche 72 Flaschen verbraten habe.

Interessantes konnte ich dafür im Supermarkt entdecken. Dort werden seit einiger Zeit "Starter-Kits" für Schüler verkauft, die wohl auch irgendwie einem guten Zweck dienen. Neben einem Schreibblock, Radiergummi, Stiften, Klebstoff und einem Lineal befinden sich in dem Paket auch eine Packung Taschentücher (interessant, weil die sonst in dem Laden nicht verkauft werden und ich immer ewig weit radeln muss um mich damit einzudecken... ihr kennt mich ja) und: eine Flasche Desinfektionsmittel! Das gehört hier offenbar zu den elementaren Dingen die man immer griffbereit haben muss und die Kleinen sollen sich schon mal früh daran gewöhnen, möglichst minütlich ein paar Millionen Bakterien auf Handflächen etc abzutöten. In den Mensen die es hier auf dem Campus gibt steht auch an jeder Ecke so ein Apparat, mit dem man für hygienische Zustände am eigenen Leib sorgen kann.

Ist das nicht paranoid? Vor was haben die Leute hier Angst? Meinen die, man könnte so einem Terrorangriff mit biologischen Kampfstoffen vorbeugen? Und wenn hier jeder so um die Hygiene besorgt ist, warum wäscht sich dann jeder zweite Kerl, dem ich auf öffentlichen Toiletten begegne, auf dem Weg nach draußen nicht die Hände?

Mittwoch, 10. Oktober 2007

An Tagen wie diesen

Am vergangenen Samstag hat es mich in die wilde Natur gezogen. Zusammen mit meinem Kollegen Chris habe ich einen Wanderausflug zu den Cascades gemacht. Wandern in der freien Natur sieht auf amerikanisch dann so aus: Mit dem Auto fährt man ca. 30 min aus dem Kaff wo man wohnt irgendwo in nen Wald, vorbei an verstreuten Häuschen mit gepflegtem Garten und amerikanischer Flagge was sich dann Town nennen darf. Irgendwo kommt man dann an einem riesigen Parkplatz an, wo man eine Parkgebühr zu entrichten hat, und ab dort darf man dann loslaufen. Knapp 2 Meilen in Richtung der Wasserfälle, kurzer Aufenthalt mit Bildern und Planschen im Wasser, und dann 2 Meilen auf einem anderen Weg zurück.
Naja, so ganz profan wie das klingt ist es nun auch wieder nicht - die Landschaft hier in den Appalachen ist nämlich wirklich schön! Besonders nun da sich der Herbst langsam ankündigt und die Blätter der Bäume sich in die tollsten Töne verfärben sind die Wälder eine Pracht. Im Gegensatz zu dem was ich aus Deutschland so kenne sind dies hier nämlich vornehmlich Laubwälder (ist das das Gegenteil von Nadelwäldern?), und der "Indian Summer" macht das Wandern noch schöner als es ohnehin schon ist. Die erwähnten Wasserfälle sind ca. 25 Meter hoch und ergießen sich in einen kleinen See, wo man bei sommerlichen Temperaturen bestimmt hervorragende Abkühlung nach dem "anstrengenden" Hike finden kann. Wir haben uns dann aber doch mit einem kleinen Picknick begnügt und das Schwimmen den Kiddies und Hunden überlassen. Irgendwann ist man schließlich einfach zu alt dafür, sich überall naß machen zu müssen ;)


Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des nationalen Lieblings-Gewächses: Es ist Kürbis-Saison, und das wird nicht für schräge Fratzen an Halloween ausgenutzt sondern auch für ein "Pumpkin Festivall" im Nachbarort. Dort kann man Kürbisse sehen, ernten, kaufen, das Gewicht schätzen, essen, und was man noch nicht alles damit machen kann. Nebenbei gab es noch diverse Attraktionen für die Kleinen (Streichelzoo und Ponyreiten) sowie einen "Hay Ride" mit nem Traktor, der aufgrund der trockenen Bodenverhältnisse jedoch eher zum "Dust Ride" ausartete. Trotzdem hatten Anke, Nancy, Aziza und ich unseren Spaß und haben uns nochmal so richtig schön die Sonne auf den Pelz scheinen lassen, wer weiß wie lange der Sommer noch anhält!

Heute habe ich dann auch wieder mal die Sonne sehen dürfen. Zweimal. Beim Austauschen der Druckluftflaschen, die außerhalb des Labors gelagert sind. Und wofür das Ganze? Für den Spaß an der Freude! Denn die Ergebnisse waren ... halt, welche Ergebnisse? Der Windkanal-Gott, Bill Gates und mein eigener kleiner Mann im Kopf waren mir heute mal wieder ungnädig und haben dafür gesorgt, dass von meinen 3 Versuchen einer aufgrund eines Computer-Fehlers, einer wegen mysteriöser Phänomene bei Mach 4 und einer wegen Vergessen, die Vakuum-Pumpe anzuschalten, komplett ohne verwertbare Ergebnisse abgelaufen sind. Und ich einmal umsonst die Strapatze des Flaschenwechsels auf mich nehmen musste.

Zum Glück ist morgen ja der "National Depression Screening Day"! Per Instituts-Mail wurde ich darüber informiert, dass ich im Falle lustlosen und niedergeschlagenen Gemütszustandes morgen professionelle Beratung konsultieren und mich eines Tests unterziehen kann. Könnte. Hab ich nicht vor. Ich fands mal wieder - erheiternd! Was es nicht alles gibt, hier, in den USA...